Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, mit einer Harley auf der Route 66
die USA zu durchqueren oder auf dem Pacific Highway No. 1 die amerikanische Pazifik Küste hinunter zu
reisen?
Wir machten uns den Traum wahr; allerdings erst mal nur für Anfänger, denn wir
mieteten uns in San Francisco ein Wohnmobil. Damit fuhren wir rund 900 von 2478 Km des Pacific Highways
bis San Diego
und später rund 75 Km von 3943 Km auf der Route 66 von Amboy, CA bis kurz vor
Needles, AZ. Das nimmt sich zwar bescheiden aus,
doch für uns ist ein Wohnmobil an der Küste und in der Wüste komfortabler als ein Motorrad.
Las Vegas stand schon immer auf unserer Wunschliste. Wenn man schon mal in der
Gegend ist, bietet sich natürlich der Grand Canyon als ein "must see" Ziel an.
Dafür ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt. Abends locken die Lichter der Stadt und die gebotenen Attraktionen.
Drei Wochen Zeit war natürlich wieder viel zu kurz, um alle highlights zu besuchen. Der
Yosemite Nationalpark, der Sequoia Nationalpark, der Death Valley Nationalpark
genauso wie das Monument Valley Richtung Utah fallen nicht nur
der Zeit, sondern auch der Jahreszeit zum Opfer. In drei Wochen sind die
genannten Ziele zusammen mit unserer gewählten Route einfach nicht drin.
Von Las Vegas sind wir in gut 60 Minuten mit einer sehr komfortablen US-Air
Maschine nach San Francisco geflogen und haben uns drei Tage
die Stadt angesehen, bevor wir uns das Wohnmobil angemietet haben. Damit sind wir zuerst an die nördlich von San Francisco gelegene Pazifikküste
Richtung Santa Rosa, Jenner und Bodega Bay gefahren. Anschließend ging die Reise nach Süden auf dem Pacifc Highway hinunter bis San
Diego. Durch den Joshua Tree N.P. fuhren wir nach Las Vegas zurück, weil wir von
dort den Rückflug antreten mussten.
(TOP)
Hier geht's direkt zum Reisebericht Las Vegas oder zum Reisebericht San Francisco.
Hier geht's weiter mit dem Reisebericht der Wohnmobiltour durch Kalifornien.
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[16. März] San Francisco
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Der Shuttle holt und am Montag Vormittag gegen 10 Uhr im Holiday Inn Golden Gateway ab. An einem
anderen Hotel, in Fisherman's Wharf, nehmen wir noch ein deutsches Paar aus
Nürnberg auf,
bevor wir in einer gut einstündigen Fahrt nach Dublin zur Vermieterstation
gebracht werden. Mit den netten Deutschen kommen wir schnell ins Gespräch,
und es beginnt ein intensiver Erfahrungsaustausch, auch, weil wir in den USA das
erste Mal mit einem Wohnmobil unterwegs sind. Man ist ja für jeden Hinweis dankbar. Der genauso nette Fahrer von El Monte, ein Bulgare, tat mir ein wenig leid, denn seine Versuche uns
mit San Francisco Flower Power Musik aus den 60gern in eine adäquate Stimmung zu versetzten,
misslingt ihm gänzlich. Enttäuscht dreht er das Radio
leise, nachdem wir unserer Unterhaltung sehr laut führen müssen, wegen der lauten Musik.
Als USA-Motorhome-Anfänger werden wir mit der Übergabe des rollenden Heimes vom durchaus freundlichen Personal, das ein gutes und verständliches Englisch sprach, förmlich überrollt. Zuerst hämmert uns ein Video in deutscher Sprache die Handhabung der Wohnmobiltechnik wie in einem schlechten amerikanischen Werbefilm in die Köpfe. Direkt im Anschluss erfolgt das Ausfüllen von Formularen. Sofort geht es weiter mit einer guten Einweisung von einer freundlichen Mitarbeiterin in gutem Englisch, und schon müssen wir im Büro gefühlte 25 Formulare 75 mal unterschreiben und nach einer Stunde sitzen wir in unserem 7,5m langen und 2,40m breiten Gefährt und fahren vom Hof. Im Grunde sind wir froh, nur ein so kleines Wohnmobil gemietet zu haben. Die Nürnberger Bekannten bekommen gerade ihre Einweisung für einen riesigen Bus mit Slide-out-Technik.
Weil alles so straff organisiert ablief kontrollierten wir das bereitgestellte Convenient Kit und und das Personal Kit nicht auf Vollständigkeit, genauso wenig wie den Meilenstand des schon in die Jahre gekommenen Motorhomes. Das sollten wir erst noch später merken.
Nachdem die Koffer sicher eingeladen und wir vom Hof gerollt waren, folgen wir der Beschreibung des Vermieters zum nächsten
Safeway, einer Supermarktkette. Die netten Deutschen hatten uns empfohlen,
gleich beim ersten Einkauf eine Service Card bei Safeway zu beantragen, man würde schöne Rabatte
damit erzielen. Ich fülle also gleich beim
Hineingehen den Antrag aus, während Gisela beginnt, den Einkaufswagen zu füllen. Safeway-Supermärkte
gibt es hauptsächlich im
Nordkalifornischen
Raum, sie sind wirklich preisgünstig, wie wir später im Vergleich feststellten, und mit der Karte
sparen wir bei jedem Einkauf
rund 20 %. An dieser Stelle ein großer Dank an die lieben Nürnberger. Sorgen
über den Datenschutz wegen der Adressangaben auf dem Antrag braucht man sich
nicht zu machen. Ich denke mal,
weil die deutsche Adresse nicht in das Computereingabeformat amerikanischer Adressen passt, wird es keine Probleme
geben; hat es bisher auch nicht. (TOP)
San Francisco hat nicht nur die schlechtesten Straßen der westlichen Welt,
sondern auch recht enge Fahrspuren für amerikanische Verhältnisse. So quäle
ich mich schweißgebadet mitten durch die City quer durch die Stadt auf der US 101 zur Golden Gate Bridge. Rechts neben mir die
Stadtbusse und LKW's, links neben mir mit überhöhten Geschwindigkeiten
fahrende SUV's und Pickups und ich mit dem überbreiten Wohnmobil mit über die Fahrzeugbreite ausladenden
Außenspiegeln auf der mittleren Spur in der
einsetzenden rush hour. Das mache ich nie wieder! Wenigstens kenne ich
mich in diesem Bereich noch gut aus, weil wir die Straßen von San Francisco 3 Tage zuvor mit
den Stadtbussen erkundet hatten und ich so die Gegend noch im Kopf habe. Belohnt
werde ich am Ende dann doch noch, mit der Überquerung der Golden Gate Bridge. An
Sausalito lassen wir uns heute mit Höchstgeschwindigkeit auf der 5 spurigen US 101 in Richtung Norden
vorbeitreiben bis hinauf nach Petaluma zum KOA Campground. Als wir auf den Platz
fahren, habe ich steife Arme und Hände vom krampfhaften festhalten des
Lenkrades dieses bei 110 Km/h hin und herschwimmenden Wohnmobils. Wie sind bloß
die 68ger auf den Traum von Frieden und Freiheit unter dem Motto Make Love Not
War in diese Flower Power Stimmung gekommen. Wahrscheinlich sind die getrampt
auf Straßen, die nicht diesen katastrophalen Zustand hatten wie heute und auf
Straßen auf denen keine StockCar Rennen für Privatleute stattfinden. Denn
Stoßstange an Stoßstange auf 5 Spuren mit 65 Mph ist dieser
Traum heute auf dem Highway in Grund und Boden gefahren worden. Solange es noch hell ist, richten wir uns erst einmal ein und stellen dabei fest, dass die von El Monte teuer bezahlten Kits recht unvollständig sind. Außerdem haben die beiden Tassen einen feinen Riss, so dass der heiße Kaffee rinnt, bevor wir ihn trinken können. Die Inneneinrichtung ist zwar oberflächlich sauber, aber die Holzoberflächen der Schränke und die Stoffbezüge der Sofas, Sessel usw. sehen speckig aus, verwohnt und abgenutzt. Wenigstens stimmen die Bettenmaße und sie waren auch zum schlafen ganz bequem. Beim Abendessen hält endlich ein wenig Urlaubsstimmung Einzug. Doch sie wird sofort wieder zunichte gemacht, als ich versuche, meine mit Flower Power MP3 CDs der 60ger Jahre vom Autoradio abspielen zu lassen. Es kommt nur ein klägliches Rauschen aus den Lautsprechern. Der Radio-CD Spieler kann meine MP3 Musik nicht interpretieren. Nun gut, dann muss eben die reichlich angebotene Country- und Western Musik aus dem Radio reichen. (TOP)
[17. März] Bodega Bay
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Die Wolken hängen sehr tief, oft ziehen Nebelschwaden vom Meer an Land und bleiben an
den Bergen hängen. Wir fahren auf der US1, dem Pacific Highway, nach Süden Richtung Bodega Bay, wo das
Schulhaus steht, in dem Alfred Hitchcock seinen Schocker
Die Vögel gedreht hat. Große Lust verspüren wir bei der Wetterlage allerdings nicht, den nicht gerade attraktiv
wirkenden Ort zu erkunden. Wir entscheiden uns zur direkten Rückkehr nach
Petaluma, um auf der US 101 südwärts zum nächsten Ziel, Sausalito, zu fahren.
Kaum haben wir die Berge hinter uns gelassen, wischt die Sonne die dicken Wolken beiseite, und vor uns liegt ein von der Sonne beschienenes Land.
Unser Wohnmobil ist für amerikanische Verhältnisse nicht gerade sehr groß, und doch ist es und wird es schwierig, einen Parkplatz zu finden. Nach dem wir etwas in der Gegend um die Hausboote herumgeirrt sind, halten wir auf einer Straße, wo das Parken zwar nicht erlaubt ist, wir aber niemanden behindern. Es ist Ebbe und die Hausboote sitzen auf dem trockenen. Trotzdem, auch ohne Flower Power Musik, versuche ich mir das Leben der 68ger hier vorzustellen. Es gelingt mir nur schwerlich, als ich den ein oder anderen Bewohner an seinem Haus werkeln sehe. Trotzdem, muss man mal gesehen haben.
Weiter geht's zu den Aussichtspunkten auf der Conzelman Road, in der Golden Gate National Recreation Area,
von der man die Golden Gate Bridge aus bewundern kann. Die Aussicht ist einfach überwältigend. Der Touristenverkehr
hält sich in Grenzen, wir können sogar unser Womo so abstellen, dass wir bei einem kleinen
Mittagssnack die vom Pazifik hereinziehen Nebelschwaden, die unter und über der
Brücke her wabern, genüsslich betrachten können. Mal ist die andere Seite der
Brücke nicht zu sehen, mal streckt sich die hintere Pylone aus dem Nebel
heraus, mal ziehen die Schwaden unter der Brücke hindurch. Es ist ein
fesselndes Naturschauspiel, was sich uns hier bietet.
Mit diesen Eindrücken verlassen wir San Francisco, in dem wir die Golden Gate Bridge südwärts nehmen, die 6$ Wegzoll bezahlen, und gleich bei der nächsten Ausfahrt auf die US 1 einbiegen um bloß nicht noch einmal diese schreckliche US 101 fahren zu müssen. Die Entscheidung der US1 an der Küste zu folgen oder auf der Interstate 280 zügig aus den Vororten San Franciscos hinaus Richtung Süden zu fahren, nimmt uns der Nebel direkt an der Küste ab. So kommen wir bei immer weniger werdenden Verkehr wir unter strahlend blauem Himmel zügig bis Woodside voran.
Einem Internet Reisebericht folgend nehmen wir die Strecke auf der US 84 über Woodside, La Honda bis San Gregorio, um dort wieder auf die US1 an der Küste zu treffen. Die Strecke wurde als wunderschöne Alternative zur Küstenstrecke der US 1 beschrieben. Es zeigt sich wieder einmal, dass Landschaftsempfindungen und Wahrnehmungen sehr subjektiv sind. Für mich ist die kurvenreiche Strecke mit dem Wohnmobil recht beschwerlich zu fahren, so dass ich von der Landschaft nicht allzu viel mitbekomme. Die bewaltete Mittelgebirgslandschaft selbst ist zwar recht schön, aber wenn wir sie nicht gesehen hätten, hätten wir auch nichts versäumt. Auf einem Parkplatz an Alice's Restaurant kommt mir der gleichnamige Titel eines Songs von Woody Guthrie in den Sinn. Höchstwahrscheinlich hat dieses Restaurant aber gar nichts damit zu tun. Aber hübsch anzusehen war es trotzdem. Im zweiten Teil führt die Strecke durch eine langweilige Hügellandschaft wieder hinunter zum Pacific Highway der US 1 an der Küste. Hier begrüßt uns wieder der alte Weggefährte Nebel, der sich erst hinter dem Lighthouse auflöst. Somit hatte der sonnige Weg über die I280 und La Honda doch etwas Gutes.
Es ist noch recht früh am Nachmittag, als wir auf den KOA Campground Santa Cruz North
auffahren. Er macht selbst Werbung dafür, dass Großstädter hier zurück zur Natur finden in absoluter Abgeschiedenheit. Das kann ich nur betätigen. Hier ist, auf einem wirklich
sehr schönen
Gelände, der Hund begraben. Das ist uns dann doch ein wenig zu einsam und verlassen. Und weil der Platz so unheimlich unheimlich
wirkt, beschließen wir sofort umzudrehen und zum nächsten KOA, 10 Meilen hinter Santa Cruz, weiterzufahren.
Diese Entscheidung lohnt sich wirklich. Die Anlage macht einen freundlichen, sauberen
Eindruck. Die Stellplätze liegen im Grünen, mit kleinen Hecken von einander
getrennt. Ein Swimmingpool ist sogar in Betrieb. Die sanitären Anlagen sind sauber
und die Waschmaschinen und Trockner sehen recht neu aus. Der kleine Shop ist gut
sortiert, die Leute freundlich. Hier fühlen wir uns wohl. Auch hier gibt es kein Internet, nur Wi-Fi.
Nachteil der Entscheidung für diesen Platz ist allerdings, dass wir im Nachmittagsverkehr
mitten durch Santa Cruz hindurch mussten und jetzt die Zeit fehlt, die Stadt näher
kennenzulernen. Auch passt es sich nun nicht mehr, einen Abstecher nach Felton
zu machen, zum Henry Cowell Redwood State Park. Im Park kann man schön wandern
und Redwood Mammutbäume bewundern. Wanderwege führen zum Oberservation Deck,
von dem aus man eine tolle Aussicht auf die Monterey Bay und auf Santa Cruz hat.
(TOP)
[17. März] Santa Cruz
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folgt der über 125 km langen Küste, oft direkt am Ozean
entlang und den dahinter steil aufragenden Bergen. Viele offizielle Vista Points
und unzählige kleinere Haltebuchten laden einem zum Anhalten,
Aussteigen und Bewundern dieser unsagbar schönen Küstenlinie ein. Der Name Big
Sur stammt aus der spanischen Kolonialzeit und ist zusammengesetzt aus dem englischen Wort big "groß" und
dem spanischen Wort sur "Süden". Wir fahren bei strahlendem Sonnenschein, nur in der
Ferne zeigten sich hier und dort Nebelbänke. Dieser Nachmittag entschädigt uns für den verkorksten Vormittag.
So ganz aber dann auch wieder nicht, denn eigentlich wollten wir uns den Wasserfall am Strand des Julia Pfeiffer Burns State Park
ansehen. Doch den überfüllten kleinen Parkplatz am Straßenrand nehme ich nur im Vorbeifahren wahr. Mit unserem
Lastwagen hätte ich da keine Chance gehabt.Am späten Nachmittag erreichen wir Morro Bay. Der dicke Felsen in der Bucht zeigte es uns an. Kurz vor Morro Bay lockt ein großer Parkplatz zum Anhalten, nicht nur um sich den Strand anzusehen. Hier aalen sich Seeelefanten faul in der Sonne. Des Fahrens müde erreichen wir gegen 17:30 Uhr den KOA Campground hinter Santa Margarita. Das Office war geschlossen. Nach einiger Zeit braust der Chef mit einem Quad heran und lotst uns auf einen grauenvollen staubigen Abstellplatz, weil wir keine Reservierung haben. Doch wir bekommen unser Womo nicht annährend in die Waage. Ich laufe los um ihn zu suchen. Nach einem großen Palaver, warum wir denn unsere Probleme nicht lösen könnten, lotst er uns durchs halbe Gebirge auf einen etwas besseren Stellplatz, diesmal weit ab von allen Sanitäranlagen, die in dem hügeligen Gelände nur schwerlich zu erreichen sind. Ist auch besser so, denn die Anlagen sind durchaus rudimentär ausgestattet und passen sich so dieser (für uns) ungastlichen Wildnis an. Dass es hier kein Internet gibt ist klar, aber auch der Radioempfang ist sehr schlecht. Wenn es zwischenzeitlich nicht schon dunkel geworden wäre, wir hätten uns etwas anderes gesucht. (TOP)
[19. März] Santa Margarita
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Je näher wir Santa Barbara kommen, umso diesiger wird es. Wir suchen uns den Weg zur kilometerlangen Strandpromenade. Auf dem an der Beach entlangführenden palmebestandenen Cabrillo Blvd. gibt es, wohl auch wegen des diesigen Wetters reichlich Parkplätze. Und weil die Straße breit genug ist, stellen wir unser Womo am Straßenrand ab. Nach einem kleinen Mittagssnack können wir bei ein Spaziergang auf der Promenade die Schönheit der Küste nur erahnen, weil das diesige Wetter und der bedeckte Himmel keine allzu weite Sicht zulässt.
Irgendwo zwischen Ventura und Oxnard, immer noch auf der Suche nach einem Supermarkt und einer Tankstelle verliere ich die Orientierung auf dem Weg nach Malibu. Die Beschilderung kennt nur die Hauptrichtung Los Angeles, wo wir nicht hin wollen. Somit verpassen wir die San Buenaventura State Beach in Ventura, ein bei Schwimmern und Surfern beliebter Strand. und der Ventura Pier. Er ist der längste hölzerne Pier Kaliforniens. Nach einigem Suchen finde ich die US 101 wieder UND eine billige Tankstelle, es wurde aber auch höchste Eisenbahn, die Tanknadel kratzt schon den das Ende des roten Bereiches.
Der 4 spurige Pacific Coast Highway nach Malibu ist bestimmt eine schöne
Strecke. Doch die dicken Wolken stauen sich an den neben dem Highway aufragenden
Bergen und beeinträchtigen die Sicht auf die Küstenlinie.
Der Malibu Beach RV Park liegt direkt oberhalb des Highways und ist leicht gefunden.
Von hier sind es nur noch ca. 15 mi./24Km bis Santa Monica. Der Platz führt
serpentinenartig noch oben und man hat einen phantastischen
Blick auf den blauen Pazifik und den Küstenstreifen, wenn, ja wenn dieses
diesige Wetter nicht gewesen wäre.
Die Plätze mit Ocean View sind sehr teuer, doch Ocean View hat man eigentlich
von überall, besonders von der oberen Plätzen, denen mit sog. Mountain View.
Vorteil der Mountain View Plätze ist auch, dass man den Straßenlärm nicht so
hört. Allen Internet-Unkenrufen zum Trotz waren die Betreiber des Parks
außerordentlich nett und hilfsbereit.
So erfuhren wir auch, dass die Supermärkte von Safeway hier VON's heißen, oder
Ralph's oder Albertson's. Auch hier gibt es kein Internet, nur Wi-Fi.
(TOP)
[20. März] Los Angeles
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Dank guter Vorbereitung finden wir den Hollywood Bvld. schnell, aber keinen
Parkplatz. Die im Internet in allen möglichen Routenplanern aufgeführten
Parkplätze sind entweder private, oder mit diesen hässlichen Fahrbahnkrallen
ausgestattet, die
einem die Reifen aufschlitzen, wenn man wieder hinaus will, oder es gibt sie nicht mehr, weil mittlerweile
bebaut, oder sie waren für Wohnmobile verboten, wie uns ein Parkplatzwächter in
harschem Ton zu verstehen gibt.
In einigen Seitenstraßen stehen manche Autos schon mit diesen schicken
Parkkrallen, überall laufen Politessen herum. Wir wollten schon entnervt
aufgeben, sehen wir einer Seitenstraße des Hollywood Blvd., der Whitley Street,
freie Plätze am Straßenrand mit Parkuhren.
Nun ist immer noch guter Rat teuer, die Breite des Womos ist zwar kein
Problem, aber wir benötigen 1,5 Parkplätze in der Länge. Glücklicherweise
kommt in diesem Augenblick eine Politesse des Wegs, die uns auf unsere Frage erklärt, dass wir nur für den einen Platz bezahlen
sollen, auf dem der größte Teil des Wagens steht. Die Parkuhr schluckt 8 25 cent Stücke, die wir
eigentlich für die Nutzung von Waschmaschinen gesammelt hatten. Jetzt haben wir
eine Stunde Zeit.
Der Hollywood Drive ist nur wenige Meter entfernt und schon wandeln wir auf dem Walk Of
Fame, immer den Blick auf
den Gehweg gerichtet.
Der Walk of Fame ist der Fußweg, gepflastert mit in Marmorplatten eingelegte Sterne, die die Namen der Film/Fernseh-, und Theater-, und Musikgrößen dieser Welt tragen. Er erstreckt sich über 18 Blocks zu beiden Seiten des Hollywood Blvd. Hier befindet sich das Kodak-Theatre, in dem seit einigen Jahren die Oscar-Verleihungen stattfinden. Nebenan, vor Grauman's Chinese Theater (ein Kino), das weltberühmt wurde durch die Hand- und Schuhabdrücke zahlreicher Filmstars, war der Bär los. Von irgendwo tönte Rockmusik aus Lautsprechern, Spiderman, Marilyn Monroe, Elvis Presley und noch so ein paar bekannte Typen tanzten um das zahlreich vorbeiflanierende Fußvolk herum. Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite wurde wohl gerade ein Film gedreht. Der Boulevard war halbseitig abgesperrt, Filmkameras und Scheinwerfer ragten aus einer von einer riesigen Menschenmasse umringten Absperrung heraus. Der Verkehr auf dem Boulevard zwängte sich mit ohrenbetäubenden Lärm durch dieses Nadelöhr. Und das alles Morgens um halb elf in Hollywood.
Durch Los Angeles mit einem Wohnmobil zu fahren macht genauso wenig Spaß, wie
in San Francisco. Im mondänen Berverly Hills kommen wir uns ob unserem alten
Lastwagen mitten zwischen Porsche, Audi Q7, Mercedes 500 CLS, Hummer oder
Lamborghini etwas klein vor. Teilweise weisen uns Verbotsschilder
daraufhin, dass wir mit einem RV unerwünscht sind. Trotzdem legen wir in einer schönen Wohnstraße eine Mittagspause ein, obwohl
an der Kreuzung ein Schild auf eine Art Bürgerwehr hinweist. Aber die machen
wohl auch gerade Mittag. Unbehelligt
suchten wir uns anschließend den Weg zurück Richtung Santa Monica. Trotz des
diesigen Wetters am Pacific wollten wir doch noch etwas an der Strandpromenade
laufen. An diesem Freitag Nachmittag waren aber auch die Nebenstraßen verstopft und
mit unserem Wohnmobil haben keine Chance auf einen Parkplatz. Spätestens jetzt
legte ich den Schwur ab, nie wieder mit einem Wohnmobil in den USA eine Städtetour zu machen.
Was wir von Santa Monica beim Fahren gesehen haben, machte eigentlich Lust auf
aussteigen und schauen. Keine Chance. In der Hoffnung in
Venice Beach einen Parkplatz zu finden, verfahre ich mich auch noch in immer
enger werdenden Straßen. Schluß! Aus! Feierabend! Zurück nach Malibu! Ich wundere mich heute noch, dass ich
heile und unbeschadet aus diesem
Verkehrsgewühl herausgekommen bin.
Wenigstens haben wir noch für billiges Geld getankt und bei VON's preisgünstig eingekauft, denn auch hier wurde unsere Safeway Karte akzeptiert. (TOP)
[21. März] Malibu
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Nach einer Stunde Wohnmobil Stock Car Rennen bin ich fix und fertig dieses herumschwimmende Teil von Lastwagen in der Spur zu halten und verlasse die Interstate Richtung Huntington Beach. Gut, ich habe es nicht anders gewollt, denn ich wollte erst mal schnell vorankommen. Auf der US 1 geht es auf einer klein wenig besseren, aber immer noch vollen Straße Richtung Ozean. Die US 1 führt nämlich direkt am Ozean entlang durch teilweise schöne Ferienorte mit schönen Beaches. Im Gegensatz zur Interstate kommen wir nur sehr langsam voran und können ausgiebig schauen. Und endlich haben wir auch mal einen Vorteil ein Wohnmobil zu fahren: Wir sitzen höher als im PKW und haben so sehr gute Ausblicke, auch über manche die Beaches begrenzende Hecken hinweg.
Wir durchfahren typische Ferienorte wie Balboa Island, Newport Beach, Laguna Beach, Dana Point. Hinter San Clemente mündet die US1 wieder auf die I405 und wir nehmen wieder am Interstate Stockcarrennen teil, bis es kurz vor Ocean Side mit einem Stau ein Ende findet. Mit knapp 20 mph schleichen wir auf der 8 spurigen Interstate. Wir wollten hier sowieso rausfahren und sehen später von der parallel, meist direkt am Pazifik herführendenden S21die Blechlawine schleichen. Die Landschaft wird immer schöner und die Orte wie Carlsbad, Encinitas, Cardiff By The Sea werden immer hübscher und subtropischer. An irgendeinem Strand sind auf der Straße Parkplätze, auf denen auch Wohnmobile stehen und wir legen eine Mittagspause mit Meerblick ein. Erst jetzt, ca. 40 Meilen vor San Diego wischt die Sonne die dicken Wolken weg und strahlt von einem tief blauen Himmel bei einem doch recht kühlen Seewind.
In der Touristinformation am nördlichen Rand von San Diego erstehen wir verbilligte Karten für den Zoo, den wir morgen
besuchen wollen und lassen uns gleich den Weg zeigen. Der KOA Campgound den wir heute noch ansteuern, liegt
in Chula Vista, am südlichen Ende San Diegos. Vom dichten Verkehr, der uns lange auf der I405 den Nerv geraubt hat,
ist hier nichts mehr zu spüren. Die Highways sind fast leer.
Auf dem Campground werden wir sehr freundlich
aufgenommen, die Leute sprechen alle ein sehr gutes Englisch. Wir erfahren,
dass es für die öffentlichen Verkehrsmittel inklusive der San Diego Tram zur mexikanischen Grenze eine Tageskarte für 5$ gibt.
Die Karten sind an der Rezeption erhältlich. Nach der stressigen Fahrerei in
L.A. nehmen wir dieses Angebot gerne an.
Der Platz mit vielen großen Bäumen ist fast ausgebucht. Wir bekommen doch noch
einen sehr schönen Stellplatz in der Nähe der sanitären Anlagen. Die sind sehr sauber und die Räumlichkeiten
hell und freundlich und überhaupt nicht zugig. Hier fühlen wir uns wohl. Im Office Bereich gibt es nicht
nur Waschmaschinen und Trockner sondern auch 2 Internetplätze!. Endlich können wir unsere Lieben
einmal mit e-mails beglücken.
Ein Tipp noch für Radiohörer, die sich Abends an Oldies nicht satt hören
können: 105,7 Mhz.
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[22. März] San Diego vormittags
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Aber wir finden uns auch so zurecht und
gehen zuerst zur Bustour, um uns einen Überblick über das Gelände zu
verschaffen. Wir erleben ein typisch amerikanisches Unterhaltungsprogramm
während der Fahrt (unablässiges Reden, Witzchen machen, Rätselfragen stellen), doch das
kennen wir ja schon. Der Himmel zieht sich dabei immer mehr zu und es beginnt zu regnen.
Der Zoo selbst macht auf uns den Eindruck eines wunderschönen Botanischen
Gartens, mit Tiergehegen zwischendrin. Die Gehege erscheinen uns sehr klein. Gerade
die großen Tiere, wie Bären, Löwen, Tiger, Elefanten und Giraffen haben kaum
Platz, um sich zu bewegen. Auch die Vogel-Volieren kommen uns sehr klein vor, gerade
die, in denen große Vögel leben. Man sagt Tieren ja nach, wenn sie rastlos vor
einem Zaun hin und herlaufen, seien sie psychisch gestört. Demnach müssten
viele der großen Tiere gestört sein, wie auch der Panda, der rastlos im Kreis
lief. Nein, wir hatten mehr von diesem Zoo
erwartet.Mittlerweile schüttete es wie aus Eimern. Jeder sucht Zuflucht unter irgendwelchen Dächern. In den Souvenirshops finden Plastik-Ponchos für knapp 4 $ reißenden Absatz. Als es nach einer Stunde immer noch schüttet, verlassen viele Leute den Zoo, wir schließen uns an. Der Himmel macht auch nicht den Anschein, seine Schleusen heute noch zu schließen. Schade, oder auch nicht, denn der Zoo ist es eigentlich nicht wert, da haben wir schon wesentlich schönere gesehen; aber das ist eben unsere persönliche Meinung. So kommt es, dass wir an diesem Sonntag ein wenig Ruhe genießen, denn wir stellen das Wohnmobil wieder auf unserem Campground ab. Erst am Nachmittag schafft es die Sonne die Regenwolken wegzuwischen. (TOP)
[23. März] San Diego
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Von der
Endstation geht es über Fußgängerrampen hinüber nach Mexiko. Dass wir in
einem anderen Land sind merken wir erst, als wir beinahe zur Beute der
mexikanischen Taxifahrer werden. Sie palavern auf uns ein, dass der Weg zu Fuß nach Tijuana viel zu weit sei. Nach
diesem Spießrutenlauf geht es über weitere Rampen hinunter und hinein nach
Tijuana, wir laufen keine 10 Minuten. Der Weg zur Avenida de Revolucion ist
gut ausgeschildert. Am frühen Morgen ist hier noch sehr wenig los, die
ausnahmslos Touristengeschäfte öffnen gerade. Aus einer Eisdiele plärrt ohrenbetäubende Popmusik.
Besonders an Wochenenden soll es hier sehr voll sein, da kommen viele Amerikaner über die Grenze. Es sieht
hier aus wie auf einer
Einkaufsmeile in Playa de Ingles, Gran Canaria.
Auf der Av. de Revolucion ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Da wir
mit zu den erkennbar wenigen Touristen gehören, stürzen sich die Ladeninhaber
wie die Geier auf uns und wollen uns in ihre Geschäfte ziehen. Und sie
lauern vor jedem Geschäft. Es ist
schlimmer als wir es in Kemer, Türkei schon male erlebt hatten. Einfach nur mal in die Auslagen anschauen, geht
gar nicht. Am Straßenrand entlanggehen, nutzt nichts. Irgendwann antworten wir nicht mehr auf Englisch, sondern auf Deutsch,
in der Hoffnung, sie verstehen uns nicht. Und sie verstehen uns doch! Bitte,
Danke, Guten Morgen, Franz Beckenbauer. Ok, ich wollte unbedingt Postkarten
kaufen, ich tat es. Sofort umringt uns der Ladeninhaber, und weil wir Deutsche
seien, sollte ich nicht für 1$ drei Karten bekommen, nein, drinnen an der Kasse
würde ich die vierte kostenlos dazuerhalten. Er nimmt sie vom Tresen und steckt
sie mir sofort in die Tüte. Neugierig nehme ich auch eine vom Tresen, doch die fingert er mir
wortreich aus der Hand und verweist auf seine billigen Silber-Angebote im Ladeninneren.
Wir zahlen den Dollar und flüchten aus dem Laden, wir flüchten von der Hauptstraße, wir flüchten in die USA
und laufen zurück zur Grenze.
Vielleicht wäre es am Wochenende, wenn die
Straßen voller Touristen sind, einfacher, unbehelligt zu bleiben. In der langen
Ausreisewarteschlange sehe ich mir die 4. Ansichtskarte an, auf der Rückseite steht ein Geschenk
der Stadt Tijuana an unsere Gäste. Nun, das war mehr, als ich erwartet
hatte.
Mit der Blue Line Trolley fahren wir nach San Diego zurück und steigen Downtown aus.
Die City macht auf uns einen unterkühlten Eindruck, auch bei strahlendem
Sonnenschein. Automatisch zieht uns das Horton Plaza an. Auf vier Etagen
gibt es Shops ohne Ende und ganz oben viele kleine Restaurants, mit Küche aus aller
Welt. Nach der Stärkung mit einem Sandwich laufen wir noch etwas herum. Das
Gaslamp Quarter macht tagsüber einen verlassenen Eindruck, deshalb fahren wir mit der Tram weiter hinauf zur
Old Town. An der Endstation verpassen beinahe noch den Ausstieg an der Umsteigestation, weil die
Gegend nicht gerade einladen aussieht. In letzter Sekunde springen wir noch vom
Zug und finden auch Hinweisschilder zur Old Town.
Erwartet hatte ich so etwas wie eine Altstadt, tatsächlich aber kommen wir in eine Art Museumsdorf. Auf einem
größeren Komplex sind hier typisch amerikanische Häuser und Geschäfte des 19. Jahrhunderts
nachgebaut.
Es gibt einen Saloon, eine Bank, eine Weinfarm, Drugstores und Groceries. Die Geschäfte sind alle mit typischen Tante Emma Sortiment
bestückt, die Geschäftleute laufen in der um 1850 üblichen Tracht herum. Recht nett, und es geht sogar für
deutsche Verhältnisse recht beschaulich zu. Es gibt viel zu sehen, und ohne man von den Ladenbesitzern am
Arm wortreich und aufdringlich in die Läden gezogen wird.
Auf der Rückfahrt legten wir noch einen Stop im Hafengebiet (Haltestelle Santa Fe) ein, wo die USS Midway, mittlerweile in ein Museumsschiff verwandelt, fest vertäut zur Besichtigung freigegeben ist. Der Flugzeugträger wurde 1945 in Dienst gestellt und nahm u.a. am Vietnam- und Golfkrieg teil. Das gewaltige Schiff ist ca. 300m lang. Auf einem deck am Heck stehen Tische und Stühle wie in einem Cafe.
Unsere Füße fangen an zu qualmen und deshalb sind wir froh, wieder zum Wohnmobil zu kommen, um die Füße ein wenig
hoch zu legen. Dafür ist der Campground im Grünen ideal.
(TOP)
[24. März] San Diego
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Auf der 78 fahren wir über mehrere Bergpässe von ca. 1300m hinunter in eine
immer karger werdende Wüstenlandschaft und biegen ab auf die S3 nach Borrego Springs.
Der Ort liegt in einem
Tal, das von drei Seiten von Bergen umgeben ist, während sich nach Osten ein breites
Tal öffnet. Warum es Menschen gibt, die in diesem Ort leben, ich weiß es nicht. Denn
hier endet, oder wenn man wir wir von Westen kommen, beginnt die Wüste. Aber in
dieser Jahreszeit blüht sie. Niedrige gelbe Blumen und wunderschön mit
aufgesetzten roten Blüten die Ocotillos. Die Temperatur bewegt sich heute bei ca. 22°C
im Schatten, also recht angenehm; im Sommer muss man hier im Schnitt 42°C
rechnen.
Bis Salton Sea wird die Landschaft immer karger und die blühenden Ocotillos immer weniger. Weil wir eine Stelle für die Mittagspause suchen, nehmen wir bei Coolidge Springs einen Abzweig zum See, der mit To The Beach ausgeschildert ist. Am Ende erwartet und ein grob planierter staubiger Wüstenparkplatz. Hinter einem kleinen Wall hängen ein paar Pelikane auf einem kleinen Felsen im Wasser ab und betrachten mich mit mitleidsvoller Mine, dass ich diesen traurigen Wüstenstrand mit niedrigem Stachelbuschbewuchs entdeckt habe. In Sichtweite stehen ein paar heruntergekommene Wellblechhütten und Strommasten, die auf menschliche Anwesenheit schließen lassen. Irgend jemand muss ja auch dieses Schild mit der Beach aufgestellt haben. Hier wäre der Hund begraben, wenn er überhaupt hierher gekommen wäre. Wir ergreifen die Flucht, denn Mittagspause wollen wir hier nicht machen.
Palm Springs erreichen wir ungefähr eine dreiviertel Stunde später und
finden auf einem Supermarktparkplatz nicht weit entfernt von der I10 Raum für unsere fahrende Hütte. Wir sind
nicht alleine, die Idee hatten andere Wohnmobilisten auch. Wir tanken für billiges Dollars und weiter geht's auf der US 62 gen
Osten Richtung Joshua Tree. Die Nürnberger, die wir in San Francisco getroffen
hatten, wollten uns ja den Joshua Tree Nationalpark ausreden. Wir sollten
lieber den Sequoia Nationalpark besuchen. Hätten wir bestimmt auch, doch er liegt einfach nicht auf unserem Weg.
Wir bereuen nicht, in den Joshua Tree N.P. hineingefahren zu sein. Beinah hätten wir noch die Zufahrt verpasst, weil die
Beschilderung bis 5 Meilen vor dem Park zwar super war, doch die eigentliche
Zufahrt ist nicht sofort ersichtlich. Mehrfach gehört haben wir auch, dass die Zufahrt des Parks von der
Südseite
kilometerweit sehr unattraktiv sein soll. Nicht so auf der Nordseite des Parks. Wir zahlen brav die
15 Dollar Eintritt, und schon durchqueren wir eine eigenartige Wüstenlandschaft.
Überall ragen die seltsam gewachsenen Joshua Trees aus einer mit grünen Stachelbüschen
bewachsenen bergigen Landschaft heraus. Joshua Trees sind eine Art Yuccapalme, die
bis zu 15 Meter hoch wird. Aber nicht nur das. Eigenartig aufgetürmte Felshaufen ziehen die Blicke magisch an und
die Kletterer hinauf.
Die Granit-Formationen entstanden vor Millionen von Jahren und sind durch die Erosion der Erdoberfläche
freigelegt worden. Die schönsten und spektakulärsten Gesteinsformen sind
bei Jumbo Rocks, Wonderland of Rocks und im Indian Cove zu entdecken.
Der Tag ist mal wieder viel zu kurz. Weil diese Gegend nicht gerade mit einigermaßen komfortablen Campingplätzen übersäht ist, hatte ich mir im Internet den Sunfair Road RV Park ausgesucht. Um den noch rechtzeitig vor dem Dunkelwerden zu erreichen, verzichten wir auf einen Abstecher nach Keys View. Die Eile war aber unnötig, weil auf dem riesigen Platz mitten im Nichts der Mojave Wüste nur ganze 2 Plätze belegt waren. Der Joshua Tree Lake R.V. Campground liegt nördlich der Joshu Tree N.P. mittenin der Wüste und, man glaubt es nicht, an einem kleinen Teich mit Enten und Fischen. Der Platz in der Wüstenlandschaft wirkt sehr gepflegt. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber. Jedes Jahr im Mai findet hier ein Musikfestival statt, man sollte sich also vorher erkundigen.
Der Sonnenuntergang über den weit entfernten Bergen im Westen wird durch den wolkenlosen Himmel und die glasklare Luft zum Erlebnis. Weil die Luft sehr trocken ist, und keinerlei Licht die Dunkelheit beeinträchtigt, können wir einen wundervollen Sternenhimmel betrachten; sogar die Milchstraße ist mit bloßem Auge zu erkennen. Es ist kein Laut zu hören, denn die Zivilisation ist meilenweit entfernt. Wir genießen es, auch wenn die Nacht sau kalt wird, so dass wir sogar die Heizung eingeschalten. Internetanschluss gibt nicht, das kann man mitten in der Einsamkeit auch nicht erwarten. Stattdessen kann man hier aber fischen. (TOP)
[25. März] Joshua Tree
N.P.
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Trotzdem dauert es ewig, bis wir Amboy erreichen, aber immer noch nicht die Berge.
Der Ort besteht nur aus einer Bahnstation,
einer Tankstelle und einer Poststation. Von nun an geht es einen langersehnten
Traum in Erfüllung zu bringen, nämlich einmal auf der Route 66 durch Amerika
zu fahren. Nach 14 Meilen Geradeausfahrt kommt schon die erste Kurve, die nächste folgt nach
weiteren 19 Meilen. Es geht immer nur Geradeaus Richtung Osten, wieder irgendwelchen Bergen entgegen, die nur im Zeitlupentempo
näherkommen, obwohl wir mit 55 Meilen die Stunde dahinbrausen.Ob wir uns auf der 66 befinden wissen wir nicht genau, es gibt keine Hinweisschilder am Straßenrand. Als wir die
"66" Kennzeichnung auf der
Straße gemalt wahrnehmen, ahnen wir, dass die
Trophäenjäger die Route 66 Schilder jetzt in ihren Garagen hängen haben.
Am Straßenrand tauchen ab und zu verfallene Tankstellen und kleine Hütten auf, die wohl in besseren Zeiten als Rasthäuser
gedient haben. Denn parallel, aber zuerst in einiger Entfernung und nicht sichtbar, verläuft die Interstate
40. Nach 47 Meilen auf der 66 reicht es uns aber auch, auf der mittlerweile dem
Verfall preisgegebenen historischen Route durchgerüttelt zu werden und wir sind froh, auf die
sehr gute Interstate
auffahren zu können. Der Traum, einmal die Route 66 von Chicago bis Los Angeles zu befahren
hat sich nach knapp 2 Stunden ersteinmal erledigt.
Wir machen einen kleinen Umweg über Needles nach Bullhead City und bei Laughlin wieder hinüber zur US 95. Dabei überqueren wir zwei mal den Colorado River. Der Schlenker lohnte sich nicht wirklich. Interessant ist nur zu sehen, dass Laughlin mit auch am Tag zuckenden Leuchtreklamen als Spielerstadt in Nevada grüßt, während auf der anderen Coloradoseite, Bullhead City in Arizona, ein "normales" Stadtbild einer amerikanischen Stadt abgibt.
Weil wir zügig vorangekommen sind, biegen wir ein paar Meilen vor Las Vegas in Richtung Boulder City ab,
um im weiteren Verlauf zur Staumauer des Hoover Damms zu gelangen. Dort wird gerade an einer den Damm überspannende Brücke
gebaut. Vor dem Damm werden Busse und RV's durch eine Polizeischleuse gelotst. Die beiden Sheriffs sind sehr freundlich. Natürlich
war einer in Deutschland während seiner Militärzeit stationiert und kennt Düsseldorf. Ich muss außen am Womo alle Luken öffnen,
und im inneren wird die Toilette genauestens inspiziert. Ich weiß nicht, wonach
sie suchen. Dann reihen wir uns in die schier endlose Blechlawine ein, die sich
über die Staumauer quält. Neben den vielen Touristen auch LKWs, denn diese
Strecke ist auch die US 93, die nach Kingman, Az. führt. Gerne wären wir
ausgestiegen, doch für unser Wohnmobil gibt es, wie gehabt, keinen Parkplatz.
Den finden aber PKWs auch nicht, es ist alles brechend voll. So schleichen wir
halt im Schritttempo die Serpentinen hinunter zu Mauer, auf der anderen Seite
die Serpentinen wieder hinauf, drehen an einer günstigen Stelle um, und es geht
im Schritttempo wieder zurück. Nun, für Fotos und so zum Schauen völlig ausreichend.
Am späten Nachmittag erreichen wir Las Vegas. Von Vorteil ist wieder, dass wir vor
drei Wochen schon einmal hier gewesen sind, so fällt die Orientierung leicht,
den Campingplatz für die letzte Übernachtung zu finden. Wir bekommen noch
einen annehmbaren Platz, obwohl fast alles ausgebucht ist. Man muss sich den
Platz als einen riesigen Parkplatz vorstellen, gelegen zwischen der Interstate
15 und dem Las Vegas Blvd. In der Mitte des Platzes ein Pool und eine riesige
Rezeption, natürlich mit Casino. Für die letzte Nacht reicht es uns völlig
aus. (TOP)
[26. März] Las Vegas
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Wir benötigten nur zwei Hotels, in Las Vegas und in San Francisco. Mittlerweile haben sich die Reisebüros den Internetangeboten angepasst, so dass es keine großen Preis/Leistungsunterschiede mehr gibt. Die Hotelseiten bieten allerdings mehr Zimmerkategorien an, die Reisekataloge beschränken sich i.d.R. auf Standardzimmer. Wichtig ist schon, dass man sich für die ausgewählten Hotels die Hotelbewertungen anschaut, hierbei empfehle ich aber nur deutschsprachige Bewertungsseiten. Die Bewertungsmentalität von deutsch sprechenden ist objektiver als die von Engländern/Amerikanern - die legen halt Wert auf für uns mehr unwichtige Gegebenheiten. Kritisch Lesen ist trotzdem angebracht.
Für die Ankunftstage in Las Vegas entschieden wir uns für das Hampton Inn, weil es nicht direkt am Strip liegt und weil es mit Frühstück angeboten wird. In San Francisco fiel die Wahl auf das Holiday Inn Golden Gateway, auch deshalb, weil wir von dort von unserem Wohnmobilanbieter El Monte direkt abgeholt wurden. Der fährt bekanntlich nur wenige Hotels an. Die Cable Car Haltestelle ist um die Ecke, die Bushaltestellen sind vor der Hoteltür, bzw. auf der anderen Straßenseite und in den Querstraßen. Das öffentliche Verkehrsnetz ist im Übrigen exellent ausgebaut. (TOP)
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