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Neuseeland
oder Reisebericht Südinsel Neuseeland 2010 Reisebericht Nordinsel Neuseeland 2010 |
im März 2010Als wir 2008 von unserer ersten Ozeanienreise zurückkehrten, waren wir uns einig, dass wir da so schnell nicht noch einmal hinkommen. Doch gerade die in Neuseeland gesammelten Eindrücke spukten immer wieder in unseren Köpfen herum. Wie von einer geheimnisvollen Macht gesteuert, hatten wir plötzlich doch wieder einen Plan. Mit vier Wochen im März wollten wir uns die Zeit nehmen, diese beiden wunderbaren und faszinierenden Inseln zu bereisen, obwohl uns ein 26 stündiger Flug von London aus bzw. 36 Stunden Reisezeit bis Auckland bevorstand. Mit der Zeitverschiebung zusammen sind wir dann 3 Tage später am Ziel. Anders als bei der ersten Reise, in der wir in viel zu kurzen drei Wochen beide Inseln durchquert hatten, wollten wir uns diesmal viel Zeit für die Einzelheiten nehmen. Dort, wo es uns damals gut gefallen hatte, wollten wir mehr Zeit verbringen. Ziele, die der kurzen Reisezeit zum Opfer fielen, wollten wir aufsuchen. Und wenn uns noch weitere Ziele während der Reise anziehen würden, oder das Wetter uns vertreiben oder anlocken würde, wollten wir flexibel reagieren und auch mal länger bleiben. Der Reiserahmen stand zwar fest, Abweichungen davon waren jedoch willkommen. Als Ausgangspunkt sollte wieder Christchurch auf der Südinsel dienen, um den nördlichen Teil der Südinsel zu besuchen. Das erhöhte zwar die Zeit der Anreise auf knapp 40 Stunden, aber auf die 4 Stunden kam es nun auch nicht mehr an. Christchurch und Akaroa gehörten schließlich auch zu den Wunschzielen. Nach der Überfahrt auf die Nordinsel wollten wir nur den ganz hohen Norden mit der 90-Mile Beach aussparen, alles andere machen wir vom Wetter abhängig. Im März (Spätsommer) sind die Nächte noch nicht so kalt wie im April, tagsüber sind noch 20 bis 25 Grad und die Tage sind bis 20 Uhr noch hell. Im April geht auch wegen der Winterzeit die Sonne schon kurz nach 18 Uhr unter. |
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Ein Flug nach Westen mit Zwischenlandung in den USA ist nur unwesentlich weiter, als ein Flug über die Ostroute via Honkong oder Singapur. |
Auf unser Betreiben hin wurden wir dann sofort umgebucht auf die Air Berlin Maschine nach London Stansted. Im Schweinsgalopp lotste uns ein Angestellter ein zweites Mal heute durch die Sicherheitskontrollen zum Flugzeug, das schon mit laufenden Motoren praktisch auf der Startbahn stand. Auf dem Weg in die vorletzte Sitzreihe trafen uns viele vorwurfsvoll abstrafende Blicke: "Na, wieder mal nicht aus dem Bett gekommen?" Wir waren nur froh, heute noch nach London zu kommen.
Mit einem lauten Knall der Steine, die uns vom Herzen fielen, kam eine gute Stunde später auch das Gepäck auf das Kofferband von London Stansted. Die Zeit war einfach zu knapp um sich noch mit den Fahrplänen der Flughafenshuttle nach Heathrow zu beschäftigen, aus diesem Grunde nahmen wir die sündhaft teure, aber bequeme Taxifahrt in Kauf. Schließlich bekommen wir von der Lufthansa die Kosten ersetzt. Nach rund 100 Km und einer guten Stunde wurden wir direkt am Terminal 1 in Heathrow abgesetzt. Zeitlich gesehen waren wir jetzt noch eher vor Ort, als wenn wir diesen dummen Umweg über München gemacht hätten. Der vernachlässigbare kleine Nachteil bestand nur darin, dass wir uns immer noch mit dem Gepäck abschleppen mussten.
Nach 10:30 Stunden reiner Flugzeit, die wir auf einer Po-Backe abgesessen haben, ob mit oder ohne Schmerzen sage ich nicht,
landen wir am späten Nachmittag in L.A. Froh, uns etwas bewegen zu können stellen wir uns in die Schlange bei der
Einwanderungs-Kontrolle für Transitreisende. Welche Einreiseformalitäten zuvor zu beachten sind, ist meiner
Webseite USA - Allgemein zu entnehmen.
In einem kleinen Warteraum versucht uns Air New Zealand mit typisch amerikanischen Erfrischungen wie scheußlich schmeckenden
amerikanischen Kaffee in Styroporbechern, Pepsi und anderen Softgetränken sowie Chips und ähnlichen Tütensnacks etwas
aufzuheitern und die Wartezeit bis zum Weiterflug mit derselben Maschine zu verkürzen.
Einen Stop Over L.A. hatten wir nicht vorgesehen, weil wir ein Jahr zuvor erst hier waren, allerdings ohne die Ahnung, heute schon wieder
hier aufzutauchen.
Zurück zur Reise. Nach 12 Stunden reiner Flugzeit, die wir auf der anderen Po-Backe (die Schmerzen verschweige ich immer noch) abgesessen oder zeitweise schlafend verbracht haben, landen wir also am frühen Morgen in Auckland. Air New Zealand hat uns in der Premium Economy Class mit dem gleichen sehr guten Essen (und Wein) verwöhnt wie die Business Leute und deshalb stehen wir doch recht ausgeruht am Kofferband. Der kleine Beagel wird am Handgepäck der am Kofferband Wartenden schnüffelnd nach verbotenen Lebensmitteln vorbeigeführt. Auch wenn man national weiterreist, man muss mit den Koffern durch den Zoll. Gleich in der Ankunftshalle links können die Koffer, wenn sie durchgecheckt sind, wieder aufgegeben werden. Die Einreise ist unproblematisch, wenn der Pass und die an Bord einfach auszufüllende Einreisekarte in Ordnung sind.
Wir haben uns in der Vergangenheit immer wieder über den gleichen guten Standard auf der ganzen Welt der IBIS Hotels erfreut. Es sind zwar kleine Zimmer, jedoch sauber und ordentlich und i.d.R. mitten in den Zentren. Auch das IBIS in Christchurch fällt in diese Kategorie. Und wir konnten sogar um kurz nach 11 Uhr morgens unser Zimmer ohne Aufpreis beziehen. Nach einem solchen Flug macht die Übernahme von Mietwagen oder Wohnmobil keinen Sinn. Es reichte gerade noch dazu, am Nachmittag mit meinen noch aktiven Gehirnzellen irgendein englisches Kauderwelsch ins Telefon zu babbeln, um die Abholzeit am nächsten Morgen mit KEA klar zu machen. (TOP)
Männer und Frauen wurden nach einer weiteren Pass-, und Ticketkontrolle in getrennte Schlangen sortiert. Schuhe ausziehen, Gürtel entfernen, dann wurden wir gefilzt, aber so richtig. Dass wir uns nicht nackig ausziehen mussten war alles. Schuhe wurden gebogen und geknickt und die Sohlen abgesucht, das Handgepäck wurde von den Uniformierten eigenhändig aus- und wieder eingepackt, Brillenetuis wurden geöffnet und abgetastet, Schirme aufgespannt und begutachtet. Die im Sicherheitsbereich zuvor gekauften Wasserflaschen wurden einkassiert. Nachdem sich alle wieder angezogen hatten, führte eine Rolltreppe nach unten zu einem eigens für USA-Flüge reservierten Gate. Hier gab es nur noch einen Ausgang, nämlich den ins Flugzeug. Übrigens konnte man am Gate auch wieder Wasserflaschen kaufen.
Der Nachtflug bis L.A. dauerte 11:30 Stunden. Wir erlebten an diesem Tag den längsten Karfreitag unseres Lebens: 22 Stunden in Auckland, 12 Stunden während des Fluges, und nochmal 10 Stunden beim Weiterflug von L.A., alles in allem also 44 Stunden Karfreitag. Aber dafür hatte man uns den 4.März auf dem Hinflug gestohlen.
Die grüne Einwanderungskarte brauchten wir diesmal bei der Einwanderungskontrolle in L.A. nicht. Wow! Aber warum, weiß ich nicht. Nach dem Hinterlassen der Fingerabdrücke beider Hände und dem obligatorischen Foto, diesmal ohne Brille auf der Nase, bekamen wir den Einreisestempel und durften uns wieder in den gleichen kleinen Raum aufhalten, wie schon beim Hinflug.
15 Minuten später merkten wir schon wieder eine Kursänderung, und zwar wieder nach London, der Flughafen war wieder geöffnet worden. Nach 3 Warteschleifen über der Stadt wegen des jetzt herrschenden Chaos am Himmel, landeten wir trotz Allem noch eine halbe Stunde vor der planmäßigen Ankunftszeit. Das war vielleicht eine psychologische Achterbahnfahrt.
1 Stunde nach der eigentlichen Abflugzeit stand endlich die Gate-Nummer auf der Anzeige, der Weg dorthin betrug nur 5 Minuten. Mit rund 2,5 Stunden Verspätung hob der Flieger endlich ab, nachdem er auf der Startbahn noch 9 andere Flugzeuge vorlassen musste - Nachwirkungen des geschlossenen Flughafens. Warum das ganze Flugzeug bis auf uns und noch 5 andere Erwachsene mit englischen Schülern im Vor-Teenageralter gefüllt war, wir wissen es nicht.
Wir hatten ein 4 Bett Wohnmobil bei Kea Campers gebucht,
Länge 6,8m, Breite 2,2m, Höhe 3,1m, Innenhöhe 2,0m.
Es hatte die ideale Größe für uns beide, es musste keiner in den Alkoven.
Die Küche war voll und komplett ausgestattet. Keine Sternchen, keine Extrakosten.
Wünsche nach weiteren Decken werden gerne kostenlos erfüllt.
Ein großes Plus sind die Betten in dem von uns gemieteten 4er Wohnmobil. Die Sitzecke ist in 5 Minuten umgebaut in zwei 2 m lange und
mindestens 90 cm breite sehr bequeme Betten,
kein "Rücken" morgens beim Aufstehen. Der Rückbau dauert auch keine 5 Minuten. Die gesamte Raumaufteilung ist sehr gut, etwas klein geraten
ist die kombinierte Kabine mit Toilette/Waschbecken/Dusche. Stauraum ohne Ende (wenn allerdings wirklich 4
Erwachsene reisen sollten,
dann wir es eng).
| + | Bei der Anmietung in Christchurch betreute uns immer ein deutschsprachiger Mitarbeiter, in Auckland bei der Abgabe hätten wir auch mit einem deutschen Mitarbeiter sprechen können. |
| + | Die Einrichtung mit Geschirr und elektrischen Küchengeräten ist komplett und inklusive. |
| + | Die Wohnmobile sind nicht älter als 2 Jahre und sehr gepflegt. |
| + | Die Hotline ist gut erreichbar, man kann sich auch mit einem deutschsprachigen Mitarbeiter verbinden lassen. |
| + | Taxi vom Hotel / Flughafen bzw. zum Hotel/Flughafen ist inklusive. |
| + | Auf Wunsch steht ein deutschsprachiger Mitarbeiter zur Verfügung. |
| + | Kartenmaterial, Campingführer, Navi komplett und gut. |
| + | Das 4er Wohnmobil ist optimal für unsere 2 Personen Bedürfnisse ausgestattet, die Bettengröße und -bequemlichkeit einmalig gut. |
| + | Der 2,4 Liter Dieselmotor ist leistungsstark, das ist im Gebirge wichtig. Der Verbrauch liegt bei 14 Liter Diesel/100 Km, der Liter kostete in 2008 $1,45 (0,75 Euro), in 2010 $1,12 (0,60 Euro) pro Liter. Hier der Link für die aktuellen Benzinpreise |
| o | Das Autoradio mit CD hat sehr gute Tonqualität, spielt aber keine MP3 CDs ab. |
| o | Der Pizzagrill im Gasherd ist eine sehr gute Idee, doch er grillt ungleichmäßig, vorne bleibt's roh, hinten wird's schwarz. |
| - | Der Flachbildschirmfernseher empfängt nur selten mal einen Fernsehsender, der Ton des DVD Players geht über den Fernseher und ist grottenschlecht. |
Ein Navi ist sehr hilfreich zum Auffinden von Campingplätzen oder touristischen Zielen. Auch in Städten führt es einen sicher zum Ziel oder wieder auf den rechten Weg. Es weiß natürlich nicht, ob man mit seinem 2,20m breiten Wohnmobil auch durch die engen Straßen kommt, oder ob eine Brücke weniger als 3,10m Durchfahrthöhe hat. Man muss auch die richtigen Optionen einstellen, sonst wird man durch Wohngebiete anstatt außen herum geführt, oder stundenlang über enge schmale Straßen durchs Gebirge geleitet anstatt einfach auf kurzem Weg mit der Autofähre. Aber das liegt ja bei jedem selbst. (TOP)
Neuseeland hat aber eine Vielzahl von Campingplätzen, Holiday Park oder Motorcamp genannt.
Sehr komfortabel ausgestattet und in der Regel sauber und ordentlich, im Deutschen Sinne, sind die TOP 10 Holiday Parks. Sie gehören auch mit
zu den teuersten. Sie bieten einen sehr umfangreichen Ausstattungsstandard. Bei KEA, im Internet bei TOP 10 oder direkt im Office eines jeden Platzes,
kann man sich eine
Mitgliedskarte besorgen, dann erhält man 10% auf den Preis. I.d.R. liegen die Plätze sehr schön. Es gibt aber auch Plätze direkt an den
Highways. Etwas günstiger im Preis sind die Kiwi Holiday Parks. Wer es etwas rustikaler mag (i.d.R. sauber und i.d.R auch ordentlich,
im Deutschen Sinne) aber mit weniger Ausstattungsklimbim, ist hier gut aufgehoben. Viele andere Holiday Parks sind in anderen
Ketten zusammengeschlossen, wie z.B. die unter dem Siegel HAPNZ (Holidayparks New Zealand), die meist recht günstig im Preis sind.
Hier muss man vorher schauen ob es einem zusagt. Wenn es sich um Betreiber aus dem deutschsprachigen Raum handelt, ist man besser dran als bei
anderen. Ein gutes Beispiel ist der Parklands Marina Holiday Park in Picton, auf dem
wir immer wieder gerne sind. Wir finden ihn viel schöner als z.B. den ortsansässigen TOP 10 Platz.
Das genaue Gegenteil ist der heruntergekommene Holiday Park in Hahei auf der Cormandel Halbinsel.
Er gehört zu den teuersten Plätzen auf unserer Reise 2010. Wenn nur diese unverschämt schöne Lage direkt am Strand nicht wär.
Man kann auch Cathedral Cove von hier aus zu Fuß erreichen. Das ist das einzig Gute. Die sanitären Anlagen sind schmuddelig bis dreckig, Schmierstaub überall,
teilweise lassen sich die Toilettentüren gar nicht mehr verschließen. Die Stellplätze sind schief und uneben,
manche "Powered Sites" haben keinen Strom. Die Internetplätze sind oft defekt und werden erst auf Nachfrage repariert.
Und die Freundlichkeit der Mitarbeiter passt auch nicht ins sonst so freundliche Neuseeland.
(TOP)