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SüdafrikaGarten Route und NationalparksEine Busrundreise April-Mai 2006 |
Entgegen unserer bisherigen Urlaubsphilosophie unternahmen wir diesmal eine organisierte Busrundreise. Der Sicherheitsaspekt spielte eine mitentscheidende Rolle. Ohne die genauen Gegebenheiten vor Ort zu kennen schien uns eine geführte Reise sicherer. Ein Vorteil war auch, dass wir an alle wesentlichen Highlights gezielt herangeführt und gleichzeitig mit Hintergrundwissen versorgt würden. Eventuelle Nachteile, die man so von Busreisen schon mal gehört hatte, wollten wir in Kauf nehmen.
Kurz gesagt, wir sind nicht enttäuscht worden, nein, unsere Erwartungen wurden im positiven Sinne übertroffen. Es war ein anstrengendes aber wundervolles Urlaubserlebnis, wobei aber auch alles gut zusammengepasst hat: Die Mitreisenden in unserer Gruppe waren ohne Ausnahme angenehme Leute, beide Reiseleiter sorgten für eine angenehme Atmosphäre und Organisation. Schließlich und Endlich ließ uns das Wetter nicht im Stich. Mit diesem Hintergrund würde ich jederzeit wieder eine Busrundreise in ein Land machen, in dem eine individuelle Tour ohne besondere Vorbereitung problematisch werden könnte, auch mit dem gleichen Reiseveranstalter. Mit dem heutigen Hintergrundwissen würde ich eine erneute Südafrikatour selber planen und durchführen.
Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Gartenroute?
Nein, es werden nicht die Gärten der dort lebenden Menschen besucht, obwohl
man das manchmal auch gerne tun würde.
Der Begriff Gartenroute wurde schon vor
Jahrhunderten von den Besuchern der Landschaft zwischen Kapstadt und
Port Elizabeth geprägt. Und die Feststellung von damals hat heute noch ihre
Gültigkeit: Die Menschen in dieser Region wohnen wie in einem wunderschönen großen Garten,
so schön und abwechslungsreich ist hier die Landschaft. Auch im
südafrikanischen Herbst lohnt sich die Reise, doch um wie viel schöner muss
erst das Frühjahr sein.
Drei Tage in Kapstadt und Kaphalbinsel reichte uns
völlig aus. Die anschließenden rund 1200 Buskilometer bis Port Elizabeth
waren gut zu überstehen und ausreichend, um einen ersten Eindruck vom Land zu
bekommen. Die ca. 1000 Kilometer lange Strecke von Port Elizabeth bis Durban legten wir
mit dem Flugzeug zurück.
Von Durban fuhren wir weiter in den östlichen Teil Südafrikas. Der Hluhluwe-Umfolozzi Nationalpark unterhalb von
Swaziland war ein sehr schönes Erlebnis, genauso wie der Krüger Nationalpark, oberhalb von
Swaziland. Der Rückflug erfolgte von Johannesburg, deshalb
waren auch die Städte Johannesburg und Pretoria in der Reise eingeschlossen.
Mit der Zugfahrt am 26. April vormittags begann das kalkulierte Abenteuer. Problemlos erreichten wir das Flughafenterminal vier Stunden vor Abflug. Der CheckIn Schalter öffnete gerade, so dass die schon wartende Schlange schnell kürzer wurde.
Der Airbus der South African Airways hob mit 20 Minuten Verspätung um 17:45 Uhr ab. Der Sitzabstand reichte aus, er hätte vielleicht noch etwas mehr sein können für meine langen Beine. Moderne Flugzeuge zeichnen sich heute leider dadurch aus, dass die Sitze schmaler sind als in "alten" Maschinen. Ich möchte mal wissen, ob die Sitzkonstrukteure mal länger als 8 Stunden in ihren eigenen Sitzen gesessen haben, in der Hähnchenklasse, versteht sich. Vorteil der neuen Flugzeuge ist, auch in der Hähnchenklasse kann man das Unterhaltungsprogramm für den 12 Stunden dauernden Flug individuell an seinem eigenen Bildschirm wählen.
Der Service der SAA Flugbegleiter war gut. Freundlich und zügig wurde der
Bordservice durchgeführt. Ansagen wurden in Deutsch und Englisch gemacht, das
Essen (Hin- und Rückflug) war reichlich und gut. Getränke gab es reichlich, sogar leckeren südafrikanischen Wein.
Nachts konnte man sich auch selbst etwas holen und wurde deswegen nicht angemault.
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Stadt und den dahinter liegenden Tafelberg hatten, legte Richard, unser Reiseleiter, den ersten Fotostop ein.Der Tafelberg präsentierte sich im Morgendunst ohne eine einzige Wolke, das ist auch für die Kapstädter eine Seltenheit. Deshalb wurde die Stadtrundfahrt unterbrochen und stattdessen der Besuch des Tafelberges eingeschoben, bevor die ersten Wolken sich wieder wie ein Tischtuch über den abgeflachten Berg ausbreiten konnten. Das kann manchmal innerhalb von Minuten geschehen. Mindestens dreiviertel seiner Touren, erzählte uns Richard, konnten wegen des Wetters nicht auf den Berg, weil auch die Seilbahn gar nicht erst in Betrieb war. Der Berg ist meist wolkenverhangen und es stürmt heftig dort oben.
In dem Naturpark hier oben gibt es Rundwanderwege und an vielen Stellen
Aussichtsplattformen. Die Ausblicke waren einfach unbeschreiblich schön,
auch wenn der Morgendunst noch nicht ganz verschwunden war. Nach
Westen liegt einem an der weit
geschwungenen Table Bay, Downtown und der Hafen zu Füßen.
Nach Norden und Osten zieht sich die Stadt um den
Tafelberg herum. Nach Süden schaut man auf die Kaphalbinsel. Uns war eine
sensationelle Fernsicht vergönnt, wir konnten die gesamte Kaphalbinsel
überblicken bis hin zum Kap der Guten Hoffnung und Cape Point. Leider hatten
wir für dieses Highlight nur eine Stunde zur Verfügung. Bei dem Wetter wären
wir gerne länger geblieben und hätten den ganzen Berg erkundet. Falls wir
mal wiederkommen, werden wir genau das tun.Vom Tafelberg aus begann die Stadtrundfahrt durch Downtown Kapstadts. Der
Bus fuhr kreuz und Quer durch die menschenleere Innenstadt, die wie
ausgestorben an diesem Feiertagsvormittag wirkte. An Werktagen ist die City
aber auch nur von 9 bis 17 Uhr in Betrieb. Außerhalb dieser Zeiten wird sie zur
Geisterstadt. Weiße wohnen nicht mehr in der Innenstadt, sie besitzen hier auch keine
Geschäfte mehr. Die Wohnhäuser und Geschäfte sind von den Schwarzen
übernommen worden. Es machte alles einen heruntergekommen und ungepflegten
Eindruck. Viele Bürogebäude stehen leer. Die Schwarzen bauen alles ab, was nicht niet-
und nagelfest ist und verscherbeln es auf irgendwelchen Märkten. Die Weißen leben und arbeiten
jetzt mehr in den Außenbereichen der Stadt, wo neue Bürogebäude und
Einkaufszentren (Malls) entstanden sind und noch entstehen.
Wir wurden
eindringlich davor gewarnt, uns nach dem Dunkelwerden in der City
aufzuhalten, es sei denn, wir wollten uns gerne ausrauben lassen.
Die Gründung Kapstadts war eigentlich gar nicht geplant. 1652 hat der Holländer
Jan van Riebeek am Fuße des Tafelberges einen Gemüsegarten angelegt,
um die Versorgung der Seeleute auf dem Weg von und nach Indien mit frischen
Lebensmitteln sicherzustellen. Um diesen, vom Tafelberg vor den starken
Ostwinden geschützten Garten herum, der heute als Park mit
angrenzenden Museen und Galerien erhalten wird, entwickelte sich Kapstadt.
Ein kleiner Fußmarsch durch Company's Park sorgte dafür, dass wir im Bus nicht einschliefen.
Der Parallelbus der Mammutreisegruppe war nicht zu sehen. Unsere Koffer wurden von den
Kofferträgern ausgeladen, die Schlüssel lagen bereit und das
Willkommensgetränk erfrischte die Erschöpften. Natürlich wurden die Koffer auf die
Zimmer gebracht. Diesen Service gibt es in allen Hotels in Südafrika und
gehört zum Standard.Unser Zimmer lag im 17. Stock mit einem tollen Ausblick auf Kapstadts Stadtteil Sea Point, den Atlantik und Lions Head. Drei Sterne waren für die Zimmer gerechtfertigt, aber auch nicht mehr. In unserem Zimmer funktionierte alles und es war auch nichts kaputt. Andere hatten wohl nicht so viel Glück mit den Zimmern, da funktionierte mal die Toilettenspülung nicht, da schloß das Fenster nicht mehr richtig. Es kam zwar sofort jemand, der es reparieren wollte, allein der Wille reichte nicht. Das Haus schien schon mal bessere Tage gesehen zu haben. Das Hotel hat in der obersten, der 21. Etage ein Drehrestaurant und eine Bar. Ich will es schon mal vorwegnehmen: Das Restaurant ist sehr zu empfehlen.
Als in der Nacht vor der Abreise der leichte Wind sich vom Sturm zum Orkan auswuchs, hatten wir das Gefühl, dass der Boden im Zimmer zu schwanken begann. Der Sturm pfiff um das Gebäude herum und man hatte den Eindruck, der Wind fand den Weg leicht durch die Fenster hindurch Richtung Tür.
Den schönen, erlebnisreichen aber langen Tag ließen wir beim Italiener, der
dem Hotel gegenüberliegt, bei Pasta, Pizza
und Wein ausklingen.
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Kaphalbinsel:
25°C
Je näher wir dem Kap kamen, umso mehr zogen ein paar Wolken auf, es wehte ein leichter Wind aus SO.
Dieses Wetter ist völlig atypisch für diese Region. Meist bläst ein kräftiger Sturm.
Nach knapp 20 Kilometer tat sich ein
weites wunderschönes Tal an einer verträumten Bucht mit einem kleinen Fischerhafen auf:
Hout Bay.
Für 50 Rand wurde uns am kleinen Hafen die Gelegenheit gegeben mit einer kleinen Barkasse aus der Bucht hinaus zu einer
Robbenbank zu fahren. Die Fahrt war kurz, ein paar Seehunde lagen faul in der Morgensonne.
In den Sommermonaten sollen bis zu 5000 Robben die Felsen bevölkern. Obwohl
das Meer sehr ruhig war, schwankte die Barkasse ganz schön; also bei
richtigem Seegang wird man sicher ordentlich durchgeschaukelt. Das Panorama,
welches uns in dieser Bay geboten wurde, war einfach nur traumhaft.
Gegenüber des kleinen Städtchens tauchte aus dem Morgendunst Chapman's Peak auf, eine Straße, die sich zwischen Ozean und Gebirge nach Süden schlängelt.
Bei der Rückkehr im Hafen wurden wir von einem Trupp Schwarzer, in bunten Kostümen
herumhopsender Pseudo-Sambatänzer empfangen, die in einem Hut auf Trinkgeld
hofften. Jetzt wurde uns noch reichlich Zeit gegeben, um über mittlerweile aufgebauten Markt zu schlendern.
Dort konnte man gute und günstige Handwerkskunst, aber auch die normalen Touristenmitbringsel kaufen.
Der Parkplatz füllte sich mit immer mehr Bussen, und die Ausflugsboote wurden
immer voller. Richard wusste schon, warum er
so früh mit uns hier war.
Chapman's Peak ist seit 2005 nach einer jahrelangen Reparaturzeit wieder
geöffnet und gebührenpflichtig. Die ca. 5 Kilometer lange Straße beginnt an
der Hout Bay und zieht erstmal sich am Berg hinauf. Von weitem vermutet man
dort gar keine Straße. In den 1920gern wurde sie von Sträflingen in den Berg gehauen
und förmlich drangeklebt. Es wundert nicht, dass
auf dieser Straße durch herabfallende Gesteinsbrocken schon Autos demoliert und Menschen ums Leben gekommen sind, denn auf der einen Seite
der Straße türmen sich hunderte Meter hohe Granitfelsen steil auf, während auf der anderen Straßenseite es sofort steil nach unten ins Meer geht.
Dicke Stahlnetze sichern die Straße heute vor herabfallendem Geröll.
Chapman's Peak ist eine mit traumhaften Panoramen gespickte und
damit eine der schönsten Straßen dieser Welt.
Quer über die Kaphalbinsel hinüber erreichten wir die False Bay, die zum Indischen Ozean gehört und
folgten dort direkt am Meer der Straße nach Süden.
Der nächste Stopp wurde an Boulders Beach eingelegt,
einem Naturreservat für Pinguine. Der Eintritt war inklusive und es lohnte sich, den lustigen Gesellen
beim Brüten, Spielen oder Schwimmen in freier Wildbahn zuzuschauen.
Weiter auf der Küstenstraße schauten uns die Baboos hinterher, eine Pavianrasse, die sich auf Autodächer von parkenden Touristenautos setzen, um etwas vom Proviant abzubekommen, wenn die Leute zum Picknick anhielten. Man sollte die Paviane nicht füttern. Denn in der Affenhierarchie stehen die, die das Futter beschaffen, auf der untersten Ebene. Und wenn ein Pavian noch Hunger hat und er bekommt nichts mehr, weil den Menschen der Proviant ausgegangen ist, werden sie unberechenbar und böse und greifen den Untergeben an. Oft sind Touristen deshalb schon schwer verletzt worden.
Endlich wurde es spannend, denn wir erreichten den eingezäunten Naturpark des südlichsten Punktes der Kaphalbinsel mit dem Kap der Guten Hoffnung und Cape Point. Eingezäunt ist dieser große Bereich deshalb, um die Ursprünglichkeit der Natur vor dem Menschen zu schützen. Nirgendwo anders wie hier, trotzen der niedrige Fine Bush, viele niedrige Sorten Proteen und Eriken der üblicherweise von Stürmen und extremen Wetterbedingungen heimgesuchten Natur. Speziell für unseren Besuch war allerdings ruhiges mildes und sonniges Wetter bestellt worden, von wem auch immer, so dass wir uns in Sommerkleidung ohne weiteren Wetterschutz dem Kap nähern konnten. Der Eintritt in den Naturpark war inklusive.
Zuerst steuerte der Bus den Parkplatz am Cape Point an, das touristisch erschlossene Kap, nicht zu verwechseln mit dem
Kap der Guten Hoffnung, das den geografisch gesehen südwestlichsten Punkt
Afrikas bezeichnet.
Um den Parkplatz herum liegen die
üblichen Restaurationen und Shops. Mit einer Zugseilbahn auf Schienen kann man sich zur Bergstation
fahren lassen oder man läuft den Weg in ca. 20 Minuten hinauf. In der
Bergstation kann man sich
auf Informationstafeln über die Geschichte, die Geographie und Meeresbiologie des Kaps und
der beiden
zusammentreffenden Ozeane informieren. Schon hier hat man einen
sehr schönen Blick auf die Kaphalbinsel. Über einen gartenähnlichen Aufstieg mit Wegen und Treppen erreicht man den Leuchtturm und die
obere Aussichtsplattform. Man kann auch um den Aufstieg herumgehen, um die hinter dem Leuchtturm liegenden Felsen
und das Ende der Kaphalbinsel erreichen - es liegt mehr östlich als das Kap der
Guten Hoffnung-. Bei gutem Wetter und guter Sicht, ja das gibt es hier auch mal
und wir durften das erleben,
kann man den ca. 50 Kilometer entfernt liegenden Tafelberg sehen. In Richtung Osten liegt die
False Bay, die dem warmen Indischen
Ozean angehört, im Westen der kalte Atlantische Ozean. Eine Grenze zwischen beiden
Ozeanen sahen wir nicht, dazu gab es wohl
an dem Tag zu wenig Wellen.
Nach ausgiebig viel Zeit ging es dann hinüber zum Kap der
Guten Hoffnung. Wir hatten es schon geahnt, dennoch war die Enttäuschung
groß. Zumindest ich hatte mir
nicht vorgestellt, dass dieser geografisch so bekannte Punkt der Erde einfach
nur ein steiniger unwirtlicher Strand ist, begrenzt von einer
rauhen Klippe, markiert mit einem Holzschild. Wenn "Cape Of Good Hope" nicht auf dem Holzschild gestanden hätte,
man hätte sonst wo auf der Welt stehen können.
Es ist für die Seefahrt ein
immens wichtiger geografischer Punkt, für uns Landratten ist es nur ein
Holzschild. Erinnerungen an den südlichsten Punkt der USA wurden wach, der ganz
unattraktiv mit einem angestrichenen Betonklotz an irgend einer Straßenecke auf
Key West gekennzeichnet ist. Die landschaftliche Attraktivität von Cape Point hätte viel mehr
zur Wichtigkeit eines Kap der Guten Hoffnung gepasst.
Oft sind die Japaner immer schon da, wenn man an touristischen Zielen ankommt. Diesmal waren es mindestens 20 Chinesen, die sich auch noch alle einzeln und jeder mit jedem mit dem Holzschild fotografieren lassen wollten. Und das dauerte ewig, bis die fertig waren. Obwohl wir ja mit 40 Leuten in der Überzahl waren, schafften wir es erst nach böse schauen und herummaulen, uns jeder einzeln und jeder mit jedem mit dem Holzschild fotografieren zu lassen.
Am Nachmittag kehrten wir über Scarborough, Ocean View und die Stadtteile hinter dem Tafelberg nach Kapstadt zurück, und schlossen unsere Tagestour mit einem Besuch im Botanischen Garten, der auf der Rückseite des Tafelberges liegt, ab. Der Eintritt war inklusive. Auch im Herbst ist dieser Garten sehr attraktiv und ließ erahnen, mit welcher Duft- und Blütenpracht er erst im Frühjahr seine Besucher in der Bann ziehen würde. Ich musste Richard bewundern, der erst am Kap mit geologischem und geschichtlichem Fachwissen glänzte und uns nun mit botanischen Einzelheiten den Garten erklärte.
Das Ende eines wundervollen Tages nahte.
Den Abend ließen wir ausklingen bei einem Abendessen im eleganten
Drehrestaurant in unserem
Hotel Ritz. Bei Kudu-Steak und einer herrlichen Flasche Rotwein drehten wir uns während des Mahls einmal
um unsere eigene Achse mit einem wunderschönen Ausblick auf die Lichter der
Stadt.
Das Restaurant kann ich nur weiterempfehlen. Das Essen und der Wein ist zwar für südafrikanische Verhältnisse sehr
teuer doch in Deutschland hätten wir für dieses Mahl in diesem Ambiente wesentlich mehr bezahlt.
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Wir gaben uns stattdessen einem sehr entspannten Tag in der Waterfront hin. Das sehenswerte 2 Oceans Aquarium besuchten wir als erstes. Die dort herumlaufenden Bediensteten sind sehr freundlich und beantworten auch gerne mal Fragen. Englisch sollte man aber schon sprechen. Wir schlenderten später durch den Craft Market, in dem wir teilweise die Souvenirs wiederfanden, die gestern in Hout Bay am Hafen für die Hälfte angeboten wurden. Viele Cafes und Restaurants mit Außenbestuhlung laden bei einem Cafe Latte zum Verweilen und zum Beobachten der Leute ein. Auf vielen Bänken kann man seine müden Füße ausruhen mit Blick auf das bunte Treiben im Hafen oder mit Blick auf den Tafelberg. Das Wetter schien umzuschlagen. Es war zwar immer noch sonnig und warm, doch ein Wind machte sich auf und der Tafelberg hatte endlich sein berühmtes weißes Tischtuch. Ein flaches Wolkenband lag auf dem Berg und waberte, angetrieben durch den stärker werdenden Wind, den steilen Hang hinunter, wobei sich die Wolken einfach auflösten. Bei solchem Wetter fährt die Seilbahn auch nicht. Bloß gut, dass wir schon oben auf dem Berg waren, als keine Wolke zu sehen war.
Die Waterfront ist in den letzten Jahren aus der Renovierung und dem Umbau der
alten Hafengebäude entstanden und dient allen Kapstädtern als riesige Freizeitanlage, in
der man sich beruhigt auch bis in den späten Abend ohne Angst vor Überfällen aufhalten kann. Man kann hier Wassertaxis mieten oder
mit Ausflugschiffen nach Robben Island fahren, die Insel, auf der Nelson Mandela gefangen gehalten wurde.
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Um 8 Uhr rollten die Räder. Auf der Autobahn N1 ging es aus dem stürmischen Kapstadt heraus.
Ziel war heute das ca. 500 Kilometer entfernte Oudtshoorn.
Der Bus verließ die Autobahn N1 bei Paarl,
um die landschaftlich schönere Bergstraße über Worcester zu nehmen. Von hier oben bot sich uns eine phantastische Aussicht auf die Weinregion bei
Paarl und bei klaren Wetter konnten wir den in ca. 80 Kilometer entfernt liegenden Tafelberg sehen. Auf der
Route 62 ging es weiter über Robertson, Ashton, Montagu, Barrydale und
Ladismith (mit 'i') nach Oudtshoorn.
In der gartenähnlichen Landschaft in den Bergen wirken diese kleinen
hübschen und blitzsauberen Orte wie kleine Edelsteine im Gegensatz zur rauen und lauten Wirklichkeit Kapstadts.
Die Kriminalitätsrate in dieser Gegend ist gleich Null. Die freundlichen Menschen leben hier auf fruchtbaren Böden
und bauen Obst und Wein für sich und den Export an. Gerne wären wir ausgestiegen um die
Orte und die Gegend zu erkunden. Falls wir mal wiederkommen, werden wir genau
das tun. Bei unserer Bustour blieb diese Zeit nicht.
Durch fruchtbare Täler, über
Bergpässe mit schroffen Felsen hindurch erreichten wir bei Barrydale die Halbwüste Klein Karoo,
was Afrikaans ist und soviel bedeutet wie Trockenes Land. Die rund 1000
Kilometer langen Langen Berge im Osten halten den
meisten Regen, der von den Wolken des Indischen Ozeans herangetragen wird, ab. Im Westen wird die Halbwüste von den
Schwarzen Bergen (Swart Berge) begrenzt.
In den Bergen verschlechterte sich das Wetter und als wir die Klein Karoo erreichten. Wir hatten das zweifelhafte Glück den ersten Regen seit 8 Monaten in der Halbwüste zu erleben. Im Sommer liegen die Temperaturen hier bei 40-45 Grad, doch bei Rastpausen zogen wir uns unsere Jacken an, um nicht zu frieren. Die rund 300 Kilometer weite Ebene der Klein Karoo schien endlos. Graslandschaft wechselt sich mit Weidelandschaft ab, hier kann nur noch Schafzucht betrieben werden. Pausen wurden an an der Straße liegenden kleinen Farmen mit kleinen Tante Emma Läden gemacht, die Toiletten zur Verfügung stellten. Dafür durften wir in den herrlich nach frischem Obst und Gewürzen, hausgemachter Marmelade und Honig duftenden Laden die Erzeugnisse des Farmers günstig einkaufen. Die üblichen Touristen-Souvenirs wurden natürlich auch teuer angeboten.
Die Gegend um Oudtshoorn ist recht eben und sehr gut geeignet für
die Straußenzucht. Nach der langen Fahrt waren wir froh, uns endlich die Beine etwas vertreten
zu können. Nebenbei wurden wir in die Aufzucht und die Verwertung (hört sich
schlimm an, ist es aber nicht) der Strauße eingewiesen. Auf den geschichtlichen
Hintergrund möchte ich hier mal verzichten. Fakt ist, heute werden Strauße wegen
des schmackhaften Fleisches gezüchtet, die Zeit der Federbarone ist vorbei.
Der Rest, die Federn als Staubwedel,
die Lederhaut als Handtaschen und die leeren, nicht befruchteten Eier buntbemalt, gelangen in die Souvenirindustrie. Rührei von einem Straußenei entspricht ca. 25 Hühnereiern.
Das ca. 1,5 Kg schwere Ei müsste man 1,5 Stunden kochen, um ein weichgekochtes Ei zu bekommen.
Die Eier sind so stabil, dass sich jemand mit gut 100 Kg
Gewicht auf diese draufstellen kann, ohne dass es knackt. Fachkundig wurden wir
durch eine ausgewanderte Deutsche Mitarbeiterin der Farm durch das Farmgelände
geführt.
Zu guter letzt schwangen sich noch 3 Angestellte der Farm auf 3 Strauße und führten ein
-nicht ernstzunehmendes- Straußenrennen durch. Die Trinkgelder für die
angestellten Schwarzen
dienten ihnen auch zum Unterhalt ihrer Familien. Bloß gut, dass schon die Dämmerung einsetzte,
sonst hätten die armen Tiere womöglich auch noch mit dem ein oder anderen schwergewichtigen Touristen
laufen müssen.
Der obligatorische Besuch im zugehörigen Straußenfarm Souvenir Shop stand im Plan und war Abschluß des Besuches der Straußenfarm. Als wir die Preise sahen, verging uns die Kauflust, auch wenn die Souvenirs aus eigener Produktion zu sein schienen.
Es war schon dunkel, als wir das Hotel erreichten. Kofferservice wie gehabt, Schlüssel und Begrüßungstrunk auch. Es ist sehr angenehm, so aufmerksam versorgt zu werden. Und es war auch gut so, denn der Aufzug war defekt. Trotzdem waren die Koffer schnell auf den Zimmern. Am anderen Morgen hat sogar der Geschäftsführer im weißen Hemd und Anzug mitgeholfen, die Koffer zum Bus zu tragen.
Das Hotel machte einen guten Eindruck, die waren Zimmer groß und geräumig mit sehr guter Einrichtung, die
besten Betten auf der gesamten Reise, sogar mit richtigen Steppdecken. Leider verdiente das Restaurant weniger
gute Noten, weder das Abendessen in Büffetform noch das Frühstücksbüffet stellte wenig Auswahl für teures Geld
zur Verfügung. Teilweise waren die warmen Speisen kalt. Das Restaurantpersonal war schwer
überfordert, dabei war es gar nicht mal so voll, die andere Busgruppe war in
einem anderen Hotel untergebracht. Mitreisende, die Abends nebenan im Restaurant
Feijne Keuken gegessen hatten, zahlten weniger als wir und bekamen wesentlich besseres Essen von
freundlichem aufmerksamen Personal.
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Der Weg führte schnurstracks durch die Langen Berge hindurch Richtung Südosten nach Mossel Bay. Kommt man aus den Langen Bergen heraus, entfaltet sich eine flache fruchtbar grüne Landschaft bis zum Indischen Ozean und dem Ort. Aus Reiseführern wusste ich von der Schönheit dieser Bay und dem Ort. Von einer aufstrebenden Ölindustrie stand da nie etwas, auch nicht von dem wenig attraktiven Ortszentrum. Trotzdem haben viele Südafrikaner hier ihre Ferienhäuser, die stehen aber so dicht gebaut wie die der Townships der Schwarzen. Hier würde ich kein Urlaub machen wollen.
Bartolomeu Diaz entdeckte 1487 diesen Ort, weil er,
bedingt durch einen
Sturm von seinem Weg nach Kapstadt am Kap abgetrieben wurde und deshalb hier oben landete.
Er nutze Mossel Bay aber nur zum Auffüllen seiner Vorräte und machte einen Baum zu einem Briefkasten, der mehrere
Jahrhunderte von allen Seefahrern genutzt wurde. Dieser 500 Jahre alte Baum steht heute noch neben dem
sehenswerten Bartolomeu Diaz Museum. Darin ist unter anderem der Nachbau seines
Schiffes zu sehen, mit dem er hierhin unterwegs war.
Die attraktiveren Feriengebiete beginnen
erst, wenn man Mossel Bay nach Nordosten Richtung
George verläßt. Die Straße führt am Indischen Ozean entlang, wobei die Landschaft immer traumhafter und wilder wird.
Der Ort Wilderness heißt nicht umsonst so. Sedgefield,, ein von Deutschen Rentnern und Pensionären
bewohnter Ort, liegt gleich dahinter an traumhaften breiten und leeren Stränden und einem
Naturpark im Hinterland, der von den Langen Bergen begrenzt wird. Hier hat auch der ehemalige Präsident Botha, der
die Politik der Apartheid eingeführt hatte, seinen Ruhesitz. Die jetzige
Regierung hat ihn für seine Politik auch mit einer Geldbuße von 5000 Rand bestraft, das
mögen so ungefähr 650 Euro sein.
Irgendwann erreichten wir Knysna, wo wir eine Mittagpause einlegten. Knysna ist
ein typischer Touristenort mit einem hübschen kleinen Hafen, gelegen an einer weiten Lagune.
Es gibt einige Restaurants mit Außenbereichen, von denen man beim Essen dem
Treiben der Menschen zuschauen kann. In einer Fußgängerzone kann man in
kleinen Geschäften herumstöbern. Vor dem Hafen liegt die Endstation der
Schmalspurbahn mit dem Namen Outeniqua Choo Tjoe,
die durch die wilde und zauberhafte Landschaft Richtung Wilderness und zurück verkehrt.
Wir hätten alternativ zur Busstrecke auch mit der Bahn fahren können, aber
uns wurde vermittelt, dass die Busstrecke genauso phantastisch sei. Nun, heute
bin ich mir da nicht mehr so sicher, ob das der einzige Grund war, um uns im
Bus zu halten.
Leider wurden alle Touristen vor dem Bahnhof von Schwarzen Mummies
belästigt, die unbedingt ihre bunten Tücher verkaufen wollen.
Übrigens ist eine Schmalspurbahn in Südafrika nichts Besonderes. Aus heute unerfindlichen Gründen hat mal einer damit angefangen und nicht gewusst, dass er damit zu einem grenzüberschreitenden Problem Südafrikas beitragen würde.
Am Nachmittag erreichten wir Plettenberg. Es zeigte sich als vornehmes, elegantes und entsprechend
teures Urlaubsstädtchen
an der gleichnamigen Bay. Im Ort selbst hielten wir beim Durchfahren nicht, dafür fuhren wir einen Aussichtspunkt an, von
dem man aus den Ort sowie die weit geschwungene Bay überschauen konnte. Am späten Nachmittag hatten wir
noch Gelegenheit auf einem gewundenen Weg durch durch dichtes Gestrüpp an die Bay zu
laufen. Es war recht stürmisch. Obwohl Richard vor dem Baden im Meer wegen
starker Strömungen warnte, ließen es sich einige nicht nehmen, sich in die
Fluten zu stürzen. Sonst war der Strand menschenleer.
Das Restaurant passte sich wiederum der Lobby an. Es war wirklich sehr edel eingerichtet; darum kam wieder ein Stern
hinzu. Die Büffets am Abend und das Frühstück am nächsten Morgen, es gab sogar
Graubrot und Bratfisch, waren reichlich und sehr gut. Das Personal war leider
wieder mal überfordert und völlig unaufmerksam und wir hatten den Eindruck, dass sie entweder keine
weißen Gäste mochten, oder wir als Busreisende selber zu wenig Sterne trugen. Es hatte mehr mit sich selbst zu tun und kümmerte sich
weniger um die Gäste - unsere Busleute waren die einzigen, die ich ausmachen konnte.
Meine Sternrechnung kam in Summe auf 2,75. Bei der Abfahrt erzählte uns ein
Pärchen, dass sie vor vielen Jahren schon einmal hier gewesen wären, und
damals wären die 5 Sterne in allen Bereichen noch gerechtfertigt gewesen.
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Um 10 Uhr rollten die Räder. Die zu fahrende Strecke bis Port Elizabeth sollte
ca. 280 Kilometer betragen. Die Traumlandschaft änderte sich in eine wilde
mit tiefen Schluchten bis zum Meer reichende zerklüftete Berglandschaft direkt
am Indischen Ozean.
Die erste Rast legten wir ein an der höchsten Brücke Südafrikas, die sich mit 260 m Höhe
über eine tiefe Schlucht spannt. Von der Brücke kann man sich als Bungee Jumper in die
Tiefe stürzen, doch diese Gelegenheit wollte niemand von uns wahr nehmen. Außerdem fing es jetzt
auch noch zu regnen an.
Entlang der Tsitsikamma Berge (Tsitsikamma bedeutet soviel wie rieselndes Wasser) fuhren wir zum gleichnamigen Nationalpark, der sich wohl über 70 Kilometer an der Küste und den Bergen hinzieht. Der Eintritt war inklusive. Der Bus ließ uns auf einem kleinen Parkplatz an einer von Felsen zerklüfteten Bucht raus, an der uns der indische Ozean wild und unbändig mit seinen Wellen durchnässen wollte. Die Ursprünglichkeit des Landes zeigte sich im direkt hinter einem rustikalen Restaurant und Souvenirshop. Über Felsen und eine kleine Sandbucht führte ein rutschiger Weg direkt in den Urwald. Er ist der einzige in Südafrika naturbelassene Urwald, alle anderen Wälder sind mittlerweile aufgeforstet worden mit Fichten und Eukalyptusbäumen. Heimische, südafrikanische Bäume verlieren im Herbst übrigens keine Blätter. Die Bäume, die zum Winter ihr Laub abwerfen sind europäisch und nachgepflanzt.
Im Nationalpark gibt es einige, auch mehrtägige Wanderwege, wie zum Beispiel der Otter-Hiking-Trail, die jedoch täglich nur von kleinen Gruppen besucht werden dürfen und angemeldet sein müssen. Körperliche Fitness wird vorausgesetzt, denn die Trails sind sehr anspruchsvoll.
Es schüttete teilweise wie aus Eimern, so dass auch der dichte Regenwald die Wassertropfen nicht mehr abhalten konnte. Über einen gut zu gehenden Bohlenweg wurde man für ca. eine halbe Stunde ins innere des naturbelassenen Waldes gelockt bis zu einer windigen aber gesperrten Hängebrücke über den Storms River. Dahinter sollten sich Höhlen befinden, die wir aber nicht erreichen konnten, weil die Brücke gesperrt war. Die Baumriesen haben wir leider auch nicht gesehen. Bei dem Sauwetter machte das alles keinen richtigen Spaß.
Zurück im Restaurant war zwar das Essen schon vor 2 Stunden vorbestellt, damit die Bediensteten problemlos alles vorbereiten konnten. Aber es kam zu einem heillosen Durcheinander, weil der Parallelbus mittlerweile auch eingetroffen war. Die Bediensteten des Restaurants waren mal wieder überfordert mit dem Ansturm von 80 hungrigen Deutschen. Doch irgendwie hat jeder irgendwas zu essen bekommen und vielleicht auch das bezahlt, was er verzehrt hatte.
Gegen 16 Uhr und nach rund 200 Kilometern erreichten wir Port Elizabeth, dem Ende des ersten Teils unserer
Südafrika Busrundreise nach einer ruhigen Fahrt durch eine langweilige
Landschaft. Spätestens hier endet auch die Gartenroute, zumindest für uns.
Es regnete in Strömen, es war kalt und trüb. Doch Richard trieb uns zu den
geschichtsträchtigen Stellen oberhalb des Hafens. Fotografieren und Filmen war so gut wie
unmöglich, der Tross löste sich schnell auf und verschwand im trockenen Bus.
Eine kleine Stadtrundfahrt brachte auch hier zu Tage, dass die historische
Innenstadt von den Schwarzen übernommen wurde und seitdem verkommt. Sogar die
Kupferschilder, die eine zum Weltkulturerbe zählende Häuserreihe in der Donkin
Street gekennzeichnet hatten, sind inzwischen demontiert und verscherbelt. Weiße wohnen auch in
dieser Stadt nicht mehr im Zentrum.
Am Flughafen das geordnete Chaos. Wir wurden im Bus gebeten, den Gepäckträgern ihre Arbeit nicht wegzunehmen. Die stürzten sich nämlich bei der Ankunft sogleich auf den Bus, bewaffnet mit einen großen Gepäckkarren, füllten ihn halbwegs, schoben ihn in die überfüllte Halle und wuchteten die Koffer wieder runter auf den Boden. Schon stürzten sich die Kofferbesitzer auf sie, schlugen sich durch die Halle zur Schlange an den CheckIn Schaltern, um die besten Plätze im Flieger zu ergattern. Da sich im Laufe der Reise unzertrennliche Grüppchen gebildet hatten, versuchten die natürlich zusammenhängende Plätze zu organisieren. Das scheiterte spätestens bei den Damen hinter dem CheckIn Schalter. Gisela, meine Ehefrau bekam z.B. genau wie ich selbst einen Fensterplatz: Gisela am rechten Fenster, ich am linken, aber, immerhin in der selben Reihe. Andere Paare hatten auch jeweils ein Fensterplatz, aber der eine vorne, der andere hinten im Flugzeug. Die Unzertrennlichen wurden zum Leidwesen der Organisatoren gänzlich verstreut. Der nette Südafrikaner, der den Platz neben mir einnahm zeigte Verständnis und wechselte mit meiner Ehefrau. Das sei wohl normal, meine er grinsend, die Leute am CheckIn Schalter seien einfach nur dumm.
Nach einer guten Stunde Flug landeten wir in Durban. Das Gepäck war schnell
auf dem Band, und die neuen Reiseleiter warteten schon auf uns. Die beiden Busgruppen blieben so erhalten. Es war schon dunkel als wir gegen 21 Uhr endlich im
Hotel waren. Beide Busse kamen fast gleichzeitig an, so war das Gedränge in der
Lobby groß. Für das Begrüßungsgetränk hatte eigentlich keiner die Muße, Hauptsache der Schlüssel war ergattert. Da jeder von uns sich denken konnte,
dass die Gepäckträger ewig brauchen würden bei dem Durcheinander halfen wir
ihnen mit allen Kräften: Jeder zog seinen Koffer hinter sich her in den
kleinen Aufzug,
so dass immer nur max. 3 Leute mitkamen. Doch irgendwann waren alle 80 Leutchen in ihren
Zimmern.
Ein langer Tag ging zu Ende. Auf das Abendessen verzichteten viele, auf den Gang an die Bar nicht.
Auch hier zeigte sich das Hotel im Empfangsbereich, der Lobby, und dem
Restaurant als erstklassiges Hotel. Doch auf den Fluren zu den Zimmern und die
Zimmer selber schienen schon mal bessere Tage erlebt zu haben. Diesmal war
unser Fensterrahmen kaputt und man konnte ins Freie fassen. Die
Toilettenspülung funktionierte manchmal nicht, es gab keine Infomappe über das Hotel,
keine Fernbedienung für den Fernseher, der Telefonstecker baumelte an einem
Draht aus der Wand gerissen an der Wand herum. Die Minibar war wohl früher mal
eingebaut gewesen.
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Die Reiseleiter sprachen sich gut ab, denn beide Busse wurden zeitversetzt beladen, so dass an diesem Morgen kein Chaos entstand. Dennoch kam ein Koffer nicht mit, auch noch der des Reiseleiters. Man war sich später nicht einig, ob es an der Schusseligkeit des Reiseleiters lag oder an der des Hotelpersonals. Es war mir sowieso ein Rätsel, wie die Hotelangestellten es immer wieder schafften, die Koffer von uns allen im Bus unterzubringen und nie einer übrig blieb.
Vom Tropicana startete die Stadtrundfahrt gegen 8 Uhr. Durban ist halt eine Metropole am
Indischen Ozean mit einem verödeten Stadtkern, der von den Schwarzen genauso
vereinnahmt wurde wie schon Port Elizabeth. Bei einem Fotostop hatten wir
Gelegenheit die Skyline Durbans von der Meerseite zu bewundern. Anschließend
gab einen Stop in dem Teil der City von Durban, in dem viele Museen und Banken
stehen, damit man sich noch einmal mit Geld eindecken konnte. Und es ist auch
empfehlenswert, denn später in der Wildnis kann es problematisch werden Euros
umtauschen zu wollen. Der Stop dauerte zu lange um Geld zu holen, war aber
leider zu kurz, um ein wenig die Gegend zu erkunden.
Nach der Durchfahrt der Straßen, an denen die schönen alten Häuser der Gründerzeit stehen, wurde der nächste Stop im indischen Viertel am Indian Market eingelegt. Dieter kannte dort einen deutsch sprechenden Inder, der Interessierte in die Geheimnisse von Gewürzen einwies. Natürlich konnte man bei ihm auch Gewürze kaufen. Wer keine Lust darauf hatte konnte selbstverständlich die Markthalle auf eigene Faust durchstöbern. Die Preise, auch für Souvenirs, waren äußerst günstig. Gewürzgeruch bestimmte das Klima und die Geschäftstüchtigkeit der Inder. Blieb man auch nur eine Sekunde länger stehen oder sah man ein Objekt länger als 2 Sekunden an, stand schon ein Händler hinter einem. Die fingen sofort an ihre Waren anzupreisen in allen möglichen Sprachen und Verkaufsargumenten, dass man nur noch Fluchtartig das Weite suchen musste, wenn man wirklich nichts kaufen wollte.
Gegen 10:30 Uhr verließen wir die Zivilisation Richtung Nordosten am Indischen Ozean entlang, und das Abenteuer Afrika sollte beginnen. Leider wurde bald schon wieder ein Stop eingelegt, diesmal an einer Tankstelle. Und schon wieder Shopping. Dieter, unser Reiseleiter, hatte die Ruhe weg.
Die Landschaft wird abwechselnd bestimmt von Zuckerrohrplantagen, Eukalyptuswälder und Kiefernschonungen.
Und immer und immer wieder Zuckerrohrplantagen, Eukalyptuswälder und Kiefernschonungen.
Bis hinauf nach St. Lucia, wo uns
für nur 100 Rand fakultativ ein Bootsausflug auf einem Binnensee angeboten
wurde, um Flußpferde und Krokodile zu beobachten. Das ließ sich natürlich
keiner entgehen. Es begann sich das erste Jagdfieber bei den Leuten zu zeigen,
unermüdlich hielten sie Ausschau um die ersten wilden Tiere als erster zu erspähen.
Und tatsächlich, nach einiger Zeit waren sie
erfolgreich: Wir sahen mehrere Flußpferdfamilien, zwei Krokodile und einen
Weißkopfadler, der sich durch uns gestört fühlte.
Die St. Lucia Lagune ist das drittgrößte Naturschutzgebiet Südafrikas. Die
Landschaft zeichnet sich durch Vielfalt der Natur aus und bietet u.a. Grasland, Wälder,
Lagunen und Sümpfe.
Der Bootsausflug wäre beinahe noch gescheitert, weil wir zuvor zum Mittagessen, diesmal bei einem Griechen, eingekehrt waren, und die Bedienung es erst nicht schaffte alle Bestellungen aufzuschreiben und die Küche ewig brauchte um ein Sandwich bereitzustellen. Zeit genug zum Essen wäre schon eingeplant gewesen. Doch Bestellungen wurden vergessen, das Essen kam nicht oder es war das falsche. Das Kassieren klappte gerade noch so. Die Letzten stiegen noch mit kauendem Mund aufs Boot.
Bis Hluhluwe waren es immer noch gut 2 Stunden zu fahren. Bei Sonnenuntergang, die nächste Pause, an einem Markt am Straßenrand. Die Leute kauften den Einheimischen den gesamten Bananenbestand auf. Die Bananen waren wirklich gut und so eine 3 Kg Staude kostete umgerechnet gerade mal 1 Euro. Natürlich wurden auch Souvenirs gekauft und bedauert, dass man die großen Tonkrüge nicht mit in den Bus nehmen durfte.
Es war stockfinster als wir endlich die Lodge weit außerhalb einer Ortschaft erreichten. Als Gag überraschte uns
Dieter mit der Botschaft, dass über die Hälfte unserer Gruppe in zeltähnlichen Gebäuden
untergebracht werden sollten.
Ein ablehnendes Gemurmel schwoll an. Wir wollten doch nicht
zelten! Sollten wir auch nicht, wie sich später herausstellte, denn bei den
Zelten handelte es sich um teilweise gemauerte Wände, ein gefliestes Bad, ein
komfortabel eingerichteten Raum mit Doppelbett mit einer abschließbaren Tür.
Eine Zeltplane bedeckte das Dach und Teile der Seitenwand. Die Fenster konnte
man wie beim Zelt aufrollen. Diese Umstände kannte jedoch niemand, als wir alle
im Foyer der Lodge standen und die Schlüssel nach Namensausruf verteilt wurden.
"Hoffentlich jetzt nicht unser Name für ein Zelt", dachte eigentlich
jeder. Wir hatten "Glück" und bekamen ein wirklich schönes Zimmer im
Hotel. Wenn wir früher, noch bei Helligkeit angekommen wären, hätten wir die
Zeltdachgebäude vorher in Augenschein nehmen können.
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Nachdem die Zeltbewohner die Nacht überstanden hatten, waren doch alle begeistert, denn der Komfort war gegeben und nach Öffnen der Tür stand man sofort in der freien Natur. Wir Hotelbewohner waren nicht minder begeistert, denn die Zimmer waren geräumig. die Betten gut und auch sehr schön eingerichtet. Von der Terrasse hatte man einen wunderschönen Blick auf sanfte Landschaft um den Hluhluwe Nationalpark.
Das Frühstück um halb sieben war eine einzige Katastrophe. Das Büffet an sich wäre sehr gut gewesen, wenn sich die Damen und Herren Reiseleiter zeitlich gesehen etwas abgesprochen hätten. So kamen die Mitreisenden von drei Bussen, also ungefähr 120 Leute alle zur gleichen Zeit zum Frühstück. Dummerweise stand die Schlage für die gebratenen Eier vor dem gesamten kalten Büffet, so dass niemand irgendwo drankam. Der Koch, der die Eier briet, hatte die Ruhe weg. Da viele Mitreisenden kaum englisch sprachen und die Schwarzen kaum Englisch verstanden, dauerte es eine Zeit bis er wusste, wie jeder Einzelne seine Eier wollte. Gewissenhaft briet er sie dann so wie gewünscht. Wenn nicht einige in der Schlange aufgegeben hätten, stünden sie heute nach an. Auch der Kaffeeausschank aus der einen Thermoskanne dauerte, denn sie war schnell leer. Bis dann jemand kam und sie nachfüllte, das dauerte.
Wenn die Lodge nicht gerade von Busladungen voller Touristen belagert wird, ist sie ein traumhaft schönes Fleckchen Erde. Einsam gelegen, mitten in sanften grünen Hügeln mit üppiger Vegetation. Rustikal-elegantes Ambiente, so wie man sich eine komfortable Lodge eben vorstellt. Ebenerdige Zimmer mit Stühlen vor der Terrassentür, auf denen man den Sonnenuntergang oder den Sternenhimmel in glasklarer Luft und unheimlicher Stille genießen kann.
Mit zwei Bussen voller Film- und Fotojäger erreichten wir nach einer dreiviertel
Stunde die Einfahrt zum Nationalpark und die offenen Jeeps, in die jeweils 10
Leute passten, wurden geentert.
Da sich nach einer guten Woche unzertrennliche Grüppchen gebildet hatten, war es
für die nicht dem Gruppenzwang unterliegenden Mitglieder der Reise schwierig,
trotz freier, aber reservierter Plätze, in den Jeeps unterzukommen. Besonders traf es die Leute aus
dem zweiten Bus, der 10 Minuten später eintraf. Doch nach langem hin und her hatte jeder
einen Platz bekommen.
Endlich ging es auf Safari. Zuerst auf geteerten Straßen, dann
auf unbefestigten Wegen rumpelte der
Jeep hinein in den Park. Morris, der Ranger, ein Südafrikaner, gab knapp erforderliche
Erklärungen und eine kurze Verhaltensmaßregen ab: Wer ein Tier erspähte
solle nicht vor Freude herumschreien, sondern leise Bescheid geben, damit die
Tiere nicht die Flucht ergreifen.
Alle suchten angestrengt das hügelige Gelände ab. Doch nur Morris erspähte mit geübtem Blick
die oft durch das hohe Gras getarnten Tiere: Giraffen, Wasserbüffel, Elefanten,
Nashörner und noch viel mehr. Die Elefanten flößten uns Respekt ein. Wir
standen wohl mit dem Jeep auf ihrem Weg und das machte uns ein Bulle unmissverständlich klar, in dem er
Kopf und Rüssel schwenkend auf uns zu kam und mit den Ohren wedelte. Oh man,
das war kein Spaß wie im Zoo! Morris setzte den Jeep vorsichtig zurück, so dass
der Weg für den Elefantenbullen frei wurde. Ja, Elefanten in der Größe
können schon mal einen vollbesetzten Jeep umwerfen. Eine andere Gruppe
erzählte später, dass sie von einer Elefantenherde eingekesselt wurden. Die Armen im Jeep schwitzten Blut und Wasser. Aber die Ranger wussten das Richtige zu
tun.
Diese Safari in dem wirklich schönen Hluhluwe Nationalpark bleibt
wohl allen als tolles Erlebnis in den Köpfen erhalten. Genauso wie der Halt in
einem kleinen Ort, ich glaube es war Hluhluwe selbst, auf dem Weg zurück zur
Lodge. Irgendeiner der Gruppe kam auf die Idee, hier Geld in
einer Bank umtauschen zu müssen. Die anderen schlenderten die Straße auf und
ab andere gönnten sich etwas Warmes bei KFC - übrigens weit verbreitet in
Südafrika. Nach einer halben Stunde waren alle zurück, bis auf den
Geldtauscher. Als er nach einer dreiviertel Stunde immer
noch nicht da war und die anderen auch schon längst mit shoppen fertig waren,
wurde ein Suchtrupp losgeschickt. Der arme Kerl stand immer noch in der Bank am
Schalter, denn der Bankangestellte war mit den Euros und
dem Paß verschollen. Gott sei Dank ging das dann doch noch gut aus. Aber merke:
Versuch nicht im Afrikanischen Busch Euros umtauschen zu wollen.
Um 14 Uhr wollten wir uns bei den Bussen treffen, um zu einem Zulu Dorf zu gehen. Weil niemand glaubte, dass wir gehen würden, versammelten sich alle pünktlich am Bus. Nur Dieter fehlte. Der Reiseleiter der anderen Gruppe marschierte wortlos an uns vorbei, seine Gruppe zockelte hinter ihm her. Wir standen unschlüssig herum. Unser Busfahrer schloss seinen Bus ab und verschwand ebenfalls. Die andere Gruppe sammelte sich inzwischen ca. 200 m vom Busparkplatz entfernt. Unsicher, was zu tun sei, schlenderten einige zur anderen Gruppe hinüber, andere wollten Dieter mit ihren Blicken heran beamen. Endlich kam er dann angetrabt und brummelte uns an, warum wir nicht bei der anderen Gruppe seien, das hätte er uns doch gesagt. Nun, es war nicht das erste und auch nicht das letzte Mal, dass er uns angeblich was gesagt haben wollte.
Das Zuludorf war keine 200 m von Parkplatz weg. Keiner hatte es bemerkt, denn
es war mit einem Zaun aus Ästen gut unter einer Gruppe von Bäumen getarnt.
Bevor wir eingelassen wurden, wurden mittels einer Regierungsmitarbeiterin, sie erkannte man an der Uniform die sie trug,
und dem Dorfchef einige traditionelle Besuchsregeln erklärt. Weil wir zu
spät waren, bekamen wir sie leider nicht mit, denn die Tür öffnete sich
gerade und wir durften eintreten.
Der
Lehmboden war sauber gefegt und durch die fachkundige Führung Dieters lernten wir Leben und Gebräuche der Zulus kennen. War sehr
interessant. Leider hatten wir ja den Beginn der Show verpasst.
Zum Abschluss gab es eine Vorführung eines traditionellen Tanzes. Doch dabei begann der Regen. Der Lehmboden wurde augenblicklich
zur rutschigen Seifenbahn. Die Tänzer mussten aufgeben und flüchteten zusammen
mit den Zuschauern unter einige Strohdächer von offenen Hütten. Der Platzregen
dauerte gut 20 Minuten, an Tanzen war auf dem schlammigen Untergrund nicht mehr
zu denken. Die Gesellschaft löste sich nach und nach auf. Was blieb, waren bei
jedem Schritt über den Lehmboden wachsende Schlammklumpen an den Füßen und
den Hosenbeinen. Der Rest des Nachmittags wurde von allen genutzt, um die Hosen
und Schuhe wieder einigermaßen sauber zu bekommen.
Die Dämmerung und den Sonnenuntergang mit einer Komposition aus einem organgefarbenen
bis
glutroten Himmel über den am Horizont liegenden Bergen genossen
alle auf den Terrassen sitzend. Ja, hier wären wir gerne noch ein paar Tage
geblieben, aber nur, wenn keine Bustouren hier übernachten.
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Im Zulu Land arbeiten die Frauen, die Männer ruhen sich aus. Das geht sogar
soweit, dass in der Lodge Zulu-Frauen als Kofferträger arbeiten und die
schweren Teile in den Bus wuchten mussten, während der Busfahrer in aller
Seelenruhe zuschaute, wie am Ende 5 Koffer übrig blieben, die sonst immer
reingepasst hatten. Erst dann griff er ein, damit wir endlich los kamen. Um viertel
vor acht rollten dann die Räder Richtung Zwaziland. Der Grenzübertritt erfolgte mit
einem Stempel im Pass. Und es ging weiter durch eine gartenähnliche
Ebene. Dass der König von Swaziland uns die Durchfahrt
erlaubte, lag natürlich auch daran, dass wir bestimmte sogenannte
Regierungsprojekte anfahren mussten; soll heißen, der Tag artete fast zu einer
Butterfahrt aus.
Wäre Swaziland nicht ein so schönes Fleckchen Erde und wären
die Menschen, die wir trafen, nicht so ausgesprochen freundlich und nett, hätten
wir uns schwarz geärgert. Aber so nahmen wir den Souvenirshop mit Toilettenbenutzung,
die Kerzenfabrik mit Souveniraußengelände, die Glasfabrik mit Souvenirladen
und den Souvenirmarkt an einem Aussichtspunkt auf die Drakensberge gelassen
hin. Fairerweise muss man sagen, dass die Souvenirs wesentlich günstiger zu
kaufen waren, als in Südafrika. Bezahlt werden konnte mit dem Südafrikanischen
Rand, man sollte nur darauf achten als Wechselgeld auch Südafrikanische Rand
wiederzubekommen.
Jeder Shoppingstop dauerte länger als geplant. Das führte u.a. auch dazu, dass wir sehr spät aber Gott sei Dank nicht zu spät die Grenze zu Südafrika erreichten. Die wird nämlich um 18:00 Uhr geschlossen. Unser Fahrer heizte was der Bus hergab.
Der nächste Schock kam, nachdem wir wieder in
Südafrika waren, als uns Dieter erklärte, im Hotel
gäbe es heute Abend wohl nichts mehr zu essen; nur noch Zimmerservice. Aber der
Bus müsse noch tanken und während dieser Zeit könnten wir im angeschlossenen
Supermarkt einkaufen. Entsetzen stand vielen in den Gesichtern geschrieben. Aber
ein Supermarkt ist schon gut, aus der Erfahrung der Tour wussten wir, dass die
Supermärkte in Südafrika sehr gut sortiert sind.
Der Supermarkt westlichen Stils wurde sozusagen
überfallen und leergekauft. Einige hatten wohl während der Tankpause bei
Dieter nachgefragt, denn als der Bus wieder fuhr stellte sich heraus, dass er
völlig missverstanden worden war: Natürlich gäbe es noch Abendessen _und_
Zimmerservice. Und das Essen in dem Hotelrestaurant sei sogar sehr gut und
wirklich zu empfehlen!
Der König von Swaziland hat übrigens an die 70 Frauen, jede mit einem 3er BMW ausgestattet. Sie wohnen bisher in Reihenhäusern. Da sie sich aber dort wie kaserniert vorkommen, was ihnen nicht passt, möchte jetzt jede von ihnen ihre eigene Villa haben. Er selber fährt Maybach. Die 14 Millionen Euro, die er für seine neue Villa aus Entwicklungsgeldern des Westens haben wollte, hat er, glaube ich, nicht bekommen.
Das Pine Lake Inn liegt ein paar Kilometer vor Witriver, ca 60 Kilometer
westlich vom
Krügerpark entfernt. Die Koffer waren zügig auf dem Zimmer, obwohl unser Zimmer in der 3. und obersten Etage
ganz hinten lag. Das Zimmer war gut eingerichtet, die Betten schon etwas älter.
Im Foyerbereich war noch der alte konservative englischer Stil zu spüren.
Golfspieler ruhen sich hier nach dem Match Pfeife rauchend aus, die
Hotelmitarbeiter waren aufmerksam und höflich. Ein distinguiertes Haus. Das
Restaurant verdiente das Prädikat Spitzenklasse, hier hatte Dieter noch
untertrieben und deshalb war es doppelt ärgerlich, dass sich am ersten Abend
alle mit Supermarkt-Snacks eingedeckt hatten, anstatt das bereitgestellte Büffet
zu genießen. Das Frühstücksbüffet stand dem am Abend in keiner Weise nach.
Es gab das beste englische Frühstück dieser Reise, kontinentales Frühstück, alle
möglichen tropischen Früchte und Getränke, Kornflakes, es gab nichts,
was es nicht gab. Sogar richtiges Graubrot und Körnerbrötchen. Die
Restaurantmitarbeiter hatten alles im Griff.
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Wecken 4:30, jawohl, vier Uhr dreißig, Stehkaffee um 5 Uhr, 5:15 Uhr
Abfahrt, 6 Uhr bei Sonnenaufgang Ankunft am Phabeni Gate des Krüger
Nationalparks (ca. 10 Kilometer östlich von Hazyview). Die Safari mit unserem Bus war im Reisepreis inklusive.
Es wurde auch eine
teure Jeep Safari angeboten, von der fast die Hälfte Gebrauch machten. Gut, wir
waren im Bus nicht an der frischen Luft, trotzdem würde ich das nächste mal
wieder den Bus vorziehen. Denn die Jeepfahrer froren sich bis zur ersten Pause
um 9 Uhr die Nase ab, sahen kaum Tiere, und sie wurden dann den
Tag über gar gekocht, weil es an dem Tag sehr heiß war und die Sonne unerbärmlich
vom blauen Himmel stach. Nun, und viel mehr Tiere als wir sahen sie insgesamt
auch nicht. Denn bis auf Impalas, Gnus, Springböcke und Kudus hatte sich der
Rest gegen die Parkbesucher verschworen und waren
nur aus weiter Entfernung schemenhaft erkennbar.
Ob man auf solchen Safaris die erhofften Tiere zu sehen bekommt, ist eben Glücksache.
Der Krüger Nationalpark ist riesig, er ist auch nicht komplett zugänglich. Da man sich ja naturgemäß nur langsam
fortbewegt und zur Tierbeobachtung auch mal stehen bleibt, schafft man an einem Tag
nur einen kleinen Teil des ca. 360 Kilometer langen und ca. 60. Kilometer breiten Parks.
Der gesamte Park ist umzäunt. Durch 10 Tore, die meisten im südlichen Teil,
kann man in den Park fahren. Das Phabeni Gate liegt
im südlichen Bereich des
Parks, wo auch der meiste Besucherbetrieb herrscht.
Die Fahrt führte
zuerst nach Skukuza, eine Rastanlage, von denen es mehrere im Park gibt, wo wir unser mitgebrachtes Lunchpaket verspeisen konnten. Bis hierhin hatten ein paar Antilopen und Impalas gesehen.
Über Tshokwane erreichten wir den Nkumbe Aussichtspunkt, eine Anhöhe mit einem kleinen
Parkplatz. Hier bot sich uns ein imposanter Blick über die Weite des Parkes. Steppenlandschaft, soweit das Auge reicht. Mit dem Fernglas
erspähten wir ganz weit weg dort unten eine Herde Büffel.
Mittagspause wurde in Lower Sabie, einem der Rastplätze mit einem Restaurant am Sabie Damm gemacht. Auf der großen Terrasse konnte man gut sitzen und schaute auf eine schöne Landschaft. Das Restaurant war ein Take Away Restaurant. Wir bestellten Hot Dog und Cola, die Getränke konnten wir gleich mit an den Tisch nehmen, aber nicht den Hot Dog, dafür bekamen wir eine Tischnummer, der Hot Dog würde an den Tisch gebracht werden. Es klappte sogar. Schon nach 40 Minuten brachte uns die Bedienung den take away Hotdog. Wir schafften es dann gerade noch zum Bus, aber andere nicht, die hatten ihr Fast Food nach einer dreiviertel Stunde immer noch nicht.
Am Nachmittag klappte es dann noch noch mit einem Löwen, auch wenn er im
Unterholz schlief und durch das Dickicht nur zu erahnen war. Nun, Giraffen, Elefanten und Flußpferde
bekamen wir auch noch zu Gesicht. Alles in allem war die Safari im Hluhluwe Nationalpark etwas erlebnisreicher.
Aber, das ist eben Natur und kein Zoo.
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Bis zur Abfahrt des Busses in den Sabie Nationalpark am Nachmittag konnten wir über die Zeit frei verfügen. Es wurde u.a. eine Shoppingtour nach Witriver angeboten, andere erkundeten die Umgebung des Hotels. Wir wollten eigentlich ein paar Runden im hübschen Pool schwimmen, doch daraus wurde nichts. Es war kalt an diesem Morgen und es blieb kalt bei bedecktem Himmel. Einige trafen sich auf der Hotelterrasse bei einem wärmenden Kaffee, andere kamen von den Erkundungsspaziergängen bald wieder zurück, denn das Pine Lake Inn Hotel liegt abseits mitten in der Wildnis aber ganz romantisch an einem kleinen Stausee. So verbummelten wir die Wartezeit bis zum Nachmittag, was auch mal ganz schön war.
Die Abendsafari begann am Nachmittag in einem heillosen Durcheinander, gefolgt mit dem
Entdecken von nur wenigen Tieren und klang versöhnlich aus, bei einem guten Essen
am Lagerfeuer mitten in der Wildnis unter einem klaren Sternenhimmel.
Hätten die beiden Reiseleiter den armen überforderten Chef-Ranger etwas mehr unterstützt,
wäre das Chaos nur halb so schlimm ausgefallen. Doch die standen auf dem
Standpunkt, sie seien heute auch nur Touristen, die vorne sitzen wollten.
Aber der Reihe nach.
Die Safari sollte um 16 Uhr bei Helligkeit starten.
Mit zusätzlichen Nachbuchungen kam wohl die private Safari-Organisation nicht mit, denn nach der
Einstiegsschlacht in die 10 sitzigen Jeeps blieben 4 Leute übrig. Einige Jeeps waren schon
weg mit angeblich noch freien Plätzen. Die wurden über Funk zurückgeholt. Zum Schluß blieb noch ein Pärchen übrig
bei einem freien Platz im letzten Jeep, es gab wohl auch kein Ersatzfahrzeug.
Als wir dann endlich fast eine halbe Stunde später losfuhren, sahen wir dann auch gleich den
ersten Büffel. Der war schon sehr alt und einer der Mitfahrenden mutmaßte, dass der wohl am
Wegesrand angebunden sein musste, um die Vorfreude auf die anderen Tiere zu schüren; denn erst über
eine Stunde später, es war schon fast dunkel, flüchtete gerade ein Elefantentrupp vor uns ins Dickicht.
Der älteste Elefant entwurzelte dabei mal eben einen großen Baum.
Zu allem Überfluß blieb dann noch einer der Jeeps kurz nach seiner Abfahrt mit einem Achsschaden liegen,
für die 10 Leutchen war damit die Safari zu Ende.
Als Trostpflaster bekamen sie ein kostenloses Glas Wein - es konnten auch mehr
gewesen sein -.
Dabei hätte alles so schön sein können. Der Jeep holperte auf unbefestigten Wegen durch
eine Savanne.
Auf der Motorhaube saß ein Späher, der im Dunklen dann mit einem Scheinwerfer nach Tieren suchte.
Na ja, dass wir nur eine Hyäne, 2 Feldhasen und 2 Elefantenkühe mit ihren Jungen sahen, war schon etwas enttäuschend.
Aber so ist eben eine Safari. Die Tiere lassen sich eben nicht mitbuchen - bis
auf den alten Büffel. Vielleicht -.
Der französische Koch hatte in der Zwischenzeit auf dem Lagerfeuer ein warmes Buffet gezaubert, bestehend
aus Kudu- Antilopen- Krokodil- und Straußenfleisch, und vielen leckeren Salaten. Das ganze wurde eingenommen
in einer Boma, in der wir vor den wilden Tieren geschützt waren. Wer auf die Toilette musste, der musste allerdings
die Boma verlassen und bei Petroleumlampenschein das Örtchen suchen. Mutige
Männer stellten sich in die freie Wildbahn. Dann wurden wir gebeten, für
fünf Minuten mal unseren Mund zuhalten, um der Stille der Wildnis zu
lauschen. Die Tiere dankten es uns mit den entsprechenden Wildnisgeräuschen. Das hatte schon einen Hauch von
Abenteuer. Nicht zuletzt, weil nur ein paar Leuten erzählt wurde, dass die Feier zu Ende sei und die Jeeps
jetz los führen. Doch später kamen auch die Beiden mit, die am Nachmittag keinen Platz hatten.
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Es war mal wieder Chaos angesagt. Die Touristen von 3 Bussen sollten gleichzeitig zum
Frühstück kommen. Das Hotel weigerte sich, den Frühstücksraum vor 6:45 Uhr zu
öffnen. Jedenfalls rollten die Räder um 7:45 Uhr Richtung Pilgrims Rest,
einer alten Goldgräberstadt. Das Örtchen in den Drakensbergen ist wunderschön gelegen
und man kann die Golgräberspuren an den Bergwänden sehen. Die alten
Goldgräber Häuser bestehen aus Wellblech und sind mit bunten Farben angemalt
und wirklich schön restauriert - oder nachgebaut. In Ermangelung von
Kirchgängern wurde seinerzeit die Kirche (Church) kurzerhand die Church Bar
umfunktioniert.
Den Ort selbst haben wir nicht gesehen.
Natürlich standen auf der Straße entlang der Häuserreihe die fliegenden Händler mit den Souvenirs.
Nach einer knappen Stunde ging es weiter und 20 Minuten später schon wieder ein
45 minütiger shopping Stopp, diesmal in Graskopp, direkt auf der
Durchgangsstraße. Jemand vermutete, dass unser Reiseleiter hier entweder eine
Freundin haben müsse, oder er sich seine Reiseprämie abholen würde, denn
er war für einige Zeit verschwunden. Außer ein paar fliegenden Händlern und
einigen Souvenir Läden gab es weiter nichts Sehenswertes. Aus lauter
Verzweiflung kauften dann doch einige ihre 3. handgefertigte Kette.
Die vertrödelte Zeit wurde uns dann bei den Foto Stopps bei God's Window und
dem Blyde River Canyon abgezogen. Denn jetzt war plötzlich keine Zeit, um die
faszinierende Landschaft nicht nur im Schweinsgalopp zu genießen. Nicht nur die
Fotografen unter uns waren stinkig.Am God's Windows bot sich ein Aussichtspunkt auf eine weite Ebene und die Drankensberge. Etwas weiter hatten wir dann die Möglichkeit an einer Stelle auf den fast senkrecht abfallenden roten Sandstein des Canyon am Ende der nördlichen Drankensberge zu schauen. Er ist ca. 26 Kilometer lang und es geht bis zu 800 m tief hinunter. Nach dem Grand Canyon der USA soll er der zweit Größte der Welt sein. Es geht schon mächtig tief hinunter.
Als Trostpflaster gab es dann auch noch einen nicht geplanten Stop bei den Lisbon Falls, einem kleinen Wasserfall. Aber man glaubt es kaum: Auch hier standen Verkaufstische mit den üblichen Souvenirs und es wurde tatsächlich die 4. Kette und der 5. Armreifen gekauft.
Die Zeit wurde so langsam knapp. Der Magen begann zu knurren und eine Mittagspause wurde erst in Lydenburg eingelegt, es war schon zwei Uhr durch. Ein letztes Mal versuchten wir unser Glück mit dem Mittagessen (nur kleine Snacks) in einer Stunde fertig zu werden. Die Letzten bekamen ihr Sandwich auf die Faust, weil wir weiter mussten. Den Ort haben wir nicht weiter beachtet. Die Stimmung im Bus war etwas gereizt wegen des heutigen Zeitmanagements.
Die Landschaft änderte sich, wir stiegen unmerklich immer höher, bis wir uns auf einer weiten Ebene über 2000m befanden. Wir durchquerten einen hübschen Ort Namens Belfast. Leichtes Murren breite sich aus, weil der Bus durch diesen ansprechenden Ort durchheizte, wegen des zu engen Zeitrahmens. Man wolle doch hier einen Kaffee trinken und dabei Kontakte mit der Bevölkerung knüpfen, meinten die einen, die anderen vermuteten reine Shoppingsucht. Jedenfalls ging es bald auf die Autobahn Richtung Johannesburg, einem weiteren der phantastischen südafrikanischen Sonnenuntergänge entgegen. Wir blieben auf der Hochebene denn auch Johannesburg liegt auf einer Höhe rund 1750 m.
Das 4 Sterne Hotel hat seine Sterne mehr als verdient. Sehr gute bis elegante Ausstattung, hell, modern, großzügig, gute Lage im Stadtteil Rosebank. Gutes Restaurant, Dinner Büffet mit viel Auswahl, Frühstücksbüffet genauso. Der Service war freundlich und immer bemüht, alles gut und am Laufen zu halten. Wer Johannesburg besucht, ist hier sehr gut aufgehoben.
Doch auch ein noch so gutes Hotel zwang uns morgens um 8:30 Uhr wieder in den Bus einzusteigen. Die letzte Tour war angesagt. Eine kurze Diskussion, ob Soweto ungeplant besucht werden sollte, endete mit dem Entschluss, darauf zu verzichten. Wir wollten schließlich pünktlich nachmittags am Flughafen sein.
Die Stadtrundfahrt begann im eleganten und mit teuren Villen bestückten
Ortsteil Parktown. Neben Nelson Mandela gehören auch andere Schwarze mittlerweile
zu den Bewohnern, i.d.R Politiker oder Beamte. Ernüchternd gestaltete sich die Fahrt durch
Hillbrow, einem ehemals blühenden Stadtteil mitten in der
City. Vor 25 Jahren tobte hier das Leben. Menschen aus aller Herren Länder lebten
hier in sauberen schmucken (Hoch)Häusern, arbeiteten in ihren Geschäften und verbrachten
ihre Freizeit in den vielen internationalen Cafes und Restaurants. Mittwochs wurde die Bundesliga
vom Videoband verfolgt.
Davon ist absolut nichts mehr übrig. Die Weißen sind weg, die Geschäfte entweder geschlossen
oder total heruntergekommen, genauso die Wohn- und Bürogebäude. Viele der Häuser und
Bürogebäude sind in den unteren Etagen zugemauert, die Scheiben eingeworfen. Von den bewohnten
Häusern ist nur noch das übrig, was man nicht mehr abschrauben und abbrechen
kann, um es auf den Märkten zu verkaufen. Elendig aussehende Schwarze lungern
an allen Ecken herum. Wer sich als Weißer hierhin traut, egal zu welcher
Tageszeit, muss um sein Leben fürchten. Morde, auch am helllichten Tag sind an
der Tagesordnung.
Die Weißen haben sich neue Gebiete
in Johannesburg gesucht und aufgebaut. Aus Hillbrow ist ein Slum geworden.
Der nächste Halt war auf dem Weg nach Pretoria eine Edelsteinfabrik. Sollte die Tour heute wieder zur Butterfahrt ausarten? Nun, es gab genügend Mitreisende, die sich hier mit Edelsteinen, die wohl günstig sein sollten, eindeckten.
Von Johannesburg nach Pretoria sind es ca. 50 Kilometer. Auch Pretoria liegt
ca. 1400 m über dem Meeresspiegel. Erster Halt war das Voortrekker
Monument. Auch die jetzige Regierung hat es nicht geschafft, dieses
historische Museum zu beseitigen. Dieses Monument symbolisiert einen Teil der nicht
wegzudiskutierenden Geschichte
Südafrikas, die teilweise grausame Geschichte des Stammes der Zulus und der weißen
Buren. Diese Geschichte erzählt im Inneren des Monuments
ein Relieffries: Vom Beginn des Auszugs der Buren aus der Kapregion, wo sie von den Engländern verdrängt
wurden, bis hin zur Gründung Pretorias und dem schließlich blutigen Sieg über
den Stamm der Zulus 1838. Bei dieser Schlacht sind mehr als 10.000 Zulus
getötet worden. Vergessen darf man dabei nicht, dass die Zulus zuvor grausam
nicht nur gegen Frauen und Kinder der Buren vorgegangen sind. Gespannt
lauschten die Interessierten den Erläuterungen und Erklärungen Dieters. Das
Relieffries beginnt gleich neben dem Eingang links und zieht sich als Band an
allen 4 Wänden wieder bis zum Ausgang.
Sollte jemand einmal am 16. Dezember in Pretoria sein, kann er miterleben, wie
Mittags um 12:00 Uhr die Sonne durch ein Loch in der Kuppel in das innere der
Heldenhalle, auf ein Relief mit der Inschrift Ons vir jou, Suid Afrika
(Wir für Dich, Südafrika) scheint.
Nach reichlich Zeit inklusive einer Mittagspause, in der wir das erste Mal auf unserer Reise prompt bedient wurden, folgte eine Stadtrundfahrt durch Pretoria und ein Besuch des Wohnhauses von Paul Krüger, das heute ein kleines Museum ist. Paul Krüger, geb. 1825, hat als 12jähriger noch den Krieg der Buren und Zulus miterlebt, war später Präsident der Republik Transvaal. Er beschäftigte sich u.a. sehr ernsthaft mit dem Schutz der Wildtiere und einer Gesetzgebung hierfür. Dank seines Einsatzes kam es 1898 zu einem Wildreservat aus dem im weiteren Verlauf der heutige Krüger Nationalpark entstanden ist.
Ein weiterer Stop im Zentrum Pretorias wurde eingelegt, um die
wunderschönen alten Regierungsgebäude zu bewundern, die um einen großen
Platz herum stehen. Pretoria scheint die einzige große Stadt in Südafrika zu
sein, dessen Zentrum nicht dem Verfall anheim gestellt ist.
Die vorletzte Fahrt führte hinauf auf den Regierungssitz, dem Union
Building. Das ca. 1910 erbaute schloßähnlichen Gebäude steht auf einem
Hügel, von dem aus man einen schönen Blick auf eine Parklandschaft (Garden of
Remembrance) und weiter hinunter auf Pretoria hat. Die letzten südafrikanischen Rand konnten hier oben bei
einigen fliegenden Händlern ausgegeben werden. Danach ging die letzte Fahrt zum
internationalen Flughafen Johannesburg.
Nach dem unser Paß und das Ticket dann zum vierten Mal kontrolliert waren, bestiegen wir
gegen 19 Uhr den Airbus
A340-600, der uns in einem nicht enden wollenden Flug nach Frankfurt sicher zurückbrachte.
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Kaum in Deutschland angekommen, gab es den ersten Stress, für den waren wir aber teilweise selber verantwortlich. Der Flug kam mit 45 Minuten Verspätung an, weil wir auch 45 Minuten später abgeflogen waren. Im Normalfall hätten wir den ICE mit den reservierten Plätzen auch problemlos erreicht. Wir versuchten es trotzdem und liefen im Schweinsgalopp mit unseren Koffern aus dem Terminal 1 treppauf treppab Richtung Fernbahnhof. Wenn das jetzt einer der Architekten lesen sollte, der diesen Hindernislauf geplant und gebaut hat, dann möchte ich ihn dazu ermuntern, diesen Weg mal ohne Zeitdruck mit einem Kofferwagen mit 2 Koffern und 2 Taschen darauf zurückzulegen; aber ohne Aufzug, sie wollen ja schließlich ihren Zug oder ihren Flieger noch am selben Tag erreichen. Vielleicht plant er dann ein neues ähnliches Projekt mit weniger Hindernissen.
Als ich dabei war mit hochrotem Kopf und Schweißrändern unter den Achseln die Koffer die letzte Treppe zum Bahnsteig hinunterzuwuchten, lief gerade
unser ICE ein. Zeit, um den Wagen mit den reservierten Plätzen von außen zu suchen, blieb da nicht mehr.
Wir enterten den Zug an der nächstbesten Tür, und zwängten uns im inneren durch uns böse anschauende Geschäftsreisende
in die falsche Richtung. Dann wieder zurück, und durch 2 weitere Waggons hindurch, bis wir unser Abteil endlich
schweißgebadet erreichten.
Gut, wir hätten auch einen Zug später nehmen können, dann wären wir vielleicht stressfreier nach Hause gekommen, weil
wir nicht reservierte Plätze hätten suchen müssen.
So waren wir 15 Stunden nach Abflug in Johannesburg wieder zu Hause.
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An den Linksverkehr gewöhnt man sich schnell, wenn nicht, dann haben Sie ein Problem. Fragen sie nach einer Himmelrichtung und man sagt Ihnen, sie müssen nach Süden, dann schlagen Sie bitte nicht die Richtung zur Sonne ein, denn die steht Mittags im Norden.
Man vergisst auch leicht, dass in Südafrika die Jahreszeiten entgegengesetzt sind. Dadurch herrscht beispielsweise in Kapstadt im Juli nass kaltes Winterwetter, während man im Januar vor Hitze umkommt. Im Herbst ist Frühling und im Frühling Herbst.
Eingeführt werden dürfen nur 500 Rand Bargeld pro Person. Alle eingeführten Devisen müssen in der Zollerklärung angegeben werden. Viel Bargeld sollte man aber auch nicht mit sich führen, die Begehrlichkeit danach ist nicht nur in Südafrika hoch. In Deutschland ist der Umtausch in Rand möglich, aber sehr teuer; wenn, dann für die ersten Stunden in Südafrika nicht mehr als 50 Euro umtauschen (ca. 350 Rand, Kurs schwankt sehr)
Tip: 1.
Euros kann man in der Wechselstube direkt im Flughafen in Rand tauschen. Das ist günstiger als in Deutschland.
Diese Idee haben allerdings viele und man muss mit längeren Wartezeiten rechnen.
Tip: 2.
Geld aus Geldautomaten, 2000 Rand maximal, bekommt man zum besten Kurs, auch wenn man 3,50 Euro Fremdgebühr bei der
Abbuchung zu Hause bezahlen muss. Nachteil ist, die Bedienung des Automaten ist in Englisch und bei jeder Bank etwas anders.
Niemals die freundliche Hilfe von zufällig dort auftauchenden Schwarzen annehmen, dann ist hinterher die Karte und das Geld weg.
Bei Automaten in einer Bank in den Großstädten stehen manchmal Bankbedienstete bereit, zu erkennen an Uniformen und Namensschildern,
denen kann man vertrauen. NIEMALS die Karte aus der Hand geben.
Ein paar Begriffe der Automatensprache:
o Sprache English auswählen,
o Withdrawal bedeutet Auszahlung,
o Pin Number wie bei uns die Pin Nummer.
o Angebotene Kontoauswahl kann sein:
o Credit=bei Kreditkartenverwendung:,
o Savings=Girokonto mit unserer gängigen Bankkarte mit Maestrozeichen.
Tipp 3:
Euro Reiseschecks kann man nur bei der Bank umtauschen, Pass muss vorgelegt werden. Man bekommt weniger als
am Geldautomaten. Reiseschecks sind natürlich am sichersten, solange sie nicht unterschrieben sind.
Tipp 4:
Euros kann man in Banken und Wechselstuben umtauschen, zu einem schlechteren Kurs als man am Automaten bekäme.
Dieser Umtausch klappt aber nur in Großstädten problemlos. Abenteuerlich wird es auf auf dem flachen Land, oder
gar in Orten in der Wildnis, das kostet oft viel Zeit und Nerven.
Tipp 5:
Wenn Sie vor der Rückreise noch Südafrikanisches Geld in der Tasche haben, geben sie es aus.
Deutsche Banken tauschen die Währung natürlich um, aber zu einem ganz schlechten Kurs. Wegen der hohen Inflation
in Südafrika bröckelt der Umtauschkurs täglich.
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Vor Ort kann man für 20 Rand eine Telefonkarte kaufen. Telefonate nach
Deutschland sind spottbillig, Vorwahl von Deutschland ist die 0949 nicht 0049. Alle
anderen Möglichkeiten sind schweineteuer. Mit einem Triband Handy und PrePaid
von Aldi Talk (Vodafon) gab es für uns keine Verbindung nach Deutschland, weder tefefonieren noch SMS. Die Hotline in Deutschland
kennt sich nicht aus, warum das so war.
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Mindestens zu Zweit an Geldausgabeautomaten gehen, wobei einer "Schmiere" stehen sollte; und niemals von freundlichen Schwarzen helfen lassen. Danach sind Karte und Geld weg.
Aber irgendwie ist es nicht anders wie in Deutschland oder überall auf der Welt: Man muss immer wachsam sein. Ab einsetzender Dunkelheit sollte man nicht mehr alleine, sondern in Gruppen gehen.
Was in Deutschland die No Go Areas für bestimmte Leute sind, auch wenn es die Politik nicht
wahrhaben will, in Südafrika gibt es No Go Areas für Weiße. Das sind die Innenstädte der Großstädte
bei Dunkelheit, und die Townships.
Für Johannesburg gilt zusätzlich, den Stadtteil Hillbrow auch bei Tage meiden.
Öffentliche Verkehrsmittel in den Städten sollte man meiden, Taxi nehmen, die sind recht günstig.
Auf dem flachen Land haben wir nur freundliche Menschen getroffen. Auch tendiert dort die Kriminalität gegen Null. (TOP)
Grundsätzlich gehen in südafrikanischen Restaurants die Uhren in Zeitlupe, man muss viel Zeit und Geduld mitbringen; bei einer Bustour kann es nervig werden, bei einer individuellen Tour mehr Zeit einplanen.
Bei der Bustour konnten die Restaurants gestürmt werden, geht man alleine essen, ist es üblich am Eingang zu warten, bis man zum Tisch geführt wird (Schild beachten: WAIT TO BE SEATED).Aufgegebene Bestellungen wiederholen lassen um sicher zu gehen, dass man verstanden wurde. - Ist doch bei uns auch üblich, oder?
Mal ist das Tip, also das Trinkgeld, included, mal nicht. Man bekommt i.d.R. ein Mäppchen
mit der Rechnung drin und platziert das Geld auch da hinein, wartet auf die Abholung
und auf das Wiederbringen des Wechselgeldes. Danach lässt man sein Trinkgeld drin, wenn es
nicht schon auf dem Beleg mit einem Stift vermerkt wurde.
Rechnung prüfen: Hat man z.B. 2 Cola gehabt, jede für 12,50 Rand, erwartet die Bedienung vom Gast, dass er
selber ausrechnet, wie viel 2*12,50 ist; denn die Bedienung ist oft nicht in der Lage, selber zu rechnen.
Trotz Mandelas Einführung der allgemeinen Schulpflicht bedeutet das nicht, dass auch jeder die Schule besucht hat.
Versuchen sie auch nicht bei einer Rechnung von 42,55 Rand 50,55 hinzugeben in der Hoffnung 8 zurück zubekommen.
Sie bekommen nichts wieder, weil diese in Deutschland durchaus übliche Zahlweise von den Schwarzen nicht durchschaut wird.
Wundern sie sich auch nicht, wenn am Nachbartisch das Gleiche verzehrt wurde, aber die Rechnung
unterschiedlich hoch ist. Da steckt kein böser Wille hinter, sie können es einfach nicht besser.
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Über Malaria und die Malariaprophylaxe für Südafrika kann man die gegensätzlichsten Meinungen lesen und hören. Die Volkesmeinung in Südafrika selbst geht nur von einer geringen Malariagefahr im Krüger Nationalpark aus und auch nur in den südafrikanischen Sommermonaten. Gefährdet ist man i.d.R. auch nur, wenn man zu Fuß bei Dämmerung oder bei Nacht durch die Steppen, Savannen oder Feuchtgebiete streift. Bei einer Safari im offenen Jeep in den Monaten April/Mai besteht die Gefahr der Ansteckung im Allgemeinen nicht mehr. Noch geringer ist sie bei der Bussafari. Eigentlich sind lange Ärmel, lange Hosen und eine Portion Autan oder Gleichwertiges auf den unbedeckten Hautpartien sicherlich ein guter Schutz vor den blutsaugenden Insekten.
Eine Malariaprophylaxe wird von der Kasse nicht übernommen, ihr Schutz ist nicht sicher, wohl aber mit z.T. starken Nebenwirkungen versehen. Ein Moskito müsste schon mit dem Malariavirus verseucht gewesen sein, wenn er einen erwischt. Bekäme man innerhalb ca. 6 Wochen nach der Rückkehr eine fiebrige Erkältung und der Arzt stellte wirklich Malaria fest, wäre sie heutzutage i.d.R. schnell und sicher zu behandeln. Und das bezahlt sogar die Kasse.
Am Ende muss natürlich jeder selber für sich entscheiden, ob und wie er sich schützt.
Im Frühjahr blüht die Landschaft auf, im Herbst ist trotzdem noch alles grün. Im Herbst ist auch das
Gras in den Nationalparks hoch gewachsen, so dass Tiere schwerer zu entdecken sind.
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| + | Das war unsere erste Reise mit Berge und Meer und wir würden es wieder tun. |
| + | Das Informationsmaterial bei Reiseantritt war ausreichend und gut. |
| + | Unsere beiden Reiseführer vor Ort, deutsche Auswanderer, leben seit über 40 Jahren in Südafrika. Sie glänzten mit viel Fachwissen und Hintergrundinformationen. Das soll aber im Parallel-Bus auf einer Tour nicht so gut gewesen sein. |
| + | Zeiteinteilung für Besichtigungen, Pausen gut, war aber nicht bei allen Reiseleitern gleich gut. |
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3 bis 4 Sterne Hotels i.d.R. gut, sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Seit 1994 wurden alle Hotels von Schwarzen übernommen. Sie bemühen sich zwar den üblichen Hotelstandard zu erhalten, doch oft klappt das nicht immer wie erwartet. |
| + | Guter Bus, gute Fahrer. Gut auch das Sitzplatzrotationsprinzip. So saß jeder mal vorne. |
| o | Wenn es denn einen Meckerpunkt gibt, dann der: Beim Einchecken in Frankfurt wurden wir als Gruppe von Berge&Meer behandelt. Und Gruppenreisende können keine Sitzplätze reservieren und sie nur eingeschränkt wählen. - In Johannesburg war die Sitzplatzwahl komischerweise kein Problem. |