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Rund um den Union Square und die Market Street pulsiert das Leben. Ein Hauch von Flower Power stellt sich dann doch noch mit einigen Straßenmusikanten ein, die aus der 68ger Zeit übrig geblieben sind und auf ihren 40 Jahre alten Gitarren die Hits von damals spielen. Obdachlose schlurfen mit großen Einkaufstüten von Macy's durch das Gewimmel internationaler Touristen, nur, sie transportieren ihren gesamten Hausstand in den Tüten, während ein Block weiter gestylte Yuppies aus ihren Limousinen steigen und bei Armani, Cartier oder Vuitton sich mit Luxusgütern eindecken.
Rund um das großzügig angelegte Civic Center finden sich die kulturellen Institutionen wie Oper, Symphony Hall, Museen und auch das Rathaus. In diesem Bereich finden auch viele Open Air Veranstaltungen statt. Man sagt, dass man sich südlich des Civic Centers nicht bei Dunkelheit aufhalten soll. Tatsächlich bekommt San Francisco in diesem Bereich einen schmuddeligen Character; viele Wohnungslose haben wir hier gesehen, die in den Hauseingängen Schutz gesucht haben vor den im März noch recht kühlen Nächten.
Die Touristen, zu denen wir ja nun auch gehören, stehen sich an der Ecke Powell Street / Market Street eine knappe Stunde die Beine in den Bauch, um sich mit der Cable Car hinauf nach Fisherman's Wharf kutschieren zu lassen. Das Warten wird allerdings durch das bunte Treiben rund um die Endstation recht kurzweilig.
Fisherman's Wharf ist eine weitere Touristenhochburg mit fürchterlichem Nepp.
Unzählige fliegende Händler wollen einem irgendetwas nutzloses andrehen. Ich habe noch nie in einer westlichen Welt erlebt, dass einem
die Ladenbesitzer
auf dem Gehweg auflauern, um einem für nur 10 Dollar ein Teleobjektiv für eine
Auto-Focus Kamera aufschwatzen zu wollen. Dass wir nach dem Überqueren der Straße
bei Dunkelgrün von der Polizei angehalten werden, wäre ja nicht weiter schlimm
gewesen; doch im Gesprächsverlauf stellt sich heraus, dass es sich bei der
Uniformierten um eine
Fun-Police handelt, die in täuschend echter Polizeiuniform nur eine kleine Spende für einen
der unzähligen Straßenmusiker erbetteln will. Am Pier 39 gibt es Souvenirshops
ohne Ende und Gott sei Dank auch Toiletten, allerdings sehr schmuddelig und
ekelerregend, weil Unmengen von Menschen diese Örtlichkeit frequentieren und
anscheinend niemand für Sauberkeit sorgt.Die Golden Gate Bridge hat uns magisch in den Bann gezogen. Nicht etwa das Überqueren der fast 3 Km langen Brücke, was man auch zu Fuß bewältigen kann hat es uns angetan, nein, allein der Anblick aus verschiedensten Blickwinkeln erzeugte in uns eine unheimliche Faszination. Der Pier 39 bietet einen dieser schönen Standorte. Bewegt man sich weiter auf die Brücke zu, kommt man an die Endstation der Cable Car an der Hyde Street. (TOP)
Mit der Cable Car rumpeln wir die Hyde Street hinauf. Nach gut 500 m steigen wir an
der Lombard Street aus und staunen über ein Panorama durch die Straßenschlucht
hinunter zur San Francisco
Bay, welches uns aus der Krimiserie die Straßen von San Francisco in Erinnerung
kommt. In der Verlängerung der Hyde Street schwimmt Alcatraz in der
Bay. Typisch sind
die steilen Straßen, die von waagerecht kreuzenden Querstraßen unterbrochen werden.
Man hat nur ein echtes Problem zum Fotografieren, weil auf der Hyde Street viel
Verkehr ist und man sich wegen der Bäume mitten auf die Straße stellen
müsste. Von Westen kommt die dort vielbefahrene Lombard Street herauf, die von hier
oben nach Osten sich als kurvenreichste Straße der Welt wieder hinunterschlängelt.
Die Hauptverkehrsadern werden selbstverständlich woanders entlanggeführt.
Dennoch bewegen sich unablässig Personenwagen im Schritttempo auf der schmalen gepflasterten Straße,
die auf einer Länge von nur ca. 145 Metern mit 10 Kurven gespickt ist.
Fußgängern hat man eine Treppe mit 247 Stufen spendiert. (TOP)
Ich weiß ja nicht, wie es anderen Besuchern
geht, aber die Brücke
hat uns während der drei Tage immer magisch angezogen. Sie ist aber auch im Bay
Bereich von allen möglichen Standorten aus allgegenwärtig. Auf der Südseite ist Fisherman's Warf
eine gute Wahl, egal in welcher Entfernung von der Brücke aus gesehen. Lands
End, die Schiffseinfahrt vom Pazifischen Ozean aus gesehen, bietet eine nicht so
bekannte aber dafür sehr schöne Aussicht. Es gibt auch einen Fußweg auf der Brücke,
von dem aus man sicher sehr schöne Eindrücke sammeln kann. Auf der Nordseite
bietet der View Point attraktive Ausblicke in die Straßenschlucht der
Brücke. Doch nicht nur das, bei klarem Wetter hat man von hier aus einen sehr
schönen Blick auf Fisherman' Warf und der dahinter sich auftürmenden
Skyline der Stadt; besonders auch in der Dämmerung, wenn die mit vielen
Lichtern gespickte Wohn- und Geschäftshäuser herüber grüßen. Nicht zuletzt
bieten sich auf der Westseite der US 1 zahlreiche Aussichtspunkte von der Conzelman
Road an.
Das Fahren über die Brücke erzeugt schon ein eigenartiges Gefühl. Doch bei
normalen Wind und Sichtverhältnissen ist die Überquerung recht unspektakulär.
Die Maut von $6 bezahlt man auf der Südseite der Brücke, wenn man von Norden
kommend nach San Francisco hinein möchte.
Land End brachte ich bisher nur mit dem Ende von Großbritanniens Cornwall in
Verbindung. Mehr zufällig fuhren wir mit der Buslinie 38 gen Westen bis zur
Endstation am Pazifischen Ozean. Um uns die Beine etwas zu vertreten laufen wir
durch den Lincoln Park, deren Wege von sturmgebeugten in Windrichtung gewachsenen
Bäumen gesäumt sind. Nach einiger Zeit macht der Weg eine Biegung nach Osten
und die Bäume geben den Blick plötzlich auf die Golden Gate Bridge frei. Majestätisch überspannt
sie die Einfahrt in die San Francisco Bay. Ein kleiner, einsam
gelegener Aussichtspunkt mit ein paar Bänken lädt ein zum Ausruhen und Abschalten
mit einem wundervollen Panorama, das wohl bei Touristen relativ unbekannt sein
dürfte. Das Wetter spielt mit und beschert uns eine von der
Nachmittagssonne angestrahlte Brücke. Als dann auch noch ein großes Handelsschiff vom Pazifik her langsam
in Richtung Brücke fährt, kommt mir, mit einem Hauch von Flower Power den Rückern hinunterrieselnd, Otis Redding's
Sitting On The Dock Of The Bay in den Sinn. (TOP)
Mit der Buslinie 21 kann man vom Civic Center aus nach Westen zum Alamo
Square fahren. Wer kennt sie nicht, die am meisten fotografierte Häuserzeile in San Francisco.
Die vom Volksmund auf Namen Painted Ladies getauften typischen San
Francisco Häuser wurden im 19. Jahrhundert erbaut. Sie haben das
Erdbeben von 1906 überstanden und sind sehr hübsch und liebevoll restauriert. Den Namen
bekamen sie deshalb, weil sie in bunten Farben angemalt sind. Weitere von
diesen schönen Holzhäusern sind in den Parallelstraßen zur Haight Street und
in der Capp Street zwischen der 22nd und 23nd Straße zu finden. Die allgemein
bekannte Fotoszenerie ist deshalb so faszinierend, weil über den Dächern der
Painted Ladies die Hochhaus-Skyline von San Francisco im Kontrast zu
schweben scheint; allerdings nur bei schönem Wetter. Was man auf den bekannten Fotos
nicht sieht, sind die nicht so schönen Häuser links davon oder
der graue mehrstöckige Plattenbau rechts daneben. (TOP)
Im Südwesten der Stadt hat man von den ca. 250m hohen Hügeln mit Namen Twin
Peaks bei schönem Wetter eine phantastische Sicht über San Francisco und seine Bay. Im
Norden ist im Dunst die Golden Gate Bridge mit den rostroten Pfeilern zu erkennen, weiter rechts Alcatraz, die ehemalige
Gefängnisinsel, von der nachweislich niemand fliehen konnte, dann die Skyline von Downtown und die Bay Bridge hinüber nach Oakland.
Als Hügel wird in San Francisco alles bezeichnet, was sich höher als 30m von
der Meereshöhe erhebt. Daher heißt es auch, San Francisco
sei auf 42 Hügeln erbaut. (TOP)
Wenige Kilometer nördlich der Golden Gate Bridge liegt das kleine Küstenstädtchen
Sausalito, bekannt geworden in der Zeit der Blumenkinder Ende der 60ger Jahre
des letzten Jahrhunderts. Ja, so lange ist das schon wieder her. Oh Happy Day. Wie neidvoll
blickten wir damals auf die neue alternative freie Lebensform, in der sich die
Hippies mit Gitarre und Blumen im Haar auf diesen Hausbooten solch eine
wundervolle Traumwelt schufen. Good Vibrations. Doch nichts ist für die Ewigkeit. Heute erinnert
auch hier nicht mehr viel an diese Zeit, das musste auch ich etwas enttäuscht erkennen. Viele
der Hausboote sind liebevoll in bunten Farben restauriert und viele sollen wohl
mittlerweile zu Luxusheimen auf dem Wasser mutiert sein. Der Hippie von damals
gehört heute zum Establishment und repariert an seinem Hausboot herum. (TOP)
Verlässt man das Hotel Holiday Inn Gateway und biegt rechts um die Ecke, stößt man direkt auf die Endstation einer der
Linien der Cable Cars. Der Vorteil von hier los zu fahren ist, man bekommt immer einen Platz in der nächsten Bahn;
zumindest Mitte März. An den anderen Endstationen, Downtown, oder Fisherman's
Wharf, haben wir uns manchmal die Beine in den Bauch gestanden. 45 - 60 Minuten
Wartezeit, das war normal. Ich möchte nicht wissen, wie lange man in der
Hochsaison hier warten muss. Will man unterwegs an einer der Haltestellen
einsteigen, kann man sich lässig aufs Trittbrett stellen, wenn ein Plätzchen
frei sein sollte. Eine einzelne Fahrt mit der Cable Car kostet $5. Man kann aber u.a. mit
dem günstigen 3 Tages Pass ebenfalls die Cars benutzen.Ansonsten ist es ein einmaliges Erlebnis, in diesen alten Cable Cars auf Holzbänken gemütlich durch die Straßen von San Francisco zu rumpeln. Und hier geht es bisweilen sehr steil bergauf und sehr steil bergab. (TOP)
Unser Hotel Holiday Inn Gateway steht mit seinen gut 20 Etagen an der Ecke
Van Ness / California Street an der sehr verkehrsreichen US 101. Das ist nicht
mehr Downtown, aber trotzdem noch mitten in der Stadt. Von hier aus kann man
sozusagen sternförmig ausschwärmen, um die Stadt zu erkunden.Die high-speed Internetnutzung konnte man mit einer Tastatur am Fernsehgerät anmelden. Nach der Anmeldung wurde aus high-speed erst mal low-speed und es dauerte 10 Minuten bis man seine erste Mail lesen konnte. Danach hatten wir dann null-speed, es ging gar nichts mehr. Irgendwann erschien nach endlosem warten wenigstens eine Meldung: Bitte versuchen sie es später noch mal. Nach 2 Stunden gab ich entnervt auf. Am nächsten Tag das gleiche Trauerspiel. Es war mir nicht gelungen, irgendeine von meinen Mails zu lesen, von versenden keine Spur. Klare Ansage dann an der Rezeption: Internet via TV, das geht heute nicht. Aha! Am nächsten Tag erhielt ich die Auskunft: Nein, Internet via TV das funktioniert bei uns gar nicht!. Aha! Auf meine Anmerkung, dass mir $9,99 pro Tag in Rechnung gestellt würden kam die freundliche Antwort, das sei kein Problem, die Nichtnutzung würde mir nicht in Rechnung gestellt. Auf der Rechnung stand das Internet natürlich drauf. Nach langem Palaver und erst als ich nach dem Manager fragte, erklärte sich die Rezeption bereit, das Internet von der Rechnung zu streichen. Man tat erstaunt ob meiner Probleme mit dem Internet TV. Wir hätten doch auch Internet im Business Center nutzen können. Das sagt man uns bei der Abreise; doch dass die Türen dort immer abgeschlossen und die PCs ausgeschaltet waren, den Streit wollte ich jetzt nicht mehr haben.
Das in der Hotelwerbung angepriesene Frühstücksbuffet wurde zuerst gar nicht angeboten, man konnte nur a la Card bestellen. Das asiatische Personal schien damit jedoch sehr überfordert zu sein, denn es kam nie das, was man bestellt hatte. Als es dann Buffet gab, war ihnen nicht klar, was sie abrechnen sollten, und wieviel. Nach Milch für den Kaffee musste man immer fragen, der Kaffee kam auch mal irgendwann. Ranzige Milch zum Kaffee wurde zwar klaglos ersetzt, allerdings ohne eine neue Kaffeetasse zu bringen. Vielleicht aufgrund mehrerer Beschwerden wurde 2 Tage später ein Buffet hingestellt. Der Schicken und der Käse wurde z.B so aufgestapelt, wie er aus er Verpackung kam. Lieblos, das Auge konnte nicht mitessen. So ist eben Amerika.
Nun gut, genug gemeckert. Im gut ausgestatteten und preislich recht günstigen Hotelshop erstanden wir neben einigen Souvenirs auch einen 3 Tages Pass für die öffentlichen Verkehrsmittel incl. Cable Car für $18 pro Person. Genauso wie in Las Vegas gilt hier in San Francisco erst recht, der öffentliche Nahverkehr ist excellent. Von mehreren Haltestellen vor der Hoteltür hatten wir die Wahl mit verschiedenen Buslinien oder mit der Cable Car uns an jeden Ort in San Francisco bringen zu lassen. Die Busse fahren hier auch alle 7 Minuten, den Buslinienplan erhielten wir im Hotelshop. (TOP)
Mittags haben wir uns mit irgendwelchen Snacks versorgt, in der Stadt gibt es überall viele Möglichkeiten.
Zum Abendessen sind wir einmal um den Block in die Polk Street gelaufen, da gibt es verschiedene kleine Einwanderer-Restaurants. Der Grieche wollte uns nicht bedienen und maulte uns an, als wir mit dem zugewiesenen Katzentisch nicht zufrieden waren. Deshalb sind wir nebenan zum Italiener, wo wir Stammgäste geworden sind. Gut, das Ambiente ist nicht das, was man sich in Deutschland unter einem "Italiener" vorstellt. Aber wir konnten bestellen was wir wollten, es hat immer geschmeckt wie bei Muttern zu Hause. Soweit wir das beurteilen können, gab es weder etwas aus der Dose noch Tiefkühlkost, es war alles selbst frisch zubereitet. Man konnte auch zusehen, wenn man wollte. Man darf nur den Fehler nicht begehen, eine Flasche Bud-Light zu bestellen, dann kann es passieren, dass die Flasche zu Zeiten J.F.K. eingekauft worden ist. (TOP)