|
Tipps für Pauschalurlauber |
| Allgemein Pauschal gesagt |
Fliegen Das Einchecken Das Einsteigen Verpflegung an Board Die Ankunft |
Im Hotel Die Ankunft Sich einrichten Schlachten schlagen Die Reiseleitung |
Ausflüge Ausflüge Mietwagen |
Schlußwort Das Schlußwort |
Also, einen Pauschalurlaub buchen kann bei mir niemand, auch wenn es Suchmaschinenergebnisse suggerieren wollen. Suchmaschinen sind eben auch nur Computer und nur so gut wie ihre von Menschen erschaffenen Programme.
Nein! bei mir geht es um Tipps und Anregungen für einen Pauschalurlaub.
Endlich Urlaub. Wie lange haben Sie dafür gearbeitet und gespart und vielleicht sogar
Entbehrungen auf sich genommen? Vielleicht haben Sie sogar einen Kleinkredit Ihrer Bank angeschwatzt bekommen?
Nicht nur deshalb können und müssen sie an ihre Urlaubszeit einen hohen Anspruch
erheben: Es soll die schönste und erholsamste Zeit im Jahr werden, egal wohin es geht, mit wem sie
fahren, und für welche Urlaubsart sie sich entschieden haben. Ob Relaxen am Strand,
Wandern im Gebirge, Tauchen zwischen Korallenriffen oder Sightseeing irgendwo auf der
Welt.
Haben sie die schönste Zeit des Jahres pauschal bei einem Reiseveranstalter gebucht, verspricht er ihnen in seinen Hochglanzprospekten auch genau das: Das Blaue vom Himmel. Die Realität allerdings sieht oft anders aus. Sie sollten darauf gefasst sein und sich auf Unzulänglichkeiten von Menschen und Situationen vorbereiten, die nur eines im Sinn haben: Sie wollen nur das Beste von Ihnen für sich selbst, ihr Geld, ihre Nerven und ihre Ruhe. Und sie geben alles dafür. Wenn sie nicht aufpassen, akzeptieren sie eine Lebensqualität im Urlaub, die sie im normalen Leben zu Hause nicht hinnehmen würden.
Was ihnen alles so widerfahren kann und wie sie sich davor wappnen können, möchte ich ihnen in, zugegebenermaßen in einer etwas ironischen, manchmal sogar sarkastisch erzählten, vielleicht hier und dort ein wenig überzogenen Beschreibung darlegen. (TOP)
Der Pauschalurlaub ist durch die Reiseveranstalter zu einem einträglichen Geschäft geworden. Die Konkurrenz auf diesem Markt ist groß. Das bedeutet für jeden Reiseveranstalter jedes Jahr aufs neue, seine Marktanteile mindestens zu verteidigen, doch Ziel ist es, sie weiter auszubauen. Auf dem Reisesektor herrscht ein ungeheuerer Preisdruck, den Sie natürlich mit verursachen, weil sie gelernt haben, nicht immer die teuersten Angebote mit gleicher Leistung zu buchen. Also muss sich der Reiseveranstalter etwas einfallen lassen, um seine Kosten zu optimieren.
Er optimiert durch straff durchorganisierte Massenabfertigung und in der Regel auf Ihre Kosten. Mit der Buchung eines Pauschalurlaubs erklären sie sich bereit, Einschränkungen ihres Lebensstandards in Kauf zu nehmen; besonders, wenn sie bei einer Buchung auf ein gutes Preis/Leistungsverhältnis geachtet haben: geringer Preis zieht geringe Leistung nach sich. Sie müssen durch die Massenabfertigung Dinge mit sich machen lassen, die sie im normalen Leben nie akzeptieren würden. (TOP)
Sie haben keine Sitzplatzreservierung und wollen entspannt in den Urlaub fliegen? Das geht doch gar nicht! Nur mit dieser Reservierung für Hin- und Rückflug sparen sie sich die Nerven, die sie noch für ganz andere Dinge brauchen. Für Pauschalflüge gibt es sie, wenn überhaupt, leider nur gegen Aufpreis und auch nur auf Nachfrage im Reisebüro oder der Fluglinie, wenn sie die vorher kennen. Sollte es Ihnen zu teuer sein, lesen Sie nur weiter.
Sie meinen, der Vorabendcheckin reicht aus, um dem Stress der Kofferaufgabe am Abflugtag zu entgehen? Wenn sie die Möglichkeit haben, nutzen sie ihn. Doch kommen Sie rechtzeitig, die Sitzplatzreservierer haben sowieso schon die besseren Plätze.
Sie gehören zu denen, die keine Möglichkeit zum Vorabendcheckin haben und auch noch das Geld für die Reservierung sparen wollen? Ohne mich jetzt zum Psychologen aufschwingen zu wollen, sie suchen auch immer den längsten Stau auf der Autobahn, wenn sie mal mit dem Auto nach Österreich wollen, gell? Glauben Sie bloß nicht, dass sie noch ordentliche und vor allem zusammenhängende Plätze für ihre Mitreisenden Lieben bekommen, wenn sie 3 oder 4 Stunden vor Abflug am Checkin Schalter stehen. Wenn dann der Schalter überhaupt besetzt sein sollte, sind nur noch Restplätze zu haben, weil die anderen Plätze durch die Zubringerflüge verkauft worden sind. Sind sie Nichtraucher und haben noch einen Platz im Raucherbereich gefunden? Gratulation! Seien sie froh, dass die Maschine nicht überbucht ist, und sie überhaupt noch mitgenommen werden. (TOP)
Nach dem Sie Ihre Koffer aufgegeben haben, sollten sie auch einsteigen wenn der Flug aufgerufen wird - wenn er aufgerufen wird. Das Bodenpersonal ist aus berechtigten Sicherheitsgründen angewiesen, die Koffer derer wieder auszuladen, die nicht zum Abflug erschienen und nicht eingestiegen sind. Das kostet in der Regel 1 Stunde Verzögerung.
Glücklicherweise läuft das Einsteigen manchmal geordnet ab, weil zuerst die hinteren Sitzreihen einsteigen dürfen. Besitzen Sie eine Bordkarte für die vorderen Sitzreihen müssen sie sich unbedingt dazwischen mogeln und möglichst auch noch durch ausgiebiges Aus- und Einpacken von irgendwelchen Krimskrams in Reihe 3 die Leute, die nach hinten durchgehen wollen blockieren. Das trägt zur Stimmung bei und sie finden dadurch schnell Anschluss.
Scheuen sie sich nicht, ihr schweres Handgepäck in den Gepäckablagen zu verstauen. Man will sie zwar dazu bewegen, die dicken Taschen zwischen ihre Beine unter den Sitz des Nachbarn zu stellen; haben sie vielleicht im Büro oder in ihrer Küche Taschen unter dem Tisch stehen? Außerdem ist es ganz praktisch, alle paar Minuten aufzustehen, um aus den Taschen aus der Gepäckablage die Sachen zu holen, die sie sich für den Zeitvertreib an Bord mitgebracht haben; so haben sie wenigstens etwas Bewegung. Missachten sie einfach die nervigen Blicke der Mitreisenden, wenn denen ihre Kreuzworträtselhefte auf den Kopf fallen, die sind nur neidisch, weil sie keinen Platz für ihre Taschen in der Gepäckablage ergattern konnten. Schließlich gehörten sie ja zu den ersten im Flugzeug. (TOP)
Die Fluggesellschaften, ich meine nicht die Billigflieger, sind angetreten, sie für ihr Geld zu verwöhnen. Je voller das Flugzeug, umso unfreundlicher begegnen ihnen die Stewards und Stewardessen. Machen Sie sich nichts daraus, sie können sie ruhig anpflaumen, wenn das Essen erst hinten ausgeteilt wird und sie vorne ewig darauf warten müssen. Richtig schimpfen können sie sowieso erst, wenn sie den Fraß vorgesetzt bekommen, nicht nur weil die kochendheiße Folie nicht ab geht, sondern auch weil immer dann, wenn es Essen gibt das Flugzeug in Turbulenzen gerät. Sie können sowieso nicht vernünftig essen, weil der Sitznachbar mit ausgefahrenen Ellenbogen speist. Maulen sie die Stewardessen ruhig an, wenn sie schon längst mit Essen fertig sind und jetzt erst die Damen mit den Getränken kommen.
Noch während das Essen abgeräumt wird sollten Sie sich auf die Toilette begeben, weil sich später lange Schlangen davor gebildet haben. Machen sie die Stewardessen ruhig an, wenn sie sie nicht durchlassen, weil der Essenwagen den Gang versperrt. Schließlich haben sie ja auch auf die Klobenutzung ein Anrecht.
Leider treffen sie mit Ihren Unmutsäußerungen die völlig Falschen. Aber die arbeiten und sie fliegen in Urlaub. (TOP)
Beim Aussteigen am Zielort sollten sie zusehen, dass sie sich so schnell wie möglich
an den anderen vorbeischubsen, damit sie als erste zur Passkontrolle oder am Kofferband
sind. Das macht sich im Ausland immer gut, man soll schließlich sofort erkennen, dass sie
aus Deutschland kommen und Deutsche immer vorneweg sind. Sollten sie es nicht geschafft
haben, weil es ja so viel rücksichtslose Menschen gibt, die sie hinter sich gelassen
haben, stellen sie sich bloß nicht in eine Schlange bei der Passkontrolle, in der Familien
mit Kindern, alte Leute, oder Rucksacktouristen stehen. Bei denen dauert es
erfahrungsgemäß immer länger.
Wenn sie dann auch noch einen der manchmal raren Kofferwagen ergattert haben, nehmen sie
am Kofferband den Platz ein, an dem die Koffer zuerst herauskommen, damit die anderen
nicht möglicherweise irrtümlich ihren Koffern nehmen. Es ist auch nicht weiter tragisch,
wenn ihr letzter Koffer als letzter auf dem Kofferband erscheint, während die anderen
Urlauber schon längst im Bus sitzen, der sie in ihr Hotel bringen soll. Nur keine Eile.
Lassen sie sich ruhig Zeit. Erholen sie sich von dem Kofferbandstress. Gönnen sie sich
doch erst mal eine Zigarette oder trinken sie einen Espresso. Der Bus muss schließlich
auf sie warten.
Am Flughafenausgang können sie dann endlich wieder den Service des Reiseveranstalters genießen. Am Besten stellen sie sich auf einen ihrer Koffer, um in dem Gewühl die Mitarbeiter ihren Veranstalters auszuspähen. Denken sie daran, mit allen ihren Mitreisenden inklusive des Gepäcks sich zu dem Mitarbeiter durchzuschlagen, um zu erfahren, wo ihr zuständiger Bus steht, der sie ins Hotel bringen soll.
Es zahlt sich auch aus, mit zu den Ersten zu gehören, die den entsprechenden Bus erreichen. Lassen sie ihre Familienmitglieder ausschwärmen, um bei dem Gedränge auf dem Busparkplatz schnell ihren zu finden. Scheuchen sie Ihre Mitreisenden schon mal in den Bus, um sich auf jeden Fall einen Platz zu sichern und sorgen sie eigenhändig dafür, dass der Busfahrer ihr Gepäck zuerst verstaut. Beachten sie diese einfachen Regeln nicht, kann es sein, dass sie im Bus sitzen, aber ihre Koffer nicht mehr in den Kofferraum passen. Oder die Koffer sind verladen, und sie finden keinen Platz mehr im Bus. Da nehmen sich auch die Reisebegleitungen nichts von an, da heißt es nur raus aus dem Bus und auf den nächsten warten. Aber ob der kommt ...
Vergessen Sie in keinem Fall den Busfahrer zu fragen, ob er auch ihr Hotel anfährt. Er hat eine Liste. Es gibt tatsächlich Busfahrer, die kein Deutsch können, nehmen sie ihm dann einfach die Liste aus der Hand und prüfen sie selbst seine Anfahrziele. (TOP)
Fliegen Sie in den Süden, müssen sie vermehrt mit wärmeren Temperaturen rechnen, als am Abflugort. Da sie ja im Flugzeug wahrscheinlich den Pullover noch am Leib trugen, wegen der Klimaanlage, sollten sie ihn im Bus jetzt gegen ein luftiges T-Shirt tauschen, wegen der Klimaanlage. Entweder hat ihr Bus keine, oder sie wird erst während der Fahrt eingeschaltet, auf die sie noch warten müssen wegen der Leute, die gerade noch ihren Espresso trinken, oder der Busfahrer schaltet die Klimaanlage gar nicht erst ein, er ist ja an die warmen Temperaturen gewöhnt.
Irgendwann, wenn sie nicht damit rechnen, lässt sie der Busfahrer aussteigen. Sind haben ihr Hotel erreicht. Auch wenn es manchmal nicht so aussieht, ist es genau das, was im Katalog so urlaubsheischend auf sie gewirkt hat. Sie brauchen nur noch ihre Koffer die zehn Stufen hinaufzuwuchten und schon sehen sie die Rezeption, nämlich dort, wo sich mittlerweile eine Menschentraube gebildet hat.
Lassen sie sich Zeit. Sie haben sowieso keinen Einfluss darauf, dass sie ein bestimmtes Zimmer bekommen. Auch nicht, wenn sie vorher beispielsweise ihren Zimmerwunsch gefaxt hatten; das Fax ist nicht angekommen, einen Brief geschrieben hatten; den konnte niemand lesen, telefoniert hatten; derjenige ist nicht da. Nehmen sie einfach den Schlüssel der ihnen gegeben wird, ändern können sie heute sowieso nichts mehr. Sammeln sie lieber noch mal alle Kräfte, damit sie ihr Gepäck schwitzend und schnaufend quer durch die Anlage ans andere Ende bekommen, wo ihr Bungalow steht. Sie sollten auch die neugierigen Blicke ignorieren, die sie von den gemütlichen, mit dicken Polstern ausgestatteten Liegen verfolgen. Die müssen in jedem Fall vor ihnen abreisen. (TOP)
Sie können davon ausgehen, dass ihr Zimmer, egal ob Bungalow, Appartement oder Hotel anders aussieht als im Prospekt. Es ist immer kleiner als es auf dem Foto im Prospekt erschienen ist. Beschweren nützt nichts, 25 qm sind eben nicht größer. Prüfen sie zu aller erst, ob sie mit dem Telefon die Rezeption erreichen können. Sie müssen in jedem Fall vor 17:00 Uhr in der Rezeption angerufen haben, dass ihnen Handtücher, Geschirr, Bettwäsche, Kopfkissen oder dergleichen fehlen. Sonst machen die Feierabend. Da die Klimaanlagen, wenn es sie dann gibt, erst Nachts eingeschaltet werden, sollten sie Abends in keinem Fall mehr an der Rezeption anrufen, weil nur warme Luft aus der Klimaanlage kommt. Wenn sie das nicht beachten, kann es sein, das der Mechaniker Nachts um halb zwölf mit Werkzeug vor der Tür steht. Sie haben doch sicherlich ein Hotel mit exzellentem Service gebucht, oder nicht ?
Ist ihr Zimmer landestypisch eingerichtet? Dann brauchen sie auch das Telefon nicht, und beschweren brauchen sie sich auch nicht. Sie sollten mal überlegen, wie die Leute, in deren Land sie Urlaub machen, üblicherweise wohnen und leben.
Haben sie ein Zimmer gebucht, bei dem es im Prospekt heißt: Schlafmöglichkeit für die 3. (oder 5.) Person, suchen sie gar nicht erst das Bett für die Person. Denken sie doch mal nach: Schlafmöglichkeit heißt, dass es möglich ist, dass die 3. Person irgendwo schlafen könnte. Also suchen sie einen ausziehbaren Tisch, ein ausklappbares Feldbett hinter dem Schrank oder nehmen sie einfach das Sofa, wenn es sich anbietet. (TOP)
Hatten sie Glück, weil ihr Flugzeug keine Verspätung hatte, vielleicht weil keine Koffer von nicht eingestiegenen Leuten an Bord waren? Dann bekommen sie zu mindest noch das Abendessen. Die anderen sollten sich von ihrem Reiseproviant etwas aufheben, wenn das Restaurant zwar noch offen ist, aber die Buffets nur noch geplündert dastehen.
In Hotels, in denen überwiegend Deutsche Gäste ihren Urlaub verbringen, haben sie
zwei Möglichkeiten, das Mittag oder Abendessen einzunehmen. Stellen sie sich eine halbe
Stunde vor Restaurantöffnung vor die Restauranttür, damit sie in einer dreiviertel
Stunde der erste am Buffet sind. Kommen sie zur Öffnungszeit, müssen sie in der Regel
warten, bis die ersten wieder gehen. Haben sie mit viel Glück einen Tisch für sie und
ihre Begleitung geentert, stürzen sie sich in das Getümmel am Buffet nicht ohne jemanden
an ihrem Tisch zurückzulassen, damit er ihn gegen den Ansturm der anderen Hungrigen
verteidigen kann.
Oder kommen sie zwei einviertel Stunden nach Restaurantöffnung, weil nach zwei Stunden
wieder Platz frei wird, die viertel Stunde muss man draufrechnen, weil das Restaurant
erfahrungsgemäß nicht pünktlich öffnet. Dann bekommen sie allerdings nur noch die
Reste.
Wenn sie den Tag nicht unbedingt am Pool verbringen wollen, schlafen sie sich aus, und genießen sie in aller Ruhe das Frühstück. Denn wenn sie nach 8 Uhr an den Pool kommen, bekommen sie sowieso keine Liegen mehr. Es spielt keine Rolle welche Landsleute in ihrem Hotel Urlaub machen, Handtuchreservierungen sind international üblich. Manche Hoteliers versuchen zwar mit Verboten und Drohungen die Liegenreservierungen zu verbieten, aber solange nicht genügend Liegen für alle Gäste zur Verfügung stehen, muss man diese Verbote ignorieren. Sie haben schließlich dafür bezahlt.
Eine geeigneter Tagesablauf für einen Tag am Pool beginnt um sechs Uhr. Im Schlafanzug
sollten sie sich schleunigst auf den Weg zum Pool machen, um ihre Liegen mit ihren
Handtüchern zu markieren. Sie können sich dann ruhig noch mal hinlegen, denn erst gegen
8 Uhr müssen sie noch mal zu ihren Liegen, weil dann das Reinigungspersonal des Pools
entweder ihre Handtücher nass gespritzt, oder alle Handtücher auf einen Stapel geworfen
hat, um die Liegen zu reinigen.
Aber jetzt können sie gemütlich zum Frühstück gehen. Anschließend wäre doch shopping
nicht schlecht, bevor es heiß wird. Lassen sie sich ruhig Zeit, Ihre Liegen sind ja
reserviert. Vielleicht noch ein Cappuccino oder Grappa, es ist ja Urlaub. Wenn sie dann so
gegen Mittag ins Hotel zurückkehren, würde ich nicht zum Pool raten, weil die
Mittagssonne im Süden doch recht gefährlich ist. Halten sie es wie die Einheimischen:
Suchen sie sich ein schattiges Plätzchen unter Bäumen, am besten dort, wo sie das
fröhliche Treiben am Strand oder am Pool bei einem kühlen Longdrink beobachten können.
Oder sie legen sich einfach ein Stündchen in ihr Hotelzimmer aufs Ohr. Lassen sie sich
ruhig Zeit, Ihre Liegen sind ja reserviert.
Wenn am Nachmittag die Mittagssonne etwas an Brennwirkung verloren hat, ist es die
richtige Zeit für eine kurze Abkühlung im Pool, am Besten zwischen dem Wasserballturnier
und dem Wasserpolo. Danach können sie auch beruhigt ihre Handtücher von den Liegen
nehmen, denn, so gegen halb fünf verlassen die meisten Leute den Pool, um sich auf das
Abendessen vorzubereiten.
Sie sollten sich aber auch mal einen Tag am Strand oder am Pool genehmigen. Ein
besonderes Erlebnis sind die Lebensgeschichten oder die herausragenden beruflichen und
privaten Leistungen der Liegennachbarn. Keine Sorge, sie bekommen alles mit. Die Liegen am
Pool oder am Strand sind so eng gestellt, dass sie nichts verpassen.
(TOP)
Die Reiseveranstalter stellen mit der lokalen Reiseleitung immer jemanden für sie zur Verfügung, der sich um ihre Belange kümmern soll. Sie ist ihnen behilflich bei der Vermittlung von Leihwagen, Ausflügen. An guten Tagen (keine Touristenbeschwerden, wenig los usw.) können sie von der Reiseleitung den ein oder anderen touristischen Hinweis bekommen, auch wenn sie keinen Leihwagen bei ihr buchen. Beschwerden und Probleme, die das Hotel betreffen, leitet sie je nach Schwere an das Hotelmanagement weiter, denn dafür ist sie nun wirklich nicht zuständig. Kümmern muß sie sich allerdings bei Massenbeschwerden, wenn zum Beispiel das Essen so ungenießbar ist, dass Magen- und Darmkrankheiten ganze Anlagen zur Quarantänestation werden lassen. Trotzdem, die Reiseleitung wird nicht müde ihnen zu versichern, dass diese Zustände abgestellt werden, durch wen auch immer. Sie kündigt ihren Besuch in der Küche und dem Restaurant an, und schon wird das Essen besser; zumindest für den Tag ihres Besuches dort. (TOP)
Wenn sie die bei den Reiseleitungen vor Ort unter Vertrag stehenden Geschäfte,
Gaststätten, Tavernen oder Bodegas kennen lernen wollen, buchen sie bei ihr eine der
sündhaft teuren Ausflugstouren. Sie werden in der Regel mit den ihnen schon vom Flughafen
bekannten Massenbeförderungsmitteln selbstverständlich auch an die ausgeschriebenen
touristischen Ziele gebracht.
Nun, ich muss allerdings zugeben, dass es besonders in südlichen Ländern angeraten ist,
sich nicht mit einem Leihwagen den Landsleuten der Urlaubsländer in den Weg zu stellen.
Sie fahren sie einfach über den Haufen. Außerdem gelten die Verkehrszeichen und Ampeln nur für
Touristen, die Einheimischen beachten sie nicht weiter.
(TOP)
Sollten sie es doch nicht lassen können und einen richtigen Erlebnis- oder Abenteuerurlaub zu suchen, gehört einfach die Anmietung eines Leihwagens dazu. Diese Aktion verantwortet nicht der Reiseveranstalter, sondern ist ihr Privatrisiko, dass sie mit einem der lokalen Leihwagenanbieter eingehen. Das teuerste Angebot, weil rundum versichert, bekommen sie bei der Reiseleitung, denn die arbeiten immer mit einem Verleiher zusammen und verdienen sich so etwas neben bei. Glauben sie aber ja nicht, dass diese Autos immer verkehrssicher sind oder etwa dem mitteleuropäischen Standard entsprechen. Sie können davon ausgehen, je südlicher ihr Urlaubsland, desto unsicherer sind die Autos. Auch international bekannte Firmen sind keine Garantie, dass sie einen sauberen, gepflegten und verkehrssicheren Wagen bekommen. Alle Anbieter haben nur eines im Sinn: Der Wagen muss jeden Tag laufen, sonst bringt er nichts ein.
Aber nur keine Panik. Wenn sie unterwegs sind und es kommen ihnen Autos mit Lichthupe entgegen, können sie davon ausgehen, dass sie kurz davor sind, irgendwelche Teile zu verlieren. Auch die Lichthupe hinter ihnen fahrender Autos kann das bedeuten. Es kann aber auch sein, dass sie nichts am Wagen haben und es sich um Ganoven handelt, die sie nur zum Anhalten bewegen wollen, um sie auszurauben.
Vor einem können sie allerdings sicher sein: Die Lichthupe bedeutet niemals: "Nun fahren sie mal schneller" oder "fahr an die Seite, ich will dich überholen". Das machen die Einheimischen sowieso an allen möglichen und vor allem an unmöglichen Stellen. (TOP)
Ich hoffe, ich habe ihnen so richtig die Freude auf den nächsten Pauschalurlaub genommen und erwarte jetzt von ihnen, dass sie entweder ihre schon gebuchte Reise stornieren oder gar nicht erst ins Reisebüro hingehen. Sie sollten auch unbedingt in diesem Jahr Mallorca, Gran Canaria und Djerba meiden. Ich werde bei meinen bereits gebuchten Pauschalreisen prüfen, ob ich mit meinen Ausführungen über den Pauschalurlaub Erfolg hatte und freue mich schon auf leere Flugzeuge, freundliche Stewardessen, klimatisierte Busse, das Zimmer in der 8. Etage links mit Meerblick und jede Menge freie Liegen am Pool. Ich trage mich auch mit dem Gedanken, diese Tipps für Pauschalurlauber ins Englische, Holländische und Französische zu übersetzen. (TOP)