An-Abreise
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Hotel
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Stadt Stockholm |
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Ausflüge mit dem Schiff Canal Tour / Under the bridges Drottningholm Vaxholm |
Ausflüge mit dem Auto Mariefred / Schloss Gripsholm Sigtuna Uppsala |
Sonstiges Mentalitäten Wetter |
Nach nur 85 Minuten Flug von Hannover landeten wir in Arlanda, ca. 40 Km nördlich von Stockholm. Nach weiteren 10 Minuten Rollen um alle Fughafengebäude herum verließen wir den Billigflieger und betraten das Terminal 1. Es machte einen etwas provinziellen, ältlichen Eindruck, aber schließlich wollten wir ja hier keine Wurzeln schlagen. Zügig verließen wir das kleine Gebäude, um uns mit einer der vielen Transportmöglichkeiten nach Stockholm bringen zu lassen:
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o entweder mit dem Arlanda Flughafenbus für
89 SEK die einfache Fahrt (ca. 10 Euro) pro Person o oder mit dem Arlanda Express (Zug) für 190 SEK die einfache Fahrt (ca. 20 Euro) pro Person o oder dem Taxi zum Festpreis für ca. 380 bis 445 SEK (ca. 42 bis 49 Euro) o oder dem Leihwagen (Leihwagenstationen erst mit dem Shuttlebus erreichbar) |
Wir hatten die letzten 2 Tage einen Leihwagen. Den muss man vor dem Terminalbereich bei der entsprechenden Mietwagenstation abgeben und wird dann mit einem Shuttlebus zum Terminal gebracht, also einen entsprechenden Zeitpuffer einplanen. Fatal ist, wenn man meint, nach Deutschland am internationalen Terminal 5 aussteigen zu müssen und der Flug dann doch vom Terminal 1 startet. Dann braucht man noch zusätzliche 20 Minuten Gepäckmarsch. (TOP)
Das 4* Hotel Elite Palace liegt an der St.Eriksgatan, ca. 300 m vor dem Kreisverkehr Vanadisplan. Die Bushaltestelle der Linie 65 kann man günstig in ca. 100m Entfernung, die U-Bahn (Tunnelbanan) in ca. 600m Entfernung erreichen. Trotz der vielbefahrenen Straße gibt es viele ruhige Zimmer. Sie liegen alle in der 8. bis 11. Etage eines Geschäftshauses. Wir hatten unser Zimmer in der 10. Etage nach hinten raus, mit Blick auf gleich hohe Häuser. In einem großen Supermarkt, der in ca. 400m Entfernung an der Norra Stationsgatan in alten Bahnhofsschuppen untergebracht ist, kann man nötige Kleinigkeiten günstig einkaufen. Zwei Restaurants am Vanadisplan bieten alkoholische und nicht alkoholische Getränke sowie Mittag/Abendessen an. Neben dem Hotel befindet sich ein Irish-Pub, in dem man zwischen 25 Sorten Bier wählen kann. Das im Hotel befindliche Restaurant hatte geschlossen. Die Rezeption ist immer besetzt, mit Englisch kommt man gut klar. (TOP)
Ob man in den Zimmern nach vorne raus den Straßenlärm hört, wissen wir nicht. Nach hinten raus ist es jedenfalls ruhig. Es gibt große und kleine Doppelzimmer. In unserem kleinen Doppelzimmer war es aber für 2 Leute mit Kleidung und Koffer für eine Woche ein wenig eng. Der Kleiderschrank ist nur für eine Person ausgelegt und schließlich hatten wir nur einen einzigen Stuhl im Zimmer. Sehr gestört hat das dann doch nicht, weil wir den ganzen Tag unterwegs waren. Ein Fernseher mit bis auf CNN nur schwedischen Programmen, ein Kühlschrank als Minibar, ein Hosenbügelbrett und im kleinen Bad ein unheimlich schwerer Fön komplettierten die Ausstattung. (TOP)
Der Frühstücksraum war ausgestattet mit entweder einem gewollten oder nur einfach nur vergessenen Ambiente aus den frühen 70gern. Vielleicht kam die Ausstattung aber auch nur von Ikea. Das 4* Frühstücksbuffet bot eine große Auswahl an verschiedenen frischen Brot und Brötchen. Neben verschieden Wurstsorten, diversen Marmeladen und Kornflakes konnte man auch zwischen viel Obst und einigen Wurst- und einer Käsesorte wählen. Gekochte Eier, Rührei, gebratener Schinken und kleine warme Würstchen komplettierten die Auswahl.
Für die Aufmerksamkeit des Personals und die Sauberkeit der Frühstückstische hat das Hotel leider nur einen Stern verdient. Die Tische wurden zwar nach Verlassen der Gäste abgeräumt, doch die schmuddeligen Tischdecken wurden nicht gewechselt. Dabei hätte man nur die oben draufgelegten Tischtücher auswechseln müssen. Oft sind wir von Tisch zu Tisch gegangen, um wenigstens an einem halbwegs nicht mit Kaffee, Ei und Marmelade verschmierten Tisch zu frühstücken.
Die gekochten Eier waren oft kalt, weil manche Gäste den Deckel nicht auf den Topf zurückstellten und das Personal diese Dienstleistung wohl nicht bezahlt bekommt. Zu bemängeln wäre auch noch, dass es manchmal keine kleinen Löffel gab, dann musste man die weichgekochten Eier mit dem Suppenlöffel essen. Für Marmelade und Kornflakes vermissten wir die entsprechenden Schälchen, genauso wie die kleinen Abfallbehälter auf den Tischen. (TOP)
Die U-Bahn (Tunnelbanan) fährt mit leisen modernen hell ausgeleuchteten Wagen, die U-Bahn Stationen sind sauber und hell ausgeleuchtet, die Wegweiser sind leicht und verständlich zu lesen. Wir haben selten länger als 3 Minuten auf einen Zug gewartet. Wir fühlten uns zu jeder Zeit sicher. (Das lag aber mehr an der Zusammensetzung der Stockholmer Bevölkerung.)
In den Bussen muss man
vorne einsteigen und bezahlen oder das Tagesticket vorzeigen. Alle Busfahrer,
mit denen wir zu tun hatten, sprachen Englisch und waren die freundlichsten, die
wir bisher in unserem Leben getroffen haben. Als wir unsere erste Fahrt vom
Hotel in die City unternahmen und ich beim Busfahrer nach dem Preis fragte,
klärte er mich sofort freundlich auf, dass der Ticketkauf beim ihm am teuersten
sei und wir doch in der Zentralstation uns entweder eine Streifenkarte oder ein
Ein- oder Drei-Tagesticket besorgen sollten. Busfahrer können nur einzelne
Fahrscheine ausgeben.
Busse fahren i.d.R. im 20 Minutentakt und mit ihnen erreicht man jeden Winkel
der Stadt. Linienpläne gibt es bei SL-Traffik. (TOP)
Was man gesehen haben muss:
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Gamla Stan, die Altstadtinsel o Der Wachwechsel im Hof des Stadtschlosses o Riddagsholmen, am Rand von Gamla Stan o Djurgarden |
(TOP) |
Schon morgens früh lieferten endlose Buskolonnen Touristen auf einem Parkplatz
seitlich am Schloss ab. Von dort sind es nur ein paar Schritte in die Altstadt.
Mit ihren FlipFlops stolperten vor allem Japaner und Chinesen dann mehr oder weniger die mit knubbeligen
Steinen bepflasterten engen Straßen hinauf und hinab. Vorbei an vielen kleinen
Souvenirläden, aber auch an normalen Geschäften, in denen die Bewohner der
Altstadtinsel sich in kleinen Tante Emma Läden ihre kleine wunderbare Welt
erhalten haben. Wie auch sonst typisch in Schweden, stehen auf den schmalen
Fußwegen, wo immer der Platz ausreicht für kleine Tische mit Stühlen neben
einem kleinen Geschäft das Snaks oder Getränke anbietet.
Auch hier kann man das noch immer etwas gestörte Verhältnis der Schweden zum Alkohol antreffen. Wir standen auf einem etwas größeren Platz in der Altstadt und wollten etwas Erfrischendes trinken. Rund um uns herum ein Restaurant neben dem anderen mit vielen Tischen und Stühlen vor den Gebäuden. Alle Stühle waren besetzt, es war ja auch warm an diesem Tag. Nur vor einem einzigen Lokal standen die Tische leer und die Stühle waren alle unbesetzt. Die Bedienung lehnte an der Tür und wartete offensichtlich auf Gäste. Seltsam, dachten wir uns, und fanden, dass es am Herdentrieb der Menschen liegen müsse. Ungeachtet dessen suchten wir uns den besten Tisch aus. Kaum dass wir saßen, stand der Kellner neben uns. Wir bestellten einen Kaffe und ein Erfrischungsgetränk. Die Mine des Kellners verzog sich. Dann machte er uns klar, dass er keine Erfrischungsgetränke habe, auch keinen Kaffee oder Tee. Das gäbe es alles nebenan, und er deutete mit einen weiten Armbewegung auf die vollen Lokale. Bei ihm könnten wir nur alkoholische Getränke bestellen; die es nebenan nicht gäbe. (TOP)
Die meist kleinen und zierlichen Leutchen
wuseln sich überall hindurch, um die besten Plätze zu erhaschen. Sie scheuen
sich auch nicht, sich mitten in Marschwege oder Tordurchgängen zu platzieren,
um das beste Bild in Frontalperspektive zu schießen. Nur unwillig lassen sie
sich zu gegebener Zeit von kontrollierenden Wachsoldaten hinter die Absperrungen
treiben.
Als es dann endlich mit dem Aufmarsch losging und die Musikkapelle zur schmissigen Marschmusik Formationsakrobatik betrieb, stellt man sich schon die Frage, ob das alles nur wegen der Touristen vorgeführt wird, oder nicht doch alte Tradition damit bewahrt werden soll. Wie auch immer, das fast einstündige Schauspiel ist sehenswert und man sollte es sich nicht entgehen lassen. (TOP)
Riddarholmen ist der westliche Teil von Gamla Stan, getrennt von der
Autostraße und Bahnschienen.
Man erreicht diesen Abschnitt entweder über eine Brücke von Gamla Stan
kommend oder direkt aus der U-Bahnstation. Neben der alten Kirche im Zentrum mit
seinem durchsichtigen Kirchturm sind
die breiten Treppen direkt am Mälarsee ein magischer Anziehungspunkt. Viele
Bänke laden ein, sich hinzusetzen und einfach nur den reizvollen Blick auf das Stadthaus
von rechts, nach links über den Mälarsee bis auf das Steilufer Mariaberget auf sich einwirken zu lassen. (TOP)
Mit den Buslinen 44 und 47 oder der Straßenbahn Linie 7 oder nach einem Spaziergang am Wasser entlang kommt man auf die Insel Djurgarden. Die Insel diente in früheren Jahrhunderten dem Königshaus als Tiergarten. Heute ist sie das Ausflugsziel der Stockholmer an den Wochenenden. Viele Bäume spenden in den warmen Sommern kühlen Schatten, viele Parkbänke und große Rasenflächen locken zum ausruhen, das Wasser immer in Sichtweite.
Neben dem Vasa-Museum bieten noch viele andere Museen einen Einblick in die
Geschichte und die Kultur der Schweden. Hier steht auch die Halle, in der ABBA
erfolgreich geworden ist. Nicht zuletzt können Familien mit Kindern in einem
Erlebniszoo und natürlich dem Tivoli (einem in die Jahre gekommenen
Vergnügungspark) ihre Freizeit verbringen.
Zwei Gasthäuser mit Außentischen unter großen schattenspendenden Bäumen laden zum Verweilen ein. Das eine ist
etwas feiner, und erfordert den sicheren Umgang mit Besteck und Gläsern.
Das andere basiert auf Teilselbstbedienung. Als wir hier an unserem zweiten Besuchstag Platz nahmen,
kannten wir die schwedische Dienstleistungseigenarten noch nicht.
Deshalb wurden wir nicht bedient und sind hungrig und durstig wieder gegangen.
(TOP)
Mein Weg führte von der U-Bahnstation Slussen Richtung Mälarsee am
Eingang des Hilton vorbei. Ein paar harmlose Treppen hinauf, nach einiger Zeit
Treppen wieder runter. Dort gelangte ich in einen sehr ruhigen schönen alten
Teil von Mariaberget. Nach weiteren Schritten auf einer Kopfsteinpflasterstraße
begann der alpine Anstieg dieser Straße. Oben angekommen wies mich ein zugespraytes
Schild nach rechts in einen schmalen Parkweg, an dessen Ende sich die kleine
Aussichtsplattform mit Bänken befindet. Man wird mit einem wunderschönen
Ausblick auf den Mälarsee, das Stadthaus, Riddarholmen und Gamla Stan belohnt.
(TOP)
Deshalb gehören Schiffsausflüge auch mit zur Erkundung Stockholms.
Eine Vielzahl von Sightseeing Touren werden angeboten, genauso wie Fähren, die
einen zum Beispiel nach Vaxholm oder Drottningholm bringen. Man kann dort das
Schiff verlassen und am Ende der individuellen Tour die meist stündlich
verkehrenden Schiffe wieder zur Rückfahrt besteigen. Die Preise halten sich in
Grenzen. Welche Touren man macht, bleibt einem schließlich und endlich selbst überlassen.
Im folgenden habe ich 3 Touren aufgeführt, die wir gemacht haben.
Natürlich führt auch irgend eine Straße dort hin, mit der Personenfähre
lernt man aber gleich die viel schönere Seite Stockholms mit seiner Inselwelt
kennen. Nach einer Stunde legt das Schiff an. Vom
Fähranleger bietet sich schon ein wunderschönes Panorama mit dem Schloss der Königsfamilie. Der
Schlosspark ist frei zugänglich. Der ganze Schlossbereich ist sehenswert. Viele
Parkbänke in schattigen oder sonnigen Plätzen laden zum Verweilen ein. Hier
kann man die Seele baumeln lassen. Keine Angst vor den Touristenströmen, die
verteilen sich schnell in der ganzen Gegend.
Wir stellten unseren Wagen an einem kostenlosen
Parkplatz am Mälarsee ab, gegenüber des dicken und trutzig wirkenden Schlosses
Gripsholm. Das Schloss erreicht man durch einen kleinen Park. Wir konnten das
Schloss von außen und vom Innenhof her besichtigen. Parkbänke im Schlossgarten
am See laden zwingend zum Ausruhen und Verweilen ein. Eine zufriedene Ruhe
überkommt einen in dem wohligen Schutz dieses trutzigen Schlosses.
Der kleine Ort Mariefred liegt auf der anderen Seite des Parkplatzes und ist
eine typisch schwedisches Dorf mit einer kleinen Fußgängerstraße.
Alles wirkt verschlafen
und ruhig. Man meint, irgendwo in den 50gern versunken zu sein. Kinder spielen Fangen zwischen den
in kleinen Gruppen zusammenstehenden Erwachsenen, manch Geschäftsinhaber warten vor seinem Laden
stehend auf Kundschaft.
Man wird freundlich und zurückhaltend bedient.
Vielleicht hatten wir auch nur Glück, dass außer uns keine
Touristen das schwedische Kleinod heimsuchten. Ein Hotel mit Außenterrasse und
tollem Blick auf das Schloss suchten wir aus, um bei einer Tasse Kaffe den
Ausblick zu genießen. Leider wollte auch hier niemand mit uns Umsatz machen.
Der Gastwirt lief ein paar mal in einiger Entfernung an uns vorbei, schaute sogar zu uns hinüber. Doch er
ignorierte meine Gemahlin am Tisch und mich, der sich vermeintlich schlauerweise
direkt an den Ausschank gestellt hatte. Nach 10 Minuten des Wartens auf eine
Bedienung verließen wir den ungastlichen Ort Richtung Zentrum. Am Ende der Fußgängerstraße
vor dem See liegt der
Marktplatz, natürlich auch hier mit Tischen und Stühlen vor einem Cafe.
Der schwedischen Dienstleistungseigenarten
zufolge bin ich lieber gleich in das Cafe gegangen, um meine Bestellung
aufzugeben und richtig, auch den Kuchen und den Kaffee muss man selbst mit
zum Tisch nehmen. Das Abräumen übernimmt jemand aus dem Cafe.
(TOP)
Auch Sigtuna liegt ca. 60 Km vor Stockholm, diesmal erreicht man es von der
E4 nach Norden Richtung Arlanda/Uppsala.
Die sehenswerte Altstadt liegt kurz vor dem
Sigtunafjord auf der rechten Seite. Sie ist von der Straße aus nicht sofort zu erkennen.
Wie auch schon in Mariefred stehen rechts und links der schmalen Hauptgeschäftsstraße
geduckte kleine farbenfrohe Häuser. Nichts, so schein es, könnte diese
schwedische Kleinstadtidylle aus der Ruhe bringen. Sigtuna und seine direkte
Umgebung ist sehr geschichtsträchtig, was z.B. mit dem kleinsten Rathaus
Schwedens von 1744 und der Mariakirche, dem ältesten Ziegelgebäude von 1247,
belegt wird. Museen und Runensteine gehören ebenso dazu.
Uppsala kam uns im ersten Moment wie Münster/Westf. vor, weil es hier vor Radfahrern nur so wimmelte. Es ist ja auch eine altehrwürdige Universitätsstadt. Alle Plätze und jede freie Ecke waren mit Fahrrädern zugestellt. Zur Mittagszeit bevölkerten wohl alle Stundenten die Fußgängerzone und die einschlägigen Cafes und Restaurants. (TOP)
Nur, irgendwie sind waren die Schweden schon komisch. Meine Ehefrau wartete einmal auf einer Bank an einem schönen Platz auf mich, als ich auf Fototour ging. Eine zweite Frau saß in einem solchen Abstand neben ihr, so dass zwischen den beiden eigentlich kein Platz mehr frei war. Dachte sie. Doch dann kam eine weitere Frau mit Cola in der einen und HotDog in der anderen Hand und zwängte sich wortlos zwischen die beiden.
Auch setzten sich Schweden wortlos an unseren Tisch, ohne vorher zu fragen, ohne mal etwas zu sagen oder mal wenigstens einem zuzunicken.
In Stockholm, aber auch in allen Städten und Dörfern bei unseren Ausflügen sahen wir vor den Restaurants, Bars, Cafes Tische mit Stühlen oder Bänken stehen. Und ist der Gehsteig noch so schmal, dann sind die Stühle und Tische eben an der Hauswand klappbar angebracht. Ob man sich nach dem Setzen allerdings bedient wird, oder ob man sich die Sachen selbst holen muss, scheinen nur die Schweden den Lokalitäten anzusehen. Wir machten da so unsere eigenen Erfahrungen mit dieser Dienstleistung.
Gewöhnungsbedürftig war auch die oft gemeinsame Nutzung der Toiletten von Männern und Frauen.
Man wirft Deutschland oft vor, es sei eine Service Wüste. Die Schweden allerdings haben sie erfunden. Nicht nur in der Hauptstadt Stockholm, sondern auch in der Umgebung erwischte uns das schwedische Leben. Ich möchte den Zusammenstoß mit dieser Philosophie an einigen Beispielen erläutern. In unserem Hotel fing es ja schon an, das Dienstleistungen im Frühstücksraum verbesserungswürdig waren.
Bei unserem ersten Lokalbesuch zur Mittagszeit in der City fanden wir einen freien Platz an einem Vierertisch. Sogleich kam die Bedienung, aber nicht um unsere Bestellung aufzunehmen, sondern um uns an einen Zweiertisch in der Ecke zu platzieren. (Es gab kein Schild, "wait to be seated"). Dann verschwand sie wieder. Nach 3 Minuten setzten sich wieder 2 Leute an den Vierertisch. Die durften bleiben, es war sonst nichts mehr frei. Nach weiteren 5 Minuten kam dann jemand und nahm die Bestellung auf. Das Bedienungspersonal stellte uns muffelig das Essen hin. Als am Nachbartisch serviert wurde, nahm sie uns einfach Senf- und Ketchupflasche wortlos weg, um sie auf den Nebentisch zu stellen. Auch räumte sie das Geschirr erst nach Aufforderung ab, und zum Bezahlen bin ich dann an die Kasse gegangen, weil sie nicht wiederkam um die Rechnung zu bringen.
Vielleicht war das ja ein Einzelfall und in Djurgarden war alles besser. Wir nahmen also im Außenbereich des Restaurants unter schattigen Bäumen Platz und warteten auf die Bedienung. Diese lief geschäftig zwischen Restaurant und Tischen hin und her brachte Getränke und Teller mit Essen zu den Gästen. Wir wurden geflissentlich ignoriert, obwohl sie mehrmals an unserem Tisch vorbei kam und uns auch anschaute. Endlich, nach 5 Minuten steuerte sie auf unseren Tisch zu. Gerade öffnete ich meinen Mund, um meine Bestellung abzugeben, lief sie, uns anschauend, an uns vorbei, um einen weiter hinten stehenden Nachbartisch abzuräumen. Danach verschwand sie wieder. Ich machte meinen Mund wieder zu und wir verließen die Lokalität. Schade eigentlich, wäre ein schöne Platz gewesen.
Wir versuchten es nun in einem Außenlokal am Nybroplan, mitten in der Stadt.
Der Außenbereich war voll besetzt, alle Gäste saßen vor vollen Gläsern und Tellern.
Hier wird's wohl klappen. Wir ergatterten 2 Plätze an einem Tisch, der gerade von Gästen
verlassen wurde. Wieder liefen die Bedienungen an unserem Tisch vorbei, noch
nicht mal der Tisch wurde abgeräumt. Nach einiger Zeit hielten die beiden
Bedienungen in unserer Nähe auch noch ein gemütliches Schwätzchen. Wir hatten
immer noch nichts bestellt. Alles Winken und Rufen half nichts. Sie schauten
zwar herüber, doch wir wurden einfach nicht bedient.
Total sauer ob dieser
Umsatzverweigerung verließen wir hungrig und durstig die Lokalität. Heute
versorgten wir uns McDonalds und setzten uns auf eine Bank an der Straße.
Den letzten Versuch starteten wir einen Tag später zur Mittagszeit in einem Lokal nahe des Schlosses. Diesmal hielt ich die Bedienung an der Schürze fest und fragte nach Bedienung. Die erklärte mir sehr freundlich, dass man in Lokal hineingehen, an der Kasse die Bestellung aufgeben und bezahlen müsse. Dann würde das Bestellte an den Tisch gebracht. Aha! Diesmal bekamen wir tatsächlich unser Essen.
Am nächsten Tag, wieder ein anderes Lokal in der Stadt, setzte ich mich gar nicht erst, sondern fragte die herumwuselnde Bedienung sofort beim Vorbeigehen: Drinnen bestellen, nicht wahr? Ich wurde fast mit Blicken gefressen. "Natürlich nicht, ich komme ja schon!!", bellte sie mich an. Ich solle mich setzen und wir würden selbstverständlich von ihr bedient. Schön. Wurden wir auch. Wir sind dann genauso muffelig bedient worden wie vor 2 Tagen schon mal. Sogar mit der Bezahlung mussten wir wieder hinterher laufen.
Wie haben bis heute nicht herausbekommen, woran man an einem schwedischen Lokal mit Außentischen erkennt, ob man die Bestellung am Tisch oder an der Kasse vornehmen muss. Nun, wir waren ja auch Schwedenanfänger. (TOP)
Der Schwede an sich kann es sich leisten. Er kann sich auch gute Autos leisten. Kleinwagen, besonders japanische, sieht man selten. Dafür verstopfen Saab, die großen Volvos, Audis A6 und Cabrios Stockholms Straßen. Und das auch, obwohl Benzin genauso teuer ist wie bei uns. (TOP)